Haarausfall tritt in verschiedenen Formen auf. Ein vernarbender Haarausfall kann verschiedene Ursachen haben und unterschiedliche Ausprägungen annehmen. Für die Betroffenen ist ein vernarbender Haarverlust eine starke Belastung, da die Haare an den vernarbten Stellen nicht mehr nachwachsen. Wie sieht dieser Haarverlust aus und welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Was ist ein vernarbender Haarausfall?

Schreitet Haarausfall fort, da er nicht behandelt wird, sterben die Haarfollikel ab und bringen keine Haare mehr hervor. Bei einem vernarbenden Haarverlust treten an verschiedenen Bereichen des Kopfes kahle Stellen auf, an denen sich im weiteren Verlauf Narben bilden.

Diese kahlen Stellen können nicht nur die Kopfhaare, sondern auch den Bart, die Augenbrauen und die Körperhaare betreffen. Bei anderen Formen des Haarausfalls können sich wieder neue Haare bilden, wenn die Haarfollikel noch intakt sind.

An den Narben können jedoch keine Haare mehr wachsen. Diese Stellen bleiben auf Dauer kahl. Daher ist es umso wichtiger, bei den ersten Anzeichen von Haarverlust einen Arzt zu konsultieren, der die Ursache ermittelt und die entsprechende Behandlung einleitet. Ein vernarbender Haarverlust kann mitunter verhindert werden, wenn eine rechtzeitige Behandlung erfolgt. In frühen Stadien macht sich der Haarschwund mit

  • Rötungen und Jucken der Kopfhaut
  • Brennen und Schmerzen der Kopfhaut
  • Bläschen- oder Pustelbildung

bemerkbar.

An den betroffenen Stellen kann es auch zu Nässen, Eiterbildung und Schwellungen kommen. Bei einer rechtzeitigen Behandlung kann der Haarschwund gestoppt und eine Narbenbildung verhindert werden.

Seltene Form von Haarausfall mit verschiedenen Ursachen

Ein vernarbender Haarausfall kann durch Verletzungen, Verätzungen, Verbrühungen oder Verbrennungen hervorgerufen werden. Auf der Kopfhaut bilden sich größere Narben, an denen keine Haare mehr wachsen. Hinter einem Haarausfall mit Narbenbildung kann jedoch eine ernsthafte Erkrankung stecken. Das Erscheinungsbild ist abhängig von der Ursache:

  • Folliculitis decalvans als eitrige Entzündung der Haarfollikel, die durch Bakterien hervorgerufen wird. Auf der Kopfhaut bilden sich schmerzende rote Knötchen und Eiterpusteln, die im weiteren Verlauf vernarben. Die Vernarbungen können ineinander übergehen. Dieser Haarverlust kann durch eine Akne begünstigt werden.
  • Pilzinfektion der Kopfhaut (Tinea capitis), die tief in die Kopfhaut eindringen kann und sich mit juckenden, teigig anschwellenden Pusteln bemerkbar macht. Die betroffenen Stellen verhärten, werden kahl und vernarben.
  • Lichen ruber (Knötchenflechte) als Autoimmunerkrankung, die sich mit juckenden, aufgeworfenen roten Flecken zeigt. Die betroffenen Stellen vernarben, werden spiegelglatt und die Haarporen verschwinden.
  • Frontal fibrosierende Alopezie als Form von Lichen ruber, die sich am Haaransatz und teilweise auch an den Augenbrauen mit knötchenförmigen, bandförmig verlaufenden Rötungen zeigt. Die Haare fallen aus. An den kahlen Stellen bilden sich Narben. Der Haaransatz weicht zurück.
  • Lupus erythematodes als Autoimmunerkrankung mit roten, verhärteten Stellen, die in der Mitte vernarben
  • Pseudopelade Brocq als seltene Form, die vor allem bei Frauen im jüngeren Lebensalter auftritt. Zumeist treten im Schläfen- und Scheitelbereich unregelmäßig geformte kahle Stellen auf, die sich langsam entwickeln. Die betroffenen Stellen sind weißlich oder hellrosa verfärbt und sind durch eine dünne Haut gekennzeichnet. Sie erinnern mitunter an Fußspuren im Schnee. Die Ursache ist unbekannt.
    Auch bei einer Schuppenflechte auf der Kopfhaut (Psoriasis) kann ein vernarbender Haarausfall auftreten. Die Schuppenflechte wird durch eine Autoimmunerkrankung verursacht.

