Die Haare sind komplizierte Gebilde. Sie sind mit einem Haarfollikel in der Kopfhaut verankert. Der über der Kopfhaut befindliche, sichtbare Teil wird als Haarschaft bezeichnet. Die Follikel erfüllen eine wichtige Aufgabe, da sie für das Wachstum der Haare verantwortlich sind. Was passiert, wenn diese Follikel nicht mehr intakt sind?

Was sind Haarfollikel?

Häufig werden die Haarfollikel mit den Haarwurzeln gleichgesetzt, doch ist das nicht ganz richtig. Die Haarschäfte sind sichtbar und machen den Teil der Haare aus, der aus der Kopfhaut herausragt. Die Follikel sind birnenförmig und sind nicht sichtbar. Sie erfüllen gleich mehrere Aufgaben:

  • dienen zum Halt der Haare in der Kopfhaut
  • versorgen die Haare mit Nährstoffen
  • verantwortlich für die Farbe der Haare
  • bilden neue Haarzellen aus und sorgen dafür, dass die Haare nachwachsen.

Die Follikel sind kompliziert aufgebaut. Sie bestehen aus einer inneren und einer äußeren Hülle. In die Follikel münden Talgdrüsen, die das Haar mit Fett versorgen. Auch Blutgefäße ragen in die Follikel. Die äußere Schicht bildet die Hülle der Haarwurzel.

Sie wird auch als Haarwurzelscheide bezeichnet und ist eine Einstülpung der Basalschicht der Haut. Die innere Schicht der Follikel liegt direkt an der Haarwurzel an. Sie besteht aus der inneren Schicht, die als Kutikula bezeichnet wird, der mittleren Schicht, auch Huxley-Schicht genannt, und der äußeren Schicht, der Henle-Schicht.

Im Inneren der Follikel befinden sich zahlreiche Zellen, darunter Hornzellen, die für das Wachstum der Haare verantwortlich sind. Die in den Haarfollikeln befindlichen Melanozyten bilden das Pigment als Farbe der Haare aus. Im Alter können die Melanozyten geschwächt werden oder absterben. Sie bilden dann keine Pigmente mehr aus. In den Haarschäften lagern sich Luftbläschen ein. In der Folge werden die Haare grau oder weiß.

In den Haarfollikeln befinden sich auch feine Nervenfasern. Sie dienen dem Tastsinn und steuern die Haarbalgmuskeln. Wenn Sie frieren oder bei einer Reaktion wie Ekel oder Erregung sorgen die Nervenfasern dafür, dass sich die Haare durch die Haarbalgmuskeln aufstellen. Es kommt zur typischen Gänsehaut.

Der Wachstumszyklus der Haare

Die Haarfollikel spielen eine wichtige Rolle für das Wachstum der Haare und für die Wachstumsphasen. Sie versorgen die Haare mit Nährstoffen. Die Haare durchleben einen Wachstumszyklus, der aus drei Phasen besteht:

  • Wachstumsphase (Anagenphase), in der sich ungefähr 82 Prozent der Haare befinden. Die Haare werden in dieser Phase gut mit Nährstoffen versorgt. Diese Phase kann zwei bis sechs Jahre dauern.
  • Übergangsphase (Katagenphase), in der sich etwa 2 Prozent der Haare befinden. Die Haarfollikel stellen die Nährstoffversorgung der Haare ein. Die Haare wachsen in dieser Phase nicht mehr. Sie gehen in die Ruhephase über. Diese Phase erstreckt sich über zwei bis drei Wochen.
  • Ruhephase (Telogenphase), in der sich ungefähr 16 Prozent der Haare befinden. Die Haare fallen aus, während sich die Follikel regenerieren, um neue Haare zu bilden. Die alten Haare machen Platz für die nachwachsenden Haare. Der Wachstumszyklus vollzieht sich von vorn.

