Haarersatz – Echthaar oder Kunsthaar

Haarersatz – Die ersten Assoziationen zum Thema Haarausfall sind häufig Bilder von Männern mit Geheimratsecken oder gar einer Halbglatze.

Tatsächlich sind Männer statistisch gesehen häufiger von stellenweise komplettem Haarausfall betroffen.

Insbesondere mit fortschreitendem Alter steigt die Wahrscheinlichkeit von vollständigem Haarverlust bei Männern.

Bei Frauen äußert sich der Haarausfall vor allem durch lichtes Haar, jedoch seltener durch vollständigen Haarverlust.

Haarverlust durch genetisch bedingte Krankheiten tritt jedoch bei beiden Geschlechtern etwa gleich auf. In diesem Fall kann Haarausfall sogar bei Kindern und Säuglingen stattfinden.

Was kann zu Haarausfall führen?

Prinzipiell ist Haarausfall ein natürlicher Prozess. Haare fallen aus, damit Neue und Gesunde nachwachsen können.

Haarersatz
Ein Gleichgewicht zwischen Haarwachstum und -verlust muss gegeben sein!

Wichtig ist, dass ein gutes Gleichgewicht zwischen Ausfall und Nachwuchs gegeben ist, als Anhaltspunkt spricht man von etwa 100 Haaren pro Tag.

Ist das nicht der Fall, so sollte nach den Gründen für den Haarverlust gesucht werden.

Es gibt unzählige Ursachen, die zu unverhältnismäßigem und unwiderruflichem Haarausfall führen können. Dabei sind einige nach wie vor nicht ausreichend erforscht; andere Mythen hingegen sind heutzutage bereits widerlegt.

Eine lückenlose Auflistung ist kaum möglich, da sich der wissenschaftliche Stand immer weiter verändert; es kommen neue Ursachen hinzu, während andere eventuell wegfallen.

Ein grober Überblick mit einigen ausgesuchten Beispielen kann der nachfolgenden Auflistung entnommen werden:

  • Alopezie: Alopezie ist der medizinische Fachbegriff für allgemeinen Haarausfall. Hierfür gibt es zahlreiche Ursachen. Im Allgemeinen wird diese Form des Haarausfalls durch Überreaktionen des Körpers verursacht.
    Zum Beispiel können sich die Haarwurzeln durch eine enzymatische Umwandlung des natürlich vorkommenden männlichen Hormons Testosteron entzünden und als Folge davon zu irreversiblem Haarverlust führen. Anders, als zu vermuten ist, kann diese Form sowohl bei Männern, als auch bei Frauen auftreten.
    Für Männer gilt allerdings ein höheres Risiko, da ihr Testosteronspiegel deutlich höher liegt, als bei Frauen. Auch keine eine Überreaktion des Immunsystems dazu führen, dass der Körper die eigenen Haarwurzeln angreift.
  • Haarausfall als Symptom vieler Krankheiten: Das Haarausfall mit der Fehlfunktion der Schilddrüse in Verbindung zu bringen ist, ist bereits bewiesen. Dabei kann dieser sowohl bei einer Über-, als auch Unterfunktion als Symptom auftreten.
    Auch Infektionskrankheiten können dazu führen, dass das Haare verhältnismäßig stark und unwiderruflich ausfallen, ebenso, wie genetisch vererbte Krankheiten und Gendefekte. Finnische Forscher haben zudem beobachtet, dass für Männer, die früh an starken Haarverlust leiden, ein höheres Risiko besteht, im weiteren Lebensverlauf unter Herzerkrankungen und Diabetes zu leiden.
  • Behandlungsnebenwirkungen: Der menschliche Körper reagiert vielfältig auf äußere Einflüsse. Durch die Einnahme von Medikamenten – hierzu kann im weitesten Sinn auch die Chemotherapie gezählt werden – zur Behandlung von Krankheiten werden dem Körper Fremdstoffe zugeführt.
    Mit einigen kommt das Immunsystem gut klar und ruft keine Nebenwirkungen hervor, mit anderen hat der Körper hingegen zu kämpfen. Neben klassischen Nebenwirkungen, wie sie üblicherweise der Packungsbeilage entnommen werden können, wird dort auch Haarausfall gelegentlich gelistet.
  • Stress: Dank des Fortschritts der Medizin kommen immer weitere Symptome von dauerhafter, psychischer Belastung zum Vorschein.
    Auch hier reagiert jeder Mensch anders, sodass dem Stress viele unspezifische Symptome zugeordnet werden können; hierzu zählen unter anderem Konzentrationsstörungen, Schlafprobleme, Gewichtsschwankungen und auch Haarausfall.
  • Falsche Ernährung: Ursache für Haarausfall muss nicht zwangsläufig eine Krankheit sein. Im besten Fall liegt lediglich ein Nährstoff- oder Eisenmangel vor, der durch eine Ernährungsumstellung oder durch die Einnahme von Zusatzpräparaten einfach in den Griff zu bekommen ist.
  • Einflüsse durch Pflege und Styling: Äußere Einflüsse, wie Hitze, durch Föhnen und Glätten, sowie Chemikalien, die durch Färben oder Dauerwellen auf die Kopfhaut gelangen, können ebenfalls zur Reizung der Haarwurzeln führen und somit Haarausfall verursachen.
    Auch eine falsche Auswahl von Pflegeprodukten oder allgemein grobe mechanische Belastung kann ursächlich sein.
  • Schwangerschaft: Anders als für Männer, gibt es für Frauen eine weitere mögliche Ursache von Haarausfall. Während der Schwangerschaft ist der Hormonhaushalt des Körpers ein anderer.
    Im Allgemeinen stellen Schwangere eher ein vermehrtes Haarwachstum fest. Wochen nach der Entbindung kommt es dann zu verstärktem Haarverlust. Das ist ein natürlicher Prozess und nicht weiter besorgniserregend.
    Auch während der Schwangerschaft kann es zu Haarausfall kommen. Insbesondere durch die zusätzliche Einnahme von Hormonen.

