Mittel gegen Haarausfall – eine Übersicht. Bis zu 100 Haare fallen täglich aus – das ist ganz normal. Auf dem Kopf wachsen 100.000 bis 150.000 Haare, jedes einzelne davon hat einen Lebenszyklus von 2 bis 7 Jahren.

In der Regel wird der Verlust abgestorbener Haare durch das Nachwachsen neuer Haare ausgeglichen.

Jahreszeitliche oder hormonelle Schwankungen können kurzfristig für vermehrten Haarausfall verantwortlich sein. Häufig pendelt sich das Haarwachstum nach einer Weile wieder von alleine ein.

Wenn Sie jedoch merken, dass über einen längeren Zeitraum hinweg vermehrt Haare ausfallen und das Haar dünner wird, ist es Zeit zu handeln.

Denn durchscheinende Kopfhaut und dünnes Haar sind kein „ganz normales“ Alterungsphänomen, sondern vielmehr ein Zeichen für ein Ungleichgewicht im Stoffwechsel. In vielen Fällen lässt sich dagegen mit wenig Aufwand wirksam etwas tun. Vor allem, wenn rechtzeitig gegen die Ursache des Haarausfalls vorgegangen wird.

Starke Haarwurzeln für gesundes, volles Haar

Gesundes, starkes Haar beginnt an der Kopfhaut – denn in ihr wurzeln die Haare. Oft ist die Ursache für vermehrten Haarausfall in einer Unterversorgung der Haarwurzeln mit wichtigen Nährstoffen zu suchen. Eine ausgewogene Ernährung ist somit die Grundlage vollen Haars. Radikale oder einseitige Diäten können das Haar schädigen und Haarverlust verursachen.

Um die Haarwurzeln bestmöglich mit Vitaminen, Mineralstoffen und anderen Nährstoffen zu versorgen, kommt es auf eine abwechslungsreiche Ernährung mit viel Obst und Gemüse an. Die Haarwurzeln werden gestärkt, wenn eine gute Durchblutung der Kopfhaut gewährleistet ist. Das gelingt mit einer gesunden Lebensweise, viel Bewegung und dem Verzicht auf Nikotin und Alkohol.

Mittel gegen Haarausfall No. 1 – Ausgewogene Ernährung

Auf dem täglichen Speiseplan sollte also ausreichend Gemüse und Eiweiß stehen. Eiweiß kann aus tierischen Quellen aufgenommen werden – Fleisch ist immer noch einer der besten Eiweißlieferanten – , aber auch pflanzliche Eiweißquellen stehen zur Verfügung, zum Beispiel Hülsenfrüchte und Soja.

Soja (zum Beispiel in Form von Tofu oder Sojamilch) hat noch dazu den Vorteil, natürliches pflanzliches Östrogen zu enthalten, das auf hormoneller Ebene ebenfalls wichtig ist für das Haarwachstum.

Vitamin A (Retinol) verleiht dem Haar Spannkraft und Geschmeidigkeit und ist beispielsweise in Möhren enthalten. B-Vitamine (Pantothensäure und Niacin) geben dem Haar Kraft. Wertvolle Vitamin-B-Lieferanten sind beispielsweise Hefe, Fleisch, Eigelb, Nüsse, Hülsenfrüchte und Getreide.

Eisen – ebenfalls in Fleisch enthalten, aber auch in grünem Gemüse – ist ein wichtiger Mineralstoff für die Haarwurzeln und dient zur Vorbeugung des Haarausfall bei Eisenmangel. Jedoch muss er zusätzlich durch die Aufnahme von ausreichend Vitamin C ergänzt werden. Vitamin C ist nötig zur Verstoffwechselung von Eisen und zum Beispiel in Zitrusfrüchten enthalten.

Da es im Alltag nicht immer möglich ist, alle Nährstoffe und Vitamine in ausreichender Menge und regelmäßig aufzunehmen, ist eventuell auch eine Ergänzung der Ernährung durch speziell abgestimmte Nahrungsergänzungsmittel sinnvoll.

