Kreisrunder Haarausfall Behandlung

Kreisrunder Haarausfall Behandlung – Das Haarwachstum verläuft immer in drei Schritten. Die anagene, katagene und telogene Phase.

Was in diesen Phasen genau passiert, erfahren Sie hier:

Anagene Phase

Die Papille bildet den Ursprung der Haarwurzel. Sie ist an Blutgefäße gebunden um mit allen notwendigen Nährstoffen versorgt zu werden. Durch die Versorgung entstehen zahlreiche Zellen.

Kein schönes Bild

Da sich immer neue Zellen bilden, werden diese Stück für Stück entlang der Haarwurzel nach oben geschoben. Sind die Zellen nicht mehr an die Wurzel gebunden sterben sie ab.

Das Absterben hat eine Verhornung zur Folge. Diese Verhornung ist extrem stabil, schiebt sich aus der Kopfhaut heraus und ist als Wurzel sichtbar.

Je länger ein Haar in der ersten Phase verweilt, desto länger ist das Haar selbst. Auf dem Kopf können die Haare zwischen zwei und sechs Jahren in der ersten Phase verweilen.

Katagene Phase

Die katagene Phase ist eine Übergangsphase. In dieser Phase findet fast keine Nährstoffversorgung mehr statt.

Die Haarfollikel verhornen in diesem Stadium. Lediglich ein bis zwei Prozent der Haare befinden sich in dieser Phase.

Telogene Phase

In dieser Phase findet überhaupt kein Haarwachstum mehr statt. Es bilden sich bereits neue Papillen und Follikel können regenerieren.

In der telogenen Zeit kommt es auch zu vermehrten Haarausfall. Das macht sich zum Beispiel beim Haare Waschen oder Kämmen bemerkbar.

Ganze 15 Prozent der Haare befinden sich zwischen sechs bis zwölf Wochen in dieser Phase.

Welche Ursachen hat kreisrunder Haarausfall?

Die Ursachen für einen kreisrunden Haarausfall sind noch nicht eindeutig geklärt. Häufig ist ein gestörtes Immunsystem vorausgehend. Dabei greifen körpereigene Immunzellen die Haarfollikel an, was zu einer raschen Entzündung führt. Es kommt zum Haarausfall.

Meist wird auch die Genetik für den Haarausfall verantwortlich gemacht. Leiden Eltern an kreisrundem Haarausfall, können Kinder mit einer Wahrscheinlichkeit von bis zu sechs Prozent ebenfalls daran erkranken.

Bestimmte Krankheiten wie das „Downsyndrom“ begünstigen die Wahrscheinlichkeit an kreisrundem Haarausfall zu erkranken.

Nicht selten findet eine Kombination zahlreicher Beschwerden statt, hierzu zählen unter anderem:

  • Heuschnupfen
  • Asthma
  • Pigmentstörung
  • Schuppenflechte

Auch die Psyche kann einen Einfluss auf den Ausbruch von kreisrundem Haarausfall nehmen. Zudem wird der Ausfall häufig mit vermehrtem Stress in Verbindung gebracht.

Was ist kreisrunder Haarausfall?

Kommt es an mehreren Stellen zum plötzlichen Haarausfall spricht man von „Alopecia Areata“, auch kreisrunder Haarausfall genannt.

Die kahlen Stellen haben meist eine runde oder ovale Form. In der Regel sind junge Menschen von kreisrundem Haarausfall betroffen. Auch ein familiärer Zusammenhang hat einen Einfluss auf die Erkrankung. Allein in Deutschland sind über eine Millionen Menschen an „Alopecia Areata“ erkrankt.

Nicht selten bildet sich der kreisrunde Haarausfall innerhalb von drei Jahren von alleine zurück. Allerdings bedeutet ein Rückzug nicht, dass die Krankheit nicht erneut ausbrechen kann.

Je nach Ausprägung unterscheidet man zwischen unterschiedlichen Formen, diese sind:

  • Alopecia areata unilocularis: Ausfall an einer Stelle
  • Alopecia areata multilocularis: Ausfall an mehreren Stellen
  • Alopecia areata subtotalis: Fast ein kompletter Ausfall des gesamten Kopfhaares
  • Alopecia areata totalis: Ausfall des gesamten Haares
  • Alopecia areata universalis: Ausfall der gesamten Körperhaare

Symptome kreisrunder Haarausfall

Ein kreisrunder Haarausfall bringt eindeutige Symptome mit sich. Auffällig sind die kreisrunden, ovalen und kahlen Stellen an sämtlichen Kopfbereichen. Der Ausfall kann in Form von Flecken oder komplett kahlen Stellen auftreten.

