Geheimratsecken – Was können Männer tun?

Bei uns heißen sie Geheimratsecken, einige nennen sie auch Ministerwinkel oder Ehestandswinkel.

Im österreichischen Sprachraum werden sie Hofratsecken genannt und in der Schweiz kennt man sie auch als Ratsherrenecken.

Die Medizin bezeichnet sie als androgenetische Alopezie und die Mathematik berechnet sie nach dem Hamilton-Norwood-Schema.

Alle meinen damit das Gleiche, nämlich jenen bei manchen Männern auftretenden fiesen Haarausfall an den Schläfen, der sich seitlich immer weiter die Stirn hinaufzieht.

Meistens beginnt er im mittleren bis höherem Lebensalter, aber auch junge Männer können schon betroffen sein.

Wie Geheimratsecken entstehen

Das hat die Wissenschaft inzwischen teilweise herausgefunden. Die Ursache für die ausgehenden Haare liegt beim Hormon DHT, das beim Mann aus Testestoron gebildet wird. Auf dieses Hormon reagieren die Haarfolikel negativ, sie werden immer kleiner kleiner und die Wachstumsphase verkürzt sich allmählich.

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Geheimratsecken stören viele Männer

Deshalb deshalb fallen Männern mit viel Testosteron überdurchschnittlich viele Haare aus. Nicht genau bekannt ist, warum die allermeisten Haare gerade im Schläfen-Stirn-Bereich verloren gehen. Zum einen liegt es wohl an der schlechteren Durchblutung diese Kopfteils im Vergleich zu anderen Kopfregionen wie hinter den Ohren und am Hinterkopf.

Außerdem reagieren gerade dort die Haarwurzeln besonders stark auf DHT, während sie die Hormonwirkung an anderen Kopfstellen seltsamerweise besser verkraften können. Dadurch haben ältere Männer oft Halbglatzen mit einem Haarkranz am Hinterhaupt.

Allgemein wird auch angenommen, dass die androgenetische Alopezie genau wie die Glatzen-Bildung erblich ist. Wer sich als Betroffener in seiner Sippe umschaut, wird sicher einen Großvater, Vater oder Onkel mit dem gleichen Makel finden. Es liegt also nicht an fehlender Pflege, der falschen Haarwäsche oder nicht richtiger Ernährung, wenn die Kopfhaare auszugehen beginnen.

Was kann „Mann“ gegen seine Ratsecken tun?

Es gibt einige Hausmittel, einige Kosmetika und auch einige Medikamente, die gegen den androgenetischen Haarausfall wirken sollen. Bei den Hausmitteln haben sich nach Aussage einiger Betroffener Einreibungen mit Rizinusöl bewährt. Es fördert die Durchblutung der Kopfhaut und soll so die Haarwurzeln stärken. Ebenso durchblutungsfördernd sind Aloe Vera-Extrakte und Ingwer-Extrakte.

Auch eine Mischung aus Honig, Zimt und Olivenöl soll die Haarwurzeln stärken. Neben den Hausmitteln gibt es diverse Pflegeprodukte wie Shampoos, Haarwasser, Ampullen-Kuren, Spülungen und Einreibungen. Sie enthalten unter anderem Aminosäuren, Salicylsäure, Panthenol, Menthol, Biotin und verschiedene Vitamine.

Einen wissenschaftlichen Nachweis für die Wirkung aller genannten Produkte gibt es nicht. Falls sie überhaupt eine positive Wirkung haben, beschränkt sich diese darauf, den Haarausfall etwas hinauszuzögern. Früher oder später kommt es doch zum Haarausfall und neu nachwachsen wird auch mit dem teuersten Pflegeprodukt kein einziges Haar, was immer die Anbieter auch versprechen mögen.

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Neben den Haarpflegeprodukten gibt es auch Medikamente gegen Haarausfall der Männer und Frauen. Eines enthält den Wirkstoff Finasterid. Der wurde ursprünglich bei Prostata-Beschwerden eingesetzt, hemmt das DHT und kann den Haarausfall bremsen. Allerdings muss der Betroffene dabei täglich eine Tablette schlucken und eventuell auch mit unangenehmen Nebenwirkungen leben.

Der Wirkstoff Minoxidil war ursprünglich ein Blutdruckmittel. Auch er scheint bei ständiger Anwendung zum Stoppen von Haarausfall geeignet zu sein. Werden beide Wirkstoffe nicht mehr zugeführt, verschwinden die Haare trotzdem und wachsen auch nie mehr nach. Und ob „Mann“ wirklich die chemische Keule schwingen sollte, nur um den Ministerecken zu entgehen, ist zumindest fraglich. Eine weitere theoretische Möglichkeit wäre die Anwendung von Östrogenen und ihren Verwandten.

Es gibt schon Tinkturen, die die Umwandlung von Testesteron in DHT hemmen, aber ihre Wirkung ist noch nicht wissenschaftlich belegt. Die in ihnen enthaltenen Glukokortikoide helfen helfen zwar beim Haarausfall durch Psoriasis und Ekzeme, gegen androgenetischen Haarausfall ist ihre Wirkung bisher nicht sicher belegt.

Weibliche Hormone einzunehmen wäre theoretisch auch möglich, aber das sollte sich kein Mann antun, ein ungestörter Hormonaushalt sollte mehr wert sein als ein teilweise kahler Kopf. Dennoch haben wir versucht herauszufinden welches das beste Shampoo gegen Haarausfall ist.