Folgende Vitamine und Vitalstoffe sind essentiell für gesundes, volles Haar:

  • Vitamin A (Retinol)
  • Vitamin B 3 (Niacin)
  • Vitamin C – notwendig zur Verstoffwechselung von Eisen
  • Vitamin H (Biotin)
  • Zink
  • Eiweiß (insbesondere das Eiweiß Kreatin, aus dem Haare und Nägel bestehen)

Nahrungsergänzungsmittel / Präparate Gegen Haarausfall

Es gibt eine Reihe von Vitaminpräparaten, die in ihrer Zusammensetzung speziell für eine Unterstützung des Haarwuches abgestimmt sind. Sollte also ein Ernährungsmangel oder eine Unterversorgung der Kopfhaut und der Haarwurzeln mit bestimmten Nährstoffen die Ursache für dünner werdendes Haar sein, bieten sich folgende Präparate zur täglichen Einnahme an:

Pantovigar: Das Aufbaupräparat speziell für die Haare unterstützt die Nährstoffversorgung von Kopfhaut und Haarwurzeln. Diffuser Haarausfall wird reduziert und gleichzeitig das Wachstum neuer Haare stimuliert. Die Haarstruktur wird gekräftigt, sodass das Haar nicht nur voller, sondern auch gesünder wirkt. Pantovigar enthält Keratin – die Substanz, aus der Haare aufgebaut sind.

Ist nicht ausreichend Keratin im Stoffwechsel verfügbar, können folglich keine neuen Haare gebildet werden. Vitamine der B-Gruppe und Bierhefe versorgen die Haarwurzeln mit den Nährstoffen, die sie für ihre Funktion brauchen.

Priorin: Dieses Aufbaupräparat setzt ebenfalls direkt an der Haarwurzel an, unterscheidet sich jedoch in der Zusammensetzung.

Es enthält Hirseextrakt, Vitamin B5 (Pantothensäure) und L-Cystin, ein Bestandteil des Haarproteins Keratin.

Dieses kann in der Kombination mit den enthaltenen Vitaminen und Mineralstoffen von den Haarwurzeln besonders gut verstoffwechselt werden und ist eine gutes Mittel gegen Haarausfall.

So regt Priorin das Wachstum neuer Haare an und sorgt durch die gute Nährstoffversorgung der Haarwurzeln für eine feste Verankerung der bestehenden Haare in der Kopfhaut.

Sceilia: Dieser Mineralstoff ist auch unter dem Namen Kieselerde oder Schüßler-Salz Nr. 11 im Reformhaus oder der Apotheke erhältlich. Es enthält Silizium, ein Halbmetall, das in der Natur in Verbindung mit Sauerstoff vorkommt. Dieser Wirkstoff stärkt die Haare insbesondere wenn Stress und innere Unruhe die Ursache für die mangelnde Stoffwechselversorgung der Haarwurzeln sind, die in Haarverlust resultiert.

Angeboten wird es im Reformhaus zum Beispiel in Form eines Gels, das in Wasser aufgelöst eingenommen werden kann (von der Firma Hübner) oder in der Apotheke von DHU und anderen Herstellern homöopathischer Arzneimittel. Andere Hausmittel gegen Haarausfall sind in einem anderen Artikel zusammengestellt.

Weitere Kombinationspräparate

Biotin (das „Schönheitsvitamin“ H), Vitamin B und Zink sind zudem in verschiedenen Kombinationspräparaten in der Apotheke oder Drogerie erhältlich, zum Beispiel von Abtei, ratiopharm, Heumann und vielen anderen Anbietern.

Welche Zusammensetzung im Einzelfall die wirksamste ist, hängt von der individuellen Ursache des Haarausfalls ab. Im Zweifelsfall sollte ein Hautarzt konsultiert werden, um die Diagnose zu stellen und die Behandlung aufgrund der gegebenen Indikationen zu empfehlen.

Thiocyn: Das Thiocyn Haarserum ist ein relativ neues Produkt auf dem Markt und wurde mit Hilfe von Prof. Dr. Axel Kramer von der Universität Greifswald durch Grundlagenforschung entwickelt und die Wirksamkeit bereits in Studien bestätigt.

