Für die meisten Menschen stellt Haarausfall ein kosmetisches Problem und eine psychische Belastung dar. Er kann in verschiedenen Formen auftreten und unterschiedliche Ursachen haben. Nicht immer handelt es sich tatsächlich um einen Haarausfall. Abgebrochene Haare lassen oft den Eindruck eines Haarausfalls entstehen, vor allem, wenn sie kurz über der Kopfhaut abbrechen.

Sind größere Stellen davon betroffen, wirkt das Haar an diesen Stellen dünn. Mitunter können solche Stellen kahl erscheinen. Auch wenn die Haare nicht ausgefallen, sondern nur abgebrochen sind, sollten Sie das Problem nicht einfach als gegeben hinnehmen. Sie sollten der Sache auf den Grund gehen und einen Dermatologen konsultieren.

Wie sehen abgebrochene Haare aus?

Brechen die Haare ab, ist das für die meisten Menschen ein Alarmsignal. Ähnlich wie bei einem Haarausfall befinden sich im Kamm, auf der Kleidung und im Duschabfluss viele Haare. Anders als bei einem Haarverlust, bei dem die Haare mit der Wurzel ausfallen, sind die Haarwurzeln noch in der Kopfhaut vorhanden, wenn die Haare abbrechen.

Sie sollten die ausgefallenen Haare genauer anschauen. Ist keine weißliche, knollenförmige Verdickung an einem Ende der Haare erkennbar, handelt es sich nicht um einen Haarausfall. Die Haare sind dann nur abgebrochen. Die Haare können in unterschiedlichen Längen abbrechen. Sie brechen dicht über der Kopfhaut oder auf dem Haarschaft ab. Der Haarschaft ist der Teil der Haare, der über der Kopfhaut sichtbar ist.

Warum brechen die Haare ab?

Die häufigste Ursache von abgebrochenen Haaren ist eine zu starke mechanische Beanspruchung der Haare. Sie kann verschiedene Ursachen haben:

  • Reibung am Haarschaft durch Tragen einer Mütze, eines Basecaps oder eines Helms
  • starkes Ziehen an den Haaren durch straffes Zurückbinden bei Duttfrisur oder Pferdeschwanz
  • häufiges Ziehen an den Haaren beim Kämmen, Bürsten oder Föhnen
  • Aufwickeln der Haare auf Lockenwickler
  • Tragen von Extensions
  • aggressive Substanzen, beispielsweise bei Dauerwelle oder häufigem Färben.

Die Haare brechen dort ab, wo sie am meisten beansprucht werden. Binden Sie Ihr Haar häufig mit einem Gummi zurück, da Sie einen Pferdeschwanz tragen, können die Haare auch über dem Gummi abbrechen.
Sie sollten Ihre Frisiergewohnheiten analysieren, wenn Sie abgebrochene Haare bemerken.

Treffen alle diese genannten Faktoren bei Ihnen nicht zu, kann auch eine Krankheit der Haare oder eine Mangelerscheinung die Ursache für die abgebrochenen Haare sein. Es gibt verschiedene Haarschaftanomalien, bei denen die Haarstruktur verändert ist. Der Haarschaft hat brüchige Stellen, an denen die Haare abbrechen. Auch bei einem Vitamin- und Mineralstoffmangel können die Haare stumpf und brüchig werden. Abgebrochene Haare können die Folge sein.

Was tun, wenn die Haare abbrechen?

Brechen bei Ihnen die Haare ab, sollten Sie einen Hautarzt konsultieren. Er schaut sich Ihre Haare und Ihre Kopfhaut an. In einem Anamnesegespräch befragt er Sie zu bekannten Erkrankungen, zu Ihren Lebens- und Ernährungsgewohnheiten, zu Allergien und Unverträglichkeiten, zur Einnahme von Medikamenten und Ihren Frisiergewohnheiten.