Diagnose durch den Hautarzt

Macht sich bei Ihnen ein vernarbender Haarverlust mit den entsprechenden Symptomen bemerkbar, sollten Sie einen Hautarzt konsultieren. Er schaut sich Ihre Haare und Ihre Kopfhaut an. Abhängig von der Ursache kann er teilweise schon an der Ausprägung erkennen, um welche Art von vernarbender Alopezie es sich handelt.

Verschiedene Formen des vernarbenden Haarausfalls sind jedoch selten. Nicht immer kann der Hautarzt sofort die Ursache erkennen. Er führt ein Anamnesegespräch und befragt Sie zu Vorerkrankungen, bekannten Erkrankungen, Einnahme von Medikamenten, Allergien und Unverträglichkeiten.

Er kann eine Blutuntersuchung vornehmen, um festzustellen, ob eine Autoimmunerkrankung vorliegt. Um die Ursache des Haarausfalls zu ermitteln, kann der Arzt eine Kopfhautbiopsie durchführen und die Probe mikroskopisch untersuchen. Ist eine Pilzinfektion die Ursache für den vernarbenden Haarausfall, kann der Arzt eine Pilzkultur anlegen, um die Art des Pilzes zu bestimmen.

Behandlung des Haarverlustes

Wie ein vernarbender Haarverlust behandelt wird, hängt von der Ursache ab. Trotz Behandlung können die Narben und die kahlen Stellen im Bereich der Narben nicht mehr verschwinden. Das Fortschreiten des Haarausfalls kann mit der richtigen Behandlung jedoch gestoppt werden.

Hin und wieder verschwindet ein vernarbender Haarausfall durch Spontanheilung von selbst wieder. Die Narben und die kahlen Stellen bleiben jedoch zurück. Eine solche Spontanheilung kann beispielsweise bei Pseudopelade Brocq auftreten. Allerdings kann die Erkrankung immer wieder auftreten.

Ist Lichen ruber oder Lupus erythematodes die Ursache für den vernarbenden Haarausfall, kann eine Behandlung mit Kortison erfolgen. Kortisonhaltige Präparate werden auf die Kopfhaut aufgetragen. In schwerwiegenden Fällen können die Kortisonpräparate auch in Form von Tabletten eingenommen werden.

Wird vernarbender Haarverlust durch Folliculitis decalvans verursacht, kann die Behandlung mit Antibiotika erfolgen. Auch wenn die Ursache erfolgreich behandelt wird, kann Folliculitis decalvans immer wieder auftreten.

Vernarbender Haarausfall, der durch eine Pilzinfektion verursacht wird, kann mit einem Breitband-Antimykotikum behandelt werden. Wurde der Pilz als Verursacher ermittelt, kann der Arzt ein spezielles Anti-Pilz-Medikament verordnen.

Um den Pilz erfolgreich zu bekämpfen, muss die Behandlung zumeist über einen längeren Zeitraum erfolgen. Häufig wird eine Pilzinfektion durch den Kontakt mit Katzen verursacht. Der Kontakt mit Katzen ist daher zu vermeiden.

Eine Haartransplantation eignet sich nur dann zur Behandlung, wenn der Patient über mehrere Monate oder sogar Jahre beschwerdefrei ist und keine neuen kahlen Stellen mehr auftreten. Die transplantierten Haare könnten sonst ausfallen.

Fazit: Viele Ursachen für Haarverlust mit Narbenbildung

Vernarbender Haarausfall tritt selten auf und hat verschiedene Ursachen. Neben Verletzungen, Verätzungen, Verbrennungen oder Verbrühungen kann vernarbender Haarverlust durch eine ernsthafte Erkrankung wie eine Infektion oder eine Autoimmunerkrankung ausgelöst werden. Nicht immer kann der Arzt die Ursache eindeutig ermitteln.

Die Art der Behandlung hängt von der Ursache ab. Um ein Fortschreiten des Haarausfalls zu verhindern, kommt es auf eine frühzeitige Behandlung an. Haben sich an den kahlen Stellen bereits Narben gebildet, wachsen dort keine neuen Haare mehr nach.