Die Wirkung auf die Psyche des Mannes

Sagen wir es so. Es gibt Männer, denen der Haarausfall an Schläfen und Stirn ziemlich schnurzegal ist und es gibt sogar Männer, die damit richtig gut aussehen. Denken wir nur an so bekannte Schauspieler wie Bruce Willis oder Nicolas Cage. Für diese Beiden ist die immer weiter wachsende Stirn eher ein Wiedererkennungsfaktor als ein Makel und sie gehören zu den bestbezahltesten und beliebtesten Schauspielern Hollywoods.

was-tun-gegen-geheimratseckenAber auch der Durchschnittsmann kann mit dem zurückweichenden Haar gut leben, wenn er nur selbstbewusst damit umgeht. Es gibt schließlich Frisuren, die sich gut für einen solchen Haarschopf eignen. Vielleicht sehen raspel-kurz geschnittene Haare gut aus, sie wirken männlich, irgendwie sexy und sie kaschieren die fehlenden Haare an den Schläfen.

Sind die verbliebenen Haare lockig, wirkt vielleicht ein wuschliger „out of bed“ Look toll. Bei sehr starkem Haarausfall und schöner Kopfform ist auch ein rasierter oder völlig unbehaarter Kopf eine Option. Denken wir nur an Telly Savallas oder Yul Brunner. Ihre Glatze war der Renner und Millionen Frauen waren hin und weg.

Trotzdem soll nicht verschwiegen werden, dass viele Betroffene an der Situation leiden. Das Haar ist schließlich ein Schmuck des Menschen und auch Männer sind eitel. Das war schon immer so. Die alten Griechen strichen sich zum Beispiel Igelblut auf die kahlen Stellen, auch Kuhmist wurde probiert und geholfen hat alles nichts.

Sokrates hatte sie, Julius Cäsar auch. Wahrscheinlich ist es der beste Rat, den man betroffenen Männern machen kann: Habt Mut und findet euch mit dem Haarausfall ab. Ihr seid nicht allein. Die androgenetische Alopezie trifft rund die Hälfte aller Männer und es gibt ganz bestimmt keine 50 Prozent leidende und depressive Männer auf der Welt.

Das Auffüllen der betroffenen Stellen

Sie ist eine weitere Möglichkeit für alle Betroffenen, die sich mit weniger Haaren nicht abfinden wollen. Es gibt heute sehr viele Ärzte, die Haartransplantationen als ambulante OP durchführen. Im Gegensatz zu anderen Transplantationen lassen sich Haare nicht von anderen Menschen verpflanzen, sie würden nicht anwachsen.

Auch mit Kunsthaar verspricht die Transplantation keinen Erfolg. Deshalb ist nur eine Eigenhaar-Transplantation möglich und dazu müssen gesunde Haarwurzeln vorhanden sein. Sie können dann entweder einzeln oder in kleinen Hautstreifen oder Inseln entnommen und an den kahlen Stellen eingepflanzt werden. Am besten geeignet sind Haarwurzeln vom Hinterkopf, es gibt aber auch die Möglichkeit, Haarwurzeln von der Körperbehaarung zu transplantieren.

Der dabei auftretende Nachteil liegt darin, dass diese Haare meistens eine andere Struktur aufweisen, als die Kopfhaare. Die Operation ist inzwischen längst Routine und es gibt nur sehr selten Komplikationen. Aber sie ist (vor allem bei großen kahlen Bereichen) sehr aufwendig und auch sehr teuer. Außerdem ist es nicht sicher, dass die eingepflanzten Haarwurzeln tatsächlich anwachsen und nicht in einigen Jahren wieder verkümmern. Die meisten Ärzte raten ihren Patienten deshalb zusätzlich zu regelmäßiger Medikamenten-Einnahme.

Haartransplantation nicht ohne Alternative

Es gibt heute schon sehr guten Haarersatz, der sich kaum von echtem Haar unterscheidet und sehr natürlich aussieht, wenn er von einem Fachmann ganz speziell angepasst wird. Das große Problem bei dieser Art des Haarverlustes ist die Befestigung.

Während bei einer großen Haarersatz-Fläche auf dem Oberkopf genug Platz zum Verkleben der Trägerfolie vorhanden ist, lassen sich kleine Stellen nur schwer verkleben und die Folie kann rutschen. Auch sind am Haaransatz die Ansatzstellen schwerer zu verbergen, was ebenfalls gegen die Alternative Haarteil spricht. Erfolg versprechender ist da eine Haarverdichtung.

Dabei wird fremdes Haar strähnenweise mit dem eigenen Haar fest verbunden, entweder durch Wärme, Ultraschall oder mechanisch. Das geht auch bei Männern mit lichtem Haar. Allerdings gibt es auch hier einen Nachteil: Die Haarverdichtung muss alle paar Monate wiederholt werden, weil durch das Wachsen der eigenen Haare nach und nach die Ansatzstellen herauswachsen und dann sichtbar werden.

Es gibt Friseursalons, die sich auf Haarverdichtung, auch im Bereich der Geheimratsecken, spezialisiert haben und einen solchen sollte aufsuchen, wer ein optimales Ergebnis erzielen will. Trotzdem ist auch die Haarverdichtung keine endgültige Lösung des Problems, aber sie kann Männern helfen, denen ihre zurückweichenden Haare starken Leidensdruck verursachen.

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