Alpecin: Zur lokalen Anwendung ist das Shampoo Alpecin bestimmt. Es enthält als Wirkstoff Koffein, der die Stoffwechseltätigkeit der Haarwurzeln anregt. Die regelmäßige Anwendung des Shampoos unterstützt den Haarwuchs – allerdings nur, wenn die notwendigen Nährstoffe im Stoffwechsel ebenfalls vorhanden sind.

In Kombination mit einer ausgewogenen Ernährung wirkt die regelmäßige Anwendung von Alpecin Shampoo wie ein Katalysator für volles, gesundes Haar.

Behandlungsmöglichkeiten bei hormonell bedingtem Haarausfall

Eine weitere häufige Ursache für vermehrten Haarverlust ist ein hormonelles Ungleichgewicht, das bei Männern wie bei Frauen auftreten kann. Häufig sind männliche Hormone (Androgene) Auslöser, entweder weil sie im Verhältnis in zu großer Menge im Hormonstoffwechsel auftreten, oder auch weil die Haarwurzeln aus Gründen der individuellen Konstitution besonders stark auf die vorhandenen Androgene reagieren.

Letzteres ist besonders oft bei Frauen der Fall. Doch auch hier gibt es wirksame, auch sanfte, natürliche Arzneien gegen Haarausfall, die Abhilfe schaffen können.

Tinkturen und Shampoos zur lokalen Anwendung: Damit nicht der gesamte Organismus mit den Wirkstoffen belastet wird, sondern die Wirkstoffe direkt an der Haarwurzel wirken können, sind lokale Anwendungen häufig das Mittel der Wahl. Dies hat den Vorteil, dass der Wirkstoff direkt dort aufgetragen wird, wo er benötigt wird, und keine langen Wege durch den Körper zurücklegen muss. Auf diese Weies sind bereits kleine Wirkstoffmengen hoch wirksam.

Regaine: Die Wirksamkeit dieser Haartinktur wurde in klinischen Studien nachgewiesen. Sie enthält den Wirkstoff Minoxidil, der für Männer wie für Frauen zugelassen ist. Diese Behandlung kommt vor allem infrage, wenn der Haarverlust durch einen Überschuss an männlichen Geschlechtshormonen (Androgenen) bedingt ist.

Das kann bei Männern und bei Frauen auftreten und ist eine Folge von Hormonschwankungen im Zusammenhang mit der körperlichen hormonellen Entwicklung, bei Frauen unter Umständen auch zyklusabhängig. Besonders gute Ergebnisse hat der Wirkstoff bei Frauen erzielt.

Ell-Cranell: Eine weitere Haartinktur zur lokalen Behandlung ist unter dem Namen Ell-Cranell in Apotheken erhältlich. Sie enthält den leicht hormonell wirksamen Wirkstoff 17-alpha-Estradiol. Zugelassen ist sie für die Behandlung von Männern und Frauen zur Stabilisierung eines hormonell bedingten androgenetischen Haarausfalls. Das heißt, ein Überschuss an männlichen Hormonen wird direkt an der Haarwurzel, wo er sich symptomatisch äußert, bekämpft.

Phytoöstrogene:

Zur oralen Einnahme bei androgenetischen Hormonstörungen bestimmt sind verschiedene Präparate mit pflanzlichen Östrogenen (auch Isoflavone genannt). Diese sind für Frauen gedacht, deren Hormonhaushalt zum Beispiel durch die Wechseljahre oder Zyklusstörungen aus dem Gleichgewicht geraten ist.

Im Unterschied zu synthetischen Hormonen (etwa im Rahmen einer Hormonersatztherapie mit verschreibungspflichtigen Hormonpräparaten) stellen pflanzliche Hormone eine sanfte Alternative dar. Pflanzliche Hormone sind sowieso in manchen Nahrungsmitteln enthalten – zum Beispiel Soja. Sie lassen sich jedoch auch als Nahrungsergänzungsmittel gezielt einnehmen.

