Haarausfall tritt in verschiedenen Formen auf und hat verschiedene Ursachen. Nicht immer sind die Ursachen krankhaft. Eine Form von Haarausfall ohne krankhafte Ursache ist der mechanische Haarausfall. Er tritt auf, wenn die Haare mechanisch zu stark beansprucht werden.

Nicht immer fallen die Haare aufgrund der mechanischen Belastung gleich aus. Häufig brechen sie dicht über der Kopfhaut ab. So entsteht das Erscheinungsbild eines Haarausfalls. Im Laufe der Zeit können die Haarfollikel jedoch aufgrund der mechanischen Beanspruchung verkümmern, was tatsächlich zu einem Haarausfall führt.

Bleibt die Beanspruchung dauerhaft bestehen, sterben die Haarfollikel ab. An den kahlen Stellen wachsen dann keine Haare mehr. Um das zu vermeiden, gilt es, die Haare nicht mehr zu strapazieren.

Ein mechanischer Haarausfall kann Menschen aller Altersgruppen treffen und tritt auf, wenn die Haare mechanisch stark beansprucht werden. Er kann sich in verschiedenen Formen zeigen und unterschiedliche Ursachen haben. Wie kann die mechanische Alopezie behandelt werden und lässt sie sich vermeiden?

Was ist mechanischer Haarausfall?

Die mechanische Alopezie beschränkt sich oft nur auf einen kleinen Bereich des Kopfes. Sie tritt dort auf, wo die Haare am stärksten mechanisch beansprucht werden. Die mechanische Beanspruchung der Haare kann durch verschiedene Faktoren ausgelöst werden:

  • Reibung durch häufiges Tragen von Schutzhelmen, Basecaps oder Mützen
  • häufiges Aufwickeln der Haare auf Lockenwickler
  • Ziehen an den Haaren beim Föhnen oder Glätten
  • Hochstecken der Haare
  • Zurückbinden der Haare zum Pferdeschwanz und Tragen von Haargummis
  • sehr langes und dickes Haar, das schwer nach unten hängt
  • zwanghaftes Ausreißen der Haare, bewusst oder unbewusst.

Die Haare können abbrechen, wenn Sie häufig eine Mütze, ein Basecap oder einen Schutzhelm tragen. Auch dann, wenn Sie Ihre Haare häufig auf Lockenwickler aufwickeln, hochstecken oder zum Pferdeschwanz binden, können die Haare dort, wo die Reibung auftritt, brechen. Dicht über der Kopfhaut brechen die Haare ab. Sie wachsen immer dünner nach, bis sie schließlich ausfallen. Die Haarfollikel verkümmern allmählich, bis sie absterben und keine Haare mehr hervorbringen.

Eine Sonderform des mechanischen Haarausfalls ist die Traktionsalopezie, die durch Ziehen an den Haaren beim Föhnen, Glätten, Aufwickeln auf Lockenwickler oder beim Zurückbinden der Haare auftritt. Durch den Zug verkrümmen sich die Haarfollikel. Sie bringen immer dünnere Haare hervor und sterben irgendwann ab.

Auch die Trichotillomanie, bei der die Haare bewusst oder unbewusst durch eine zwanghafte Störung ausgerissen werden, ist eine Form des mechanischen Haarausfalls und der Traktionsalopezie. Im Laufe der Zeit können große kahle Stellen auftreten.

Was tun, wenn die Haare ausfallen?

Nicht immer können Sie selbst unterscheiden, ob Ihre Haare abbrechen oder ausfallen. Bemerken Sie viele Haare auf Ihrer Kleidung, in Kamm oder Haarbürste, auf der Bettwäsche, im Duschabfluss oder auf dem Handtuch, besteht Handlungsbedarf. Achten Sie darauf, an welchen Stellen des Kopfes die Haare verstärkt abbrechen oder ausfallen.

Überlegen Sie, ob dort eine starke mechanische Beanspruchung vorliegt. Ein mechanischer Haarausfall kann verschwinden, wenn die mechanische Beanspruchung nicht mehr vorliegt. Verzichten Sie künftig auf das häufige Tragen einer Basecap oder auf Föhnen und intensives Ziehen an den Haaren, können sich die Haarfollikel wieder erholen. Die Haare können wieder nachwachsen.