Was ist unter Haarersatz zu verstehen?

Die Antwort steckt bereits im Namen: es handelt sich um einen Ersatz des eigenen, natürlichen Haares.

Dabei zielt ein Haarersatz insbesondere darauf ab, ein optisch natürliches Haarbild zu schaffen, um Menschen mit Haarverlust beziehungsweise kahlen Kopfstellen ihre Lebensqualität wider zu geben.

Welche Möglichkeiten von Haarersatz sind aktuell geboten?

Die bekannteste und vermutlich auch die älteste Form des Haarersatzes ist die klassische Perücke. Bereits in Ägypten trug Kleopatra eine solche Haarpracht.

Auch später zu Zeiten der berühmtesten Komponisten, wie Bach oder Mozart war die Perücke in Mode und sogar ein Zeichen des Wohlstandes. Heute kann man diese Form von Haarersatz vor allem zwei Verbrauchertypen zuordnen.

Auf der einen Seite geht es dabei um Menschen, die aus den unterschiedlichsten Gründen in andere Rollen schlüpfen wollen bzw. müssen.

Auf der anderen Seite stehen wider rum Frauen und Männer, die durch einen Haarersatz wieder selbstbewusster durch den Alltag gehen wollen.

Bis heute hat sich die klassische Perücke enorm weiterentwickelt.

Es gibt Sie in unterschiedlichen Qualitätsstufen:

  • Kunst- oder Echthaar
  • Permanent haftend oder jederzeit abnehmbar
  • den gesamten Kopf bedeckend oder als Toupet auf eine Region beschränkt.

Den eigenen Wünschen und Vorstellungen sind keine Grenzen gesetzt. Dabei ist die Technik bereits so weit fortgeschritten und ausgeklügelt, dass der Haaransatz absolut natürlich aussieht.

Parallel zu dieser Entwicklung kamen auch vermehrt weitere Möglichkeiten von Haarersatz auf den Markt. Dabei zielen viele Behandlungsmethoden auf Haarausfall im Anfangsstadium ab, wo durch optische Hilfsmittel und Haarergänzungen ein volleres Haupthaar geschaffen werden soll.

Eine tatsächliche und bewährte Alternative zum klassischen Haaransatz ist jedoch die Haarverpflanzung. Dabei ist zu beachten, dass es sich hierbei um einen chirurgischen Eingriff handelt.

Aus einer gesunden Haarpartie am Kopf wird ein Hautlappen entnommen. Aus diesem werden Haarwurzeln auf kahle Kopfstellen überführt. Die offene Stelle am Kopf wird vernäht, sodass am Ende mit einer kleinen Narbe zu rechnen ist.