Sie können den Wachstumszyklus der Haare nicht beeinflussen und die Wachstumsphasen der Haare nicht verlängern. Die Dauer des Wachstumszyklusses ist genetisch vorprogrammiert. Allerdings kann sich durch verschiedene äußere Einflüsse die Wachstumsphase der Haare verkürzen. Die Follikel können zahlreiche Wachstumszyklen durchlaufen. Sterben die Follikel ab, endet der Wachstumszyklus eines Haares.

Follikel an verschiedenen Körperstellen

Nicht nur auf dem behaarten Kopf, sondern am gesamten Körper befinden sich Haarfollikel. Nicht alle bilden tatsächlich Haare aus oder bringen nur verkümmerte Haare hervor. Haare wachsen an den Augenbrauen, in Form der Wimpern, im Bartbereich, an den Achseln und im Genitalbereich. Zusätzlich können Haare an den Armen, an den Beinen und vor allem bei Männern auch auf der Brust und auf dem Rücken wachsen. Das Wachstum von Haaren an verschiedenen Körperregionen ist genetisch bedingt.

Was passiert bei einer Schädigung der Follikel?

Durch verschiedene Faktoren können die Haarfollikel geschädigt werden:

  • starke mechanische Beanspruchung der Haare
  • ungesunde und einseitige Ernährung, bei der die Follikel und die Haare nicht genügend mit Nährstoffen versorgt werden
  • aggressive Pflegeprodukte und zu heißes Föhnen
  • Erkrankungen der Kopfhaut und der Follikel, beispielsweise Haarbalgentzündung
  • Verletzungen, Verätzungen, Verbrennungen oder Verbrühungen, die zu einer Zerstörung der Follikel führen.

Sind die Follikel geschädigt, können sie keine kräftigen Haare mehr ausbilden. Die Haare werden immer dünner. Setzt sich die Schädigung fort, können die Follikel absterben und keine Haare mehr hervorbringen. Die Follikel sterben sofort ab, wenn sie durch Verletzungen, Verätzungen, Verbrennungen oder Verbrühungen geschädigt werden. Haare wachsen dann an den betroffenen Stellen nicht mehr. Überall dort, wo die Haarfollikel Haare hervorbringen, kann eine Schädigung der Follikel die Bildung der Haare einschränken.

Follikel verantwortlich für Haarausfall

Verantwortlich für den Haarausfall sind die Follikel. Sind sie geschädigt, sterben sie ab und bilden keine Haare mehr aus. Auch bei einem erblich bedingten Haarausfall sind die Haarfollikel geschädigt. Sie sind empfindlich gegen Dihydrotestosteron, das beim Abbau von Testosteron entsteht.

Sind die Follikel stark durch Dihydrotestosteron geschädigt, bilden sie immer schwächere Haare aus. Sie sterben ab. Es kommt zu den typischen Anzeichen von erblich bedingtem Haarausfall. Der Haaransatz weicht zurück. Geheimratsecken und eine Glatze am Oberkopf bilden sich.

Auch bei anderen Formen von Haarausfall wie dem diffusen Haarausfall, dem mechanischen Haarausfall oder dem kreisrunden Haarausfall sind die Follikel geschädigt.
Sind die Follikel noch intakt, können sie mit der geeigneten Behandlung wieder zur Bildung neuer Haare angeregt werden.

Fazit: Follikel sind verantwortlich für Haarwachstum

Die Haare sind mit zwiebelförmigen Gebilden, den Haarfollikeln, in der Kopfhaut verankert. Die Follikel sind kompliziert aufgebaut. Sie halten die Haare in der Kopfhaut, versorgen sie mit Nährstoffen und sind für das Haarwachstum verantwortlich. Sie verfügen auch über Melanozyten, die Pigmente für die Farbe der Haare bilden.

Sind die Haarfollikel geschädigt, können sie keine Haare mehr ausbilden. Haarausfall ist die Folge. Die Follikel sterben irgendwann ab und bringen keine Haare mehr hervor. Eine Schädigung kann durch verschiedene Faktoren hervorgerufen werden. Bei den ersten Anzeichen einer Schädigung besteht Handlungsbedarf. Noch intakte Follikel können wieder zur Bildung neuer Haare angeregt werden.