Nichts spricht dagegen, wenn Sie sich hin und wieder die Haare auf Lockenwickler aufrollen oder zum Pferdeschwanz binden. Das sollte jedoch kein Dauerzustand sein, da die Haare zu stark mechanisch beansprucht werden. Binden Sie Ihr Haar zum Zopf zurück, sollten Sie es nicht zu straff binden.

Sie sollten Ihren Haaren Ruhe gönnen, damit sich die Haarfollikel erholen können. Müssen Sie beruflich bedingt häufig einen Schutzhelm tragen, sollten Sie darauf achten, dass er gut sitzt. Er darf nicht reiben oder drücken.

Liegt eine mechanische Alopezie vor, kann es sinnvoll sein, dass Sie die Haare kurz schneiden lassen. Sie müssen dann Ihre Haare nicht mehr föhnen, da sie schneller trocknen, und müssen sie auch nicht mehr zum Pferdeschwanz zurückbinden. Haben sich die Haarfollikel wieder erholt, können die Haare wieder kräftig nachwachsen.

Was tun bei Trichotillomanie?

Eine Trichotillomanie tritt häufig bereits bei Kindern auf, die das Vorschulalter noch nicht erreicht haben. Stehen Kinder stark unter Druck, fühlen sie sich nicht geliebt oder werden sie vernachlässigt, kann das zum zwanghaften Ausreißen der Haare führen. Auch ein traumatisches Ereignis wie eine Misshandlung kann das Ausreißen der Haare auslösen. Häufig bessert sich das Problem im Schulalter oder in der Pubertät. Eine Zwangsstörung oder ein traumatisches Ereignis kann auch im Schulalter oder im Erwachsenenalter zu einer Trichotillomanie führen. Die Betroffenen können gezielt Haare auswählen, die sie ausreißen. Sie können aber die Haare auch unbewusst ausreißen.

Liegt ein mechanischer Haarausfall in Form der Trichotillomanie vor, ist eine psychotherapeutische Behandlung erforderlich. Der Psychotherapeut muss die Ursache für die mechanische Alopezie als Trichotillomanie feststellen und die entsprechende Behandlung einleiten. Eine Behandlung kann als Gesprächs- oder Verhaltenstherapie erfolgen. Wurde die Trichotillomanie erfolgreich behandelt, kann sie wieder auftreten, wenn für den Betroffenen ein bestimmtes Ereignis eintritt.

Wie kann das Nachwachsen der Haare gefördert werden?

Ein mechanischer Haarausfall kann zurückgehen, wenn die Haare nicht mehr mechanisch beansprucht werden. Die Haare sollten Sie nicht mehr straff zurückbinden, auf Lockenwickler aufrollen oder mit Extensions strapazieren. Die Haarfollikel können sich wieder erholen, wenn Sie die Haare abschneiden lassen. Dann liegt keine mechanische Beanspruchung mehr vor.

Das Haarwachstum können Sie fördern, indem Sie eine PRP-Behandlung vornehmen lassen. Bei dieser Behandlung wird Ihnen Blut aus der Armvene entnommen und in die Kopfhaut, direkt an die Haarfollikel, gespritzt. Die Haare werden mit Nährstoffen und wachstumsfördernden Substanzen versorgt. Sind die Haarfollikel noch intakt, können sie wieder zur Bildung neuer Haare stimuliert werden.

Auch die Mesohairtherapie, bei denen Ihnen ein auf Ihre Haare abgestimmter Wirkstoffcocktail in die Kopfhaut gespritzt wird, oder das Microneedling mit feinen Nadeln können das Haarwachstum fördern. Noch intakte Haarfollikel werden wieder zur Bildung neuer Haare angeregt.

Das Haarwachstum lässt sich auf einfache Weise mit einer Haarkur fördern. Das gelingt mit Olivenöl, das Sie in die Kopfhaut einmassieren und mindestens eine halbe Stunde einwirken lassen. Am besten wirkt das Olivenöl über Nacht ein.

Mit warmem Wasser und einem milden Shampoo waschen Sie das Olivenöl aus. Diese Kur können Sie dreimal in der Woche anwenden. Olivenöl fördert die Durchblutung der Kopfhaut und versorgt die Haarfollikel wieder mit Nährstoffen. Die Haarstruktur kann verbessert werden.