Nicht selten werden die kahlen Stellen von kurzen, dicken Haaren eingegrenzt. Häufig sind die Haare an der Wurzel deutlich dünner als an der Haarspitze selbst. Man bezeichnet diese Form auch als „Ausrufezeichen-Haare“. Diese Ausrufezeichen sind bereits geschädigt und fallen nach einiger Zeit ebenfalls aus.

Kreisrunder Haarausfall ist am Kopf zwar unmittelbar sichtbar kann aber auch an anderen Stellen auftreten. Bart-, und Scharmbehaarung, Augenbrauen und Wimpern können ebenfalls erkranken.

Die Liste an Symptomen ist lang. So können auch Fingernägel geschädigt werden. Wie bereits erwähnt tritt der Haarausfall auch in Kombination mit anderen Krankheiten auf wie zum Beispiel der Schuppenflechte oder der Weißfleckenkrankheit.

Gibt es eine Behandlung gegen kreisrunden Haarausfall?

Kreisrunder Haarausfall muss nicht unbedingt behandelt werden. Ist der Ausfall noch relativ schwach ausgeprägt bilden sich die Stellen meist von alleine zurück.

Es kann helfen zunächst geduldig zu sein. Bei 80 Prozent der Patienten kann es zu einer Spontanheilung kommen. Erfolgt nach mehreren Monaten keine Besserung, sollte eine Therapie in Erwägung gezogen werden. Vor allem bei Kindern empfiehlt es sich, nicht sofort zu reagieren.

Auf Wunsch kann eine äußerliche Behandlung mit Cremes, Schaum oder Lösungen stattfinden. Eine Alternative ist die innerliche Behandlung mittels der Gabe von Tabletten.

Auch Kortison ist ein beliebtes Mittel zur Behandlung von kreisrundem Haarausfall. Dabei wird das Kortison direkt unter die Haut gespritzt. Es ist jedoch darauf hinzuweisen, dass nach Beendigung der Therapie ein erneuter Haarausfall stattfinden kann.

Alle Methoden sollten stets unter ärztlicher Kontrolle erfolgen.

Aber welche Behandlung ist die geeignetere?

Eine Therapie kann auf unterschiedlichen Wegen erfolgen. Wer an leichtem Haarausfall leidet, kann die Behandlung eigenständig mittels Zinktabletten durchführen.

Auch Homöopathie oder alternative Hausmittel können im Anfangsstadium helfen. Wer seit längerem an kreisrundem Haarausfall leidet sollte sich in professionelle Hände begeben.

Während Hausärzte zunächst eine ausführliche Diagnose stellen, sollte die Behandlung selbst bei einem Facharzt erfolgen.

Wichtig: Es empfiehlt sich für jede Methode einen entsprechenden Spezialisten aufzusuchen.

Welche Behandlung die geeignete ist, wird gemeinsam mit dem Arzt entschieden.

Mögliche Behandlungsformen:

Kreisrunder Haarausfall Behandlung: Tabletten

Eine Behandlung mittels Tabletten eignet sich vor allem dann, wenn sich die Krankheit im Anfangsstadium befindet. Zinktabletten wirken entzündungshemmend. Allerdings kann ein Erfolg nicht garantiert werden.

Bei ausgeprägtem Haarausfall muss der Arzt aggressivere Mittel verschreiben. Diese Medikamente enthalten „Kortikoide“. Kortikoide bekämpfen Entzündungen.

Sie sind aber umstritten, da sie einen negativen Einfluss auf das Immunsystem haben. Eine gestörte Wundheilung, Stoffwechselstörungen und Infekte sind die Folge.

Cremes

Die oben genannten und umstrittenen Kortikoide sind auch in Form von Cremes und Lösungen erhältlich. Bekannte Wirkstoffe sind beispielsweise:

• Clobetasol
• Mometason
• Betamethason

Die Behandlung mit diesen Wirkstoffen sollte maximal drei Monate erfolgen. Auch hier ist ein Erfolg nicht garantiert.

Kreisrunder Haarausfall Behandlung: Immuntherapie

Als letzte Instanz kann eine äußerliche Immuntherapie erfolgen. Hierfür wird das Mittel „Diphenylcyclopropenon“ (DCP) verwendet. DCP löst eine „Kontaktallergie“ aus.

Diese Allergie führt zu neuem Haarwachstum. Vor der Gabe von DCP wird eine Lösung auf die Haut aufgetragen. Erst dann erfolgt die eigentliche Behandlung. Dabei wird der Wirkstoff wöchentlich, unterschiedlich dosiert auf die Haut aufgetragen.

Allerdings sind Nebenwirkungen wie Rötungen, Juckreiz und geschwollene Lymphknoten eine automatische Folge. Die Therapie ist erfolgsversprechend. Die Haare wachsen meist innerhalb von ein bis sechs Monaten nach.

