Werden auf Ihrem Kopf die Haare dünner, müssen Sie schnell handeln – mitunter leiden Sie an einer der vielen Haarausfall Arten. Doch um das Leiden richtig zu behandeln, sollten Sie wissen, um welche Form von Haarverlust es sich bei Ihnen handelt. In diesem Beitrag erhalten Sie einen fundierten Überblick über die verschiedenen Ausprägungen der Erkrankung.

Diffuser Haarausfall

Hierbei handelt es sich um einen Haarverlust, bei dem keine scharf abgegrenzten, kahlen Stellen entstehen. Er verteilt sich also gleichmäßig über Ihren Kopf. Im Anfangsstadium wirken die Haare dünner und verlieren an Volumen. Behandeln Sie den Haarausfall nicht oder zu spät, schimmert an einigen Bereichen schließlich die Kopfhaut durch.

Für die diffuse Alopezie sind oftmals ungünstige Lebensumstände verantwortlich. So führt häufig eine ungesunde Ernährung dazu, dass die Kopfhaare nicht mehr ausreichend mit Vitaminen und Mineralien versorgt werden. Damit verkürzt sich deren Wachstumsphase, wodurch sie vorzeitig ausfallen.

Doch auch psychischer Stress kann zu einer Nährstoffunterversorgung des Kopfhaars beitragen. Wollen Sie dieser Art von Haarverlust entgegenwirken, müssen Sie auf eine ausgewogene Ernährung setzen und sich im Alltag ausreichend Ruhephasen gönnen. Lassen Sie sich außerdem regelmäßig von einem Arzt untersuchen.

Einseitiger Haarausfall

Wie der Name bereits verrät, beschränkt sich diese Form von Haarverlust auf nur eine Kopfseite. Es handelt sich dabei um ein vergleichsweise seltenes Phänomen, wobei dafür mehrere Haarausfall Arten infrage kommen. Häufige Ursachen für dieses Leiden sind Autoimmunerkrankungen, Hautkrankheiten und psychischer Stress.

Um das Fortschreiten des Haarverlusts zu verhindern und etwaige Grunderkrankungen zu diagnostizieren, müssen Sie schnell handeln. Begeben Sie sich zum Arzt und lassen Sie sich gründlich untersuchen. Die Behandlung von diesen Arten von Haarausfall richtet sich nach der Ursache. Erfolge können Sie dabei aber unter anderem mit Mitteln wie Minoxidil, der Sauerstoff-Therapie sowie der PRP-Behandlung erzielen.

Erblich bedingter Haarausfall

Vom erblich bedingten Haarausfall sind in erster Linie Männer betroffen. Er nimmt zumeist an der Stirn seinen Anfang und breitet sich dann langsam über den gesamten Kopf aus. Es handelt sich dabei um einen Prozess der mehrere Jahre in Anspruch nimmt und sich ohne invasive Eingriffe nicht aufhalten lässt. Auch dann, wenn Sie auf einen gesunden Lebensstil setzen, können Sie die erblich bedingte Alopezie nicht stoppen.

Doch müssen Sie sich heute nicht mehr mit einer Glatze abfinden. Mittlerweile gibt es Techniken, mit denen sich die kahlen Bereiche wieder auffüllen lassen. Bei jenen Arten von Haarausfall erweist sich beispielsweise die Eigenhaarverpflanzung als erfolgversprechend.

Im Zuge des Eingriffs werden Haare von Ihrem Hinterkopf entnommen und an die kahle Stelle transplantiert. Um ein schönes Ergebnis zu gewährleisten, sollten Sie sich an eine erfahrene Fachkraft wenden. Wollen Sie der Operation nicht unterziehen, sollten Sie sich mit der Haarpigmentierung vertraut machen.

Sie kann dazu eingesetzt werden, kahle Stellen aufzufüllen, oder eine Kurzhaarfrisur zu simulieren. Für welche Variante Sie sich entscheiden, hängt von der Art des Haarverlusts sowie von Ihren Vorlieben ab. Es handelt sich hierbei um eine Technik, die sich bei verschiedenen Arten von Haarausfall anwenden lässt.

Geheimratsecken

Mit Geheimratsecken haben viele Männer im fortgeschrittenen Alter zu kämpfen. Denn der erblich bedingte Haarverlust nimmt in diesem Bereich seinen Anfang. Manchmal beschränkt er sich auf die Geheimratsecken, allerdings breitet er sich oft über den gesamten Kopf hinweg aus.