Verschiedene pflanzliche Extrakte können zur Regeneration der Haarfollikel beitragen, die Haarstruktur verbessern und das Nachwachsen der Haare fördern. Solche Extrakte wie Hirseextrakt, Schachtelhalmextrakt oder Brennnesselextrakt sind als Tinkturen für die äußere Anwendung und als Kapseln für die innere Anwendung verfügbar. Um ein schnelles Nachwachsen der Haarfollikel zu fördern, können Sie die Extrakte gleichzeitig innerlich und äußerlich anwenden.

Alle diese Mittel bewirken keine Wunder, doch können sich die Haarfollikel wieder erholen. Für die innere Anwendung eignet sich Brennnesseltee, den Sie über den Tag verteilt trinken. Brennnesseltee eignet sich auch als Haarspülung nach dem Haarewaschen. Er muss nicht aus den Haaren ausgespült werden.

Kann eine Haarverpflanzung helfen?

Handelt es sich bei Ihrem Haarverlust um eine mechanische Alopezie, ist eine Haarverpflanzung sinnvoll, wenn die Haare nicht mehr nachwachsen. Haben sich größere kahle Stellen gebildet, können sie mit einer Haartransplantation wieder aufgefüllt werden. Sie sollten darauf achten, dass Sie die transplantierten Haare nicht mehr mechanisch beanspruchen. Bei einer Trichotillomanie ist eine Haarverpflanzung nur dann sinnvoll, wenn die Zwangsstörung erfolgreich behandelt wurde.

Mitunter sind die Haarfollikel bei einem mechanischen Haarausfall noch intakt, doch sind sie durch die starke Beanspruchung geschädigt. Die Haarfollikel müssen zur Bildung neuer Haare stimuliert werden. Nach ungefähr drei bis sechs Monaten wachsen die Haare wieder nach, wenn sich die Haarfollikel wieder erholt haben. Eine Haarverpflanzung ist dann nicht notwendig.

Für die Haartransplantation werden moderne, schonende Methoden angewendet. Die Haarfollikel werden von dort mit einer Hohlnadel ausgestanzt, wo sie am dichtesten wachsen. An den kahlen Stellen werden Kanäle geschnitten. Die Haarfollikel werden in die Kanäle eingesetzt. Die Haartransplantation bringt ein dauerhaftes Ergebnis, wenn die Haare nicht erneut mechanisch belastet werden.

Fazit: Haarverlust durch mechanische Beanspruchung ist behandelbar

Ein mechanischer Haarausfall liegt vor, wenn die Haare mechanisch stark beansprucht werden. Das kann durch das Tragen von Helmen oder Basecaps, straffes Zurückbinden zum Pferdeschwanz, Hochstecken der Haare oder starkes Ziehen beim Föhnen erfolgen.

Auch das zwanghafte Ausreißen der Haare, die Trichotillomanie, ist eine mechanische Alopezie. Die Haarfollikel verkümmern und bringen immer schwächere Haare hervor. Liegt die Belastung der Haare nicht mehr vor, können sich die Haarfollikel wieder erholen und neue Haare hervorbringen.

Sind die Haarfollikel jedoch stark geschädigt, sterben sie ab. Daher besteht Handlungsbedarf, damit die Haare wieder nachwachsen können. Mit der PRP-Behandlung mit Eigenblut können die Haarfollikel wieder zur Bildung neuer Haare angeregt werden.

Das Wachstum der Haare nach einem mechanischen Haarausfall lässt sich auch mit einer Mesohairtherapie oder Microneedling wieder anregen. Haarkuren mit Olivenöl oder pflanzlichen Extrakten können das Nachwachsen der Haare ebenfalls fördern.

Eine gesunde und ausgewogene Ernährung mit vielen Vitaminen fördert das Haarwachstum, da die Haarfollikel besser mit Nährstoffen versorgt werden. Alle diese Mittel eignen sich nur, wenn die Haarfollikel noch nicht abgestorben sind.

Eine Haartransplantation eignet sich zum Auffüllen der kahlen Stellen, wenn die Haarfollikel abgestorben sind. Bei einer Trichotillomanie kommt es auf den Zustand des Patienten an, damit die Haare nicht erneut ausgerissen werden. Wurden die Haare transplantiert, ist darauf zu achten, dass sie nicht mehr mechanisch beansprucht werden.