Er kann Ihnen Haare auszupfen und unter dem Mikroskop untersuchen. So kann er feststellen, ob eine Haarschaftanomalie als Ursache für die brechenden Haare vorliegt. Anhand einer Blutuntersuchung kann er ermitteln, ob Sie unter einer Erkrankung oder einem Mangel an Vitaminen und Mineralstoffen leiden.

Wie werden brechende Haare behandelt?

Wie abgebrochene Haare behandelt werden, hängt von der Ursache ab. Werden Ihre Haare mechanisch stark beansprucht oder durch falsche Pflege zu stark strapaziert, reicht es oft aus, die Haare einfach kurz zu schneiden. Die mechanische oder chemische Belastung liegt dann nicht mehr vor. Die Haare haben Zeit, sich wieder zu erholen und gesund nachzuwachsen.

Bei einer Haarschaftanomalie entscheidet der Arzt, welche Behandlung geeignet ist. Mitunter kann eine medikamentöse Behandlung erfolgen. Liegt ein Mangel an Vitaminen und Mineralstoffen vor, sollten Sie Ihre Ernährung umstellen. Sie sollten abwechslungsreich essen und darauf achten, dass Ihre Ernährung reich an Vitaminen ist. Mit Nahrungsergänzungsmitteln können Sie Ihrem Körper zusätzlich solche Nährstoffe zuführen.

Können brechende Haare auch zu Haarverlust führen?

Brechen die Haare ab, kann ein mechanischer Haarausfall vorliegen. Die Haarfollikel können dauerhaft geschädigt werden. Sie bringen immer schwächere Haare hervor. Die Wachstumsphasen der Haare verkürzen sich. Eine Form des mechanischen Haarausfalls ist die Traktionsalopezie, bei der die Haare durch Ziehen stark beansprucht werden.

Die Haarfollikel verkrümmen sich und werden immer schwächer. Ziehen Sie nicht an der Reißleine, wenn Sie abgebrochene Haare bemerken, können die Haarfollikel irgendwann absterben und keine Haare mehr ausbilden. Um das zu vermeiden, sollten Sie dafür sorgen, dass sich Ihre Haarfollikel wieder erholen können.

Wie kann das Nachwachsen der Haare gefördert werden?

Das Nachwachsen der Haare können Sie fördern, indem Sie auf aggressive Substanzen wie Dauerwelle oder Farbe verzichten. Mitunter ist auch der Wechsel des Shampoos sinnvoll. Sie sollten zu einem milden, möglichst natürlichen Shampoo greifen. Ihre Haare sollten Sie möglichst nicht föhnen. Mit verschiedenen Pflanzenextrakten können Sie zu einem gesunden Wachstum der Haare beitragen.

Geeignet sind Brennnesselextrakt, Schachtelhalmextrakt oder Hirseextrakt. Ein pflanzliches Öl wie Olivenöl oder Arganöl kann das Nachwachsen der Haare fördern. Es wird eine Stunde vor dem Haarewaschen auf die Kopfhaut aufgetragen. Sie sollten eine solche Haarkur zwei- bis dreimal wöchentlich anwenden.

Fazit: Brechende Haare haben verschiedene Ursachen

Abgebrochene Haare sind noch kein Haarausfall, doch können sie zu einem Haarausfall führen, wenn Sie nichts dagegen tun. Die Haarfollikel können geschädigt werden und irgendwann keine Haare mehr ausbilden. Zumeist ist eine zu starke mechanische Beanspruchung die Ursache für brechende Haare.

Die Haare brechen oft dicht über der Kopfhaut ab. Auch Dauerwellen oder häufiges Färben können die Haare brüchig machen. Mitunter handelt es sich auch um eine Haarschaftanomalie oder um einen Mangel an Vitaminen und Mineralstoffen. Sie sollten zum Hautarzt gehen, der die Ursache ermittelt und die entsprechende Behandlung vornimmt. Mit einer Änderung Ihrer Pflegegewohnheiten können sich die Haare wieder erholen und gesund nachwachsen.