Rezeptfrei im Handel erhältlich sind sie zum Beispiel als Rotkleekapseln von Zentrum oder Hexal, auch in homöpathischen Rezepturen der Firma WALA. Sojapräparate werden beispielsweise unter dem Namen Alsifemin oder Cimicifuga vertrieben.

Behandlungsmöglichkeiten bei Hautärzten

Bei länger andauerndem Haarverlust ist unbedingt auch der Besuch eines spezialisierten Hautarztes angeraten. Der Hautarzt wird in jedem Fall eine umfassende Diagnostik durchführen.

Je nach Indikation können verschreibungspflichtige Medikamente oder Haartinkturen dann Abhilfe schaffen. Zur Verfügung stehen zum Beispiel kortison- oder hormonhaltige Haartinkturen, die lokal auf der Kopfhaut wirken.

Daher können sie dort direkt ihre Wirkung entfalten. Zudem sind die Nebenwirkungen viel geringer als bei oraler Einnahme der Wirkstoffe. Doch auch Medikamente in Form von Tabletten oder Kapseln können angezeigt sein. Dies kann nur der Spezialist entscheiden.

Finasterid: Gegen hormonell bedingten Haarausfall bei Männern kann der Hautarzt beispielsweise ein Präparat mit dem Wirkstoff Finasterid verschreiben. Dieser Wirkstoff ist für Frauen allerdings nicht zugelassen.

Orale Kontrazeptiva: Für Frauen besteht die Möglichkeit, sich ein orales Kontrazeptivum („Pille“) mit antiandrogener Wirkung verschreiben zu lassen – sofern aktuell kein Kinderwunsch besteht können gegen Haarausfall helfen.

Es gibt verschiedene spezielle Formen von Haarverlust wie den kreisrunden oder den vernarbenden Haarausfall. Shampoos oder Tinkturen reichen zur Behandlung nicht aus, da diese Formen von Haarverlust eine krankhafte Ursache haben.

Der Hautarzt behandelt ursächlich, wenn er die Ursache ermittelt hat. Schnelles Handeln ist wichtig, damit der Haarverlust erfolgreich gestoppt werden kann. Ein vernarbender Haarausfall wird häufig mit Kortison behandelt. Er kann auch durch eine Pilzinfektion verursacht werden. In diesem Fall erfolgt die Behandlung mit einem Antimykotikum.

Haartransplantation als dauerhafte Lösung

Sind die Haarwurzeln irreparabel zerstört, kann ein spezialisierter Hautarzt schließlich auch die Möglichkeiten einer Eigenhaartransplantation erläutern. Da es sich hier um eine aufwendige Behandlung handelt, bedürfen Erfolgsaussichten und Kosten einer eingehenden Beratung.

Die Haartransplantation ist ein operativer Eingriff, der unter örtlicher Betäubung erfolgt. Der Hautarzt prüft anhand von Haaren, Kopfhaut und Blutuntersuchungen, ob der Patient für eine Haarverpflanzung geeignet ist. Für die Haartransplantation stehen moderne und schonende Methoden zur Auswahl.

Zumeist wird die FUE-Methode (Follicular Unit Extraction) angewendet. Die zu transplantierenden Haarfollikel werden meistens vom Hinterkopf entnommen, da sie dort in der Regel am dichtesten wachsen. Mit einer Hohlnadel stanzt der Arzt diese Haarfollikel aus.

Er bewahrt sie in einer Nährlösung auf, damit sie nicht absterben, wenn sie vom Körper getrennt sind. An den kahlen Stellen werden kleine Kanäle zur Aufnahme der Haarfollikel gestochen. In Wuchsrichtung werden die Haarfollikel in die Kanäle eingesetzt. Inzwischen gibt es bereits neuartige Methoden auf Basis der FUE-Methode. Sie werden mit feinen Instrumenten ausgeführt und bieten für den Patienten eine schnelle Heilung, verbunden mit einer hohen Haardichte.

Fazit

Gegen Haarausfall gibt es verschiedene Mittel. Eine gesunde, ausgewogene Ernährung führt zu einer besseren Nährstoffversorgung der Haarwurzeln als Basis für gesundes Haar. Die häufigste Form