Wollen Sie dieses Szenario vermeiden, müssen Sie schon bei beginnendem Haarausfall aktiv werden. Dabei reicht es nicht aus, alleine die Symptome zu behandeln. Sie sollten stets der Ursache auf den Grund gehen. Denn viele Arten von Haarausfall können im Bereich der Geheimratsecken auftreten.

Am besten begeben Sie sich mit diesen Beschwerden zu einem Hautarzt. Er wird sich zuerst die Struktur von Haaren und Kopfhaut ansehen sowie eine Zupfprobe durchführen. Dadurch stellt er fest, ob bei Ihnen tatsächlich Haarverlust vorliegt.

Außerdem nimmt der Arzt eine Blutuntersuchung vor, um eine Grunderkrankung oder Mangelerscheinung auszuschließen – denn auch dies kann den Verlust der Haarpracht begünstigen. Für die Gesundheit der Haare ist es wichtig, dass Sie schnell handeln. Die Mehrzahl der verschiedenen Haarausfall Arten ist im Frühstadium gut behandelbar.

Kreisrunder Haarausfall

Die Ursachen des Kreisrunden Haarausfalls sind noch nicht vollständig geklärt. Mediziner gehen davon aus, dass dem Leiden eine fehlgeleitete Immunabwehr zugrunde liegt. Gekennzeichnet ist dieser Haarverlust durch scharf abgegrenzte, kreisrunde kahle Bereiche.

Er tritt in Schüben auf, sodass die Haare in nur kurzer Zeit ausfallen. Die haarlosen Bereiche können außerdem wachsen und sich zu einer Vollglatze verbinden – allerdings kommt es in einigen Fällen auch zu einer spontanen Besserung sowie zum Nachwachsen der Haare.

Ein gesunder Lebensstil ist mit einer positiven Prognose in Bezug auf den Verlauf des Leidens verbunden. Für den Kreisrunden Haarausfall gibt es aber bisher noch keine Erprobte Behandlung. Sie können lediglich die Symptome lindern. So entscheiden sich einige Menschen für die Mikro-Haarpigmentierung, um die kahlen Stellen aufzufüllen.

Mechanischer Haarausfall

Der Mechanische Haarausfall wird durch eine mechanische Belastung der Kopfhaut ausgelöst. Dabei muss es sich um eine dauerhafte und starke Beanspruchung handeln. Oft leiden Menschen, die sich ihre Haare häufig zu einem strengen Zopf zusammenbinden, unter diesen Arten von Haarausfall.

Wollen Sie dieser Form der Alopezie entgegenwirken, sollten Sie Ihre Frisur variieren und die Haarpracht öfters offen lassen. Auch kann sich ein Gang zum Friseur lohnen – er kann Ihnen einen Stil verpassen, der auch ohne das Zusammenbinden der Haare gut aussieht.

Jenes Leiden schreitet schrittweise voran. Dies hat den Vorteil, dass Sie es rechtzeitig erkennen und die richtigen Maßnahmen setzen können. Bemerken Sie, dass Ihnen im Bereich der Stirn oder auf dem Hinterkopf die Haare ausfallen, sollten Sie die mechanische Belastung der Kopfhaut sofort reduzieren.

Spannungshaarausfall

Bei diesen Arten von Haarausfall ist eine stark verspannte Muskulatur der Kopfhaut Schuld. Vor allem Männer verspannen bei Stress vermehrt die Schädelmuskulatur. Hält dieser Zustand an, kann er zur sogenannten Alopecia Contentionalis führen.

Seinen Anfang nimmt der Haarausfall im Bereich der Stirn, wobei häufig die Geheimratsecken betroffen sind. Er schreitet dann weiter in Richtung Tonsur vor. Der Spannungshaarausfall wird häufig von tiefen Stirnfalten begleitet, wobei auf der Kopfhaut manchmal helle, blutleere Stellen vorhanden sind.

Diese Arten von Haarausfall entstehen, aufgrund einer verminderten Durchblutung der Kopfhaut. Dies resultiert in einer verminderten Nährstoffzufuhr der Haarwurzeln, die daraufhin ausfallen. Nachweisen lässt sich das Leiden durch eine EMG-Messung beim Arzt.

Ebendiese zeigt an, wie stark Ihre Kopfhaut angespannt ist und ob sich diese in den Ruhetonus zurückführen lässt. Therapieren können Sie die Alopecia Contentionalis mit Entspannungstechniken wie dem Autogenen Training sowie mit Medikamenten – bei letztgenannter Methode verschreibt Ihnen der Arzt ein Muskelrelaxans.