Eine DCP- Behandlung gilt als „alternative Heilung“ und kann starke Nebenwirkungen, wie zum Beispiel eine Ekzembildung hervorrufen. Eine Behandlung mit DCP darf nur von geschulten Ärzten durchgeführt werden. Des Weiteren ist die Behandlung bei Kindern untersagt.

Weitere Methoden

Es gibt viele verschiedene Methoden

Die Möglichkeiten einer Behandlung sind groß. Auch die Therapie mittels UVA-Strahlung ist keine Seltenheit. Wer einen direkten Reiz setzen möchte, sollte sich für eine Behandlung mit „Dithranol“ entscheiden. Dithranol ist ein gängiges Mittel gegen Schuppenflechten und kann gegen kreisrunden Haarausfall wirken.

Ein weiteres Mittel, dass Einfluss auf das Immunsystem nimmt, sind „Thymuspeptide“. Sie sorgen für eine Regulation und sind in Form von Tabletten, Shampoos oder Lotionen erhältlich.

Welche schonenden Mittel gibt es gegen kreisrunden Haarausfall?

Gerade wer sich im Anfangsstadium der Krankheit befindet sollte auf aggressive Mittel verzichten. In der Homöopathie wird nahezu jeder Haarausfall als umkehrbar angesehen.

Kommt es zu einem Haarausfall ist der Körper im Ungleichgewicht. Die Gründe hierfür sind vielzählig. Meist kann mit einer Ernährungsumstellung, einer Behandlung des Darms und einer schonenden Kopfhautpflege bereits einiges erreicht werden.

Hausmittel haben keinerlei Nebenwirkungen und sind aggressiven Mitteln vorzuziehen. Welche das sind, erfahren Sie hier.

Die richtige Ernährung

Haarausfall kann auf einen Nährstoffmangel und eine Übersäuerung zurückzuführen sein. In der Homöopathie wird eine überwiegend basische Ernährung empfohlen.

Eine basische Ernährung verzichtet auf Lebensmittel die viel Säure enthalten. Dazu zählen unter anderem viele Milchprodukte, Zucker, fettiges Essen und Fleisch.

Viel Obst, Gemüse, gesundes Getreide und Nüsse können dem Haarausfall auf längere Sicht entgegenwirken.

Entsäuerung

Der Haarausfall ist meist mit einer Übersäuerung verbunden. Eine Übersäuerung wirkt sich negativ auf den Haarboden aus. Dem Haarboden werden alle wichtigen Mineralien entzogen.

Es kann also helfen, den Körper zu entsäuern. Das kann sowohl äußerlich als auch innerlich erfolgen. Man unterscheidet zwei gängige Methoden:

Innerliche Entsäuerung

  • Basische Tees
  • Viele Bitterstoffe (z.B. Brennnessel etc.)

Äußerliche Entsäuerung

  • Basenbäder
  • Basische Kopfhautpflege

Versorgung mit Mineralien

Haarausfall ist häufig mit einem Nährstoffmangel verbunden. Eisenmangel, Zinkmangel oder ein Mangel an Silizium können Auslöser für den Ausfall sein. Hat der Arzt einen Mangel festgestellt sollte die Ernährung umgestellt werden und hochwertige Präparate eingenommen werden.

Die richtige Kopfhautpflege

Es empfiehlt sich auf chemische Shampoos zu verzichten. Basische Haarpflegeprodukte können einem Ausfall entgegenwirken. Hier zählt die Devise: So wenig Inhaltsstoffe wie möglich.

Auch die tägliche Kopfmassage hat einen positiven Einfluss auf die Durchblutung der Kopfhaut. Spezielle Bürsten wie eine Bürste aus Wildschweinborsten kann das Wachstum fördern.

Gibt es Foren oder Selbsthilfegruppen?

Eine gute Nachricht: Betroffene sind nicht alleine. Im Internet kursieren jegliche Foren auf welchen sich Betroffene miteinander austauschen können.

Erkrankte finden hier Informationen und Erfahrungen zu einzelnen Präparaten, Trost oder Behandlungsempfehlungen. Es ist allerdings darauf hinzuweisen, dass die Betroffenen keine Mediziner sind und die Behandlung stets gemeinsam mit einem Arzt erfolgen sollte.

Fazit

Die Behandlung von kreisrundem Haarausfall muss nicht sofort stattfinden. In vielen Fällen bildet sich der Haarausfall bereits in den ersten Monaten zurück. Es ist wichtig die Ursache ausfindig zu machen.

Das kann zum Beispiel Stress, Nährstoffmangel oder die falsche Ernährung sein. Tritt im Verlauf keine Besserung auf, sollte sich in jedem Fall ärztliche Unterstützung gesucht werden.

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