Haarersatz – eine Preis-Frage

Nicht ganz irrelevant bei der Entscheidung, „welcher Haarersatz ist der Richtige?“, sind die damit verbundenen Kosten. Die Preise variieren hier stark von Art und Anbieter.

Kommen wir zunächst zu Haarteilen, Perücken und Toupets: Entscheidend für die Preisbildung ist hier die Qualität, Haarlänge und –dichte, sowie der Service.

Während Kunsthaarperücken bereits ab 10 Euro online erhältlich sind, muss man bei echtem Haar mit mindestens dem 20-fachen, bei individuell auf die Kopfform angepassten Perücken sogar mit dem 100-fachen rechnen.

Einige Hersteller bieten zudem eine permanente und individuelle Betreuung an, bei der das Haarteil regelmäßig professionell gereinigt und zum Beispiel dem Alter entsprechend im Hinblick auf Farbe und Form verändert wird.

Auch gibt es hier die Möglichkeit das Produkt so zu wählen, dass auch im Hinblick auf sportliche Aktivitäten keine Einschränkungen gegeben sind.
Bei Haarverpflanzungen werden die Preise häufig in follikularen Einheiten angegeben.

Die Preise variieren hier aktuell zwischen 2 und 7 Euro. Je nach Ausmaß des Haarverlustest kommt man bei dieser Methode auf Kosten von bis zu 5.000 Euro.

Da es sich bei der Haarverpflanzung um einen chirurgischen Eingriff handelt, ist in dem Preis jedoch auch ausführliche Beratung und fachliche Vor- und Nachsorge enthalten.

Zum Teil können diese Kosten von Krankenkassen übernommen.

Wie hoch die Erstattungskosten sind und unter welchen Voraussetzungen diese geleistet werden, ist vom Versicherungsgeber festgelegt und sollten vorab erfragt werden.

Online-Foren für Betroffene

Das Angebot an Haarersatz-Möglichkeiten ist groß. Für jedes Problem gibt es unterschiedliche Lösungen. Es gilt abzuwägen, welche Lösung für einen selbst die Richtige ist. Die finanziellen Mittel müssen bei der Entscheidung berücksichtigt werden.

Haarersatz
In Foren Erfahrungsberichte mit Betroffenen austauschen

Erfahrungsberichte von mit-Leidenden können daher äußerst hilfreich sein. Im Internet gibt es einige Websites und Foren, die sich mit dem Thema Haarausfall beschäftigen.

Betroffene schildern hier ihre ganz persönlichen Lebensgeschichten, wie sie im Alltag damit klar kommen und welche Therapiemöglichkeiten tatsächlich helfen.

Es werden zudem Tipps gegeben, wie zum Beispiel durch Kopfbedeckungen, wie Mützen und Schals, kahle Stellen verdeckt werden können.
Auch Neuigkeiten zu Perückenherstellern oder Behandlungsmethoden werden auf solchen Seiten vorgestellt und diskutiert.

Zudem finden regelmäßig Events statt, die Menschen mit dem gleichen Problem zusammenbringen.

Neben einfachen Ausflügen und Informationsveranstaltungen, bei dem jeder die Chance bekommt sich persönlich mit gleichgesinnten auszutauschen, werden auch größere Aktionen, wie Modenshows mit von Haarausfall betroffenen Menschen, veranstaltet.

Eine kleine Auswahl solcher Seiten ist nachfolgend dargestellt:

  • haircoaching.de
  • alopezie.de
  • haarerkrankungen.de
  • haarausfall-stopp.com

Auch die Krankenkassen werden Möglichkeiten anbieten, sich mit anderen Betroffenen auszutauschen.

Insbesondere regionale Angebote von organisierten Gruppen müssen vor Ort angefragt werden.

Fazit

Im Allgemeinen gilt: den richtigen Weg gibt es nicht. Jedes Leidensbild ist individuell; somit sollte auch die in Betracht gezogene Lösung individuell angepasst sein.

Eine langfristig zufriedenstellende Lösung ist eine größere Investition, die nicht unbedacht getroffen werden sollte. Insbesondere ist abzuwägen, welche Alternative meinem Lebensstil optimal entspricht.

Einer Entscheidung zu Gunsten einer der Methoden sollte in jedem Fall eine ausführliche Beratung vorangegangen sein.

4.6 / 5