Traktionsalopezie

Ähnlich wie der Spannungshaarausfall, entsteht der Traktionshaarverlust durch ein zu festes Ziehen an den Haaren. Diese Haarausfall Arten werden aber nicht nur durch strenge Zöpfe, sondern gleichermaßen durch ein unvorsichtiges Bürsten des Kopfhaars verursacht. Auch chemische Behandlungen zum Glätten der Haare können das Entstehen der Traktionsalopezie begünstigen.

Im Frühstadium macht sich der Haarverlust durch kleine, kahle Flecken im Bereich der Spannung bemerkbar. Dabei können bei jenen Haarausfall Arten alle Stellen auf der Kopfhaut betroffen sein – ihr Auftreten hängt maßgeblich von der Frisur sowie der Belastung ab. Zu den häufigen Begleiterscheinungen zählen abgebrochene Haare samt Pusteln.

Verschaffen Sie Ihrer Kopfhaut und Ihren Haaren keine Linderung, kann die Traktionsalopezie zum vernarbenden Haarausfall fortschreiten. Das Leiden wird dann irreversibel, wobei an den betroffenen Stellen keine Haare mehr wachsen.

Es ist also auch bei diesem Haarverlust frühzeitiges Handeln gefragt. Kommen auf Ihrem Kopf kahle Stellen zum Vorschein und leiden Sie zusätzlich unter Kopfschmerzen, müssen Sie Ihren Haaren Ruhe gönnen und sofort einen Arzt aufsuchen.

Trichotillomanie

Dieser Form von Haarverlust liegt ein psychisches Leiden zugrunde. Betroffene ziehen sich dabei die Haare aus der Kopfhaut. Um diese Haarausfall Arten zu stoppen, müssen Sie zuerst die Ursache behandeln. Bei der Trichotillomanie handelt es sich um eine Zwangsstörung, die einer Psychotherapie bedarf. Vielen Betroffenen hilft es, mit Gleichgesinnten zu sprechen, um so das Schamgefühl abzubauen.

Kriegen Sie das Leiden rechtzeitig in den Griff, stoppen Sie dadurch den Haarverlust, wobei die Haare vollständig wieder nachwachsen. Sind bei Ihnen aber bereits die Haarwurzeln betroffen, kann es etwas dauern, bis die Haarpracht sprießt. In diesem Fall können Sie die Zeit mithilfe der Haarpigmentierung überbrücken.

Vernarbende Haarausfall

Der Vernarbende Haarausfall wird durch Erkrankungen der Kopfhaut verursacht. Ein häufiger Grund ist unter anderem eine Pilzerkrankung. Zu Beginn mach sich diese durch einen leicht geröteten, juckenden Bereich bemerkbar. Mit der Zeit wird die Stelle immer größer, wobei sie auch in tiefere Hautschichten vordringt. Dort greift sie im schlimmsten Fall die Haarwurzeln an, wobei sich darüber Narbengewebe bildet.

Eine weitere, wenn auch seltene Ursache für diese Haarausfall Arten ist Folliculitis Decalvans. Hierbei handelt es sich um die Folge einer chronischen Haarbalgentzündung, wobei sie den Verlust der Haare und eine anschließende Vernarbung des Gewebes auslöst. Noch ist Medizinern die Ursache für dieses Leiden nicht bekannt – es wird derzeit bei Betroffenen aber von Immundefekten ausgegangen.

Sehr selten ist auch Pseudopelade Brocq. Dieser Haarausfall macht sich zu Beginn durch glänzende rosa-weiße Stellen auf der Kopfhaut bemerkbar. Sie werden in einem Zeitraum von zwei Jahren stetig größer. Auf den vernarbten Flächen wachsen keine Haare mehr nach.

Fazit – Haarausfall richtig behandeln

Wollen Sie bei der Behandlung der Haarausfall Arten Erfolg haben, müssen Sie die richtige Therapie wählen. Diesbezüglich sollten Sie sich an einen Arzt wenden. Er kann nicht nur die Arten von Haarausfall diagnostizieren, sondern auch deren Ursache auf den Grund gehen.

Lassen Sie sich mit dem Arztbesuch nicht zu lange Zeit – denn die Mehrzahl der Leiden können Sie im Frühstadium gut behandeln, sodass selbst auf kahlen Stellen in absehbarer Zeit wieder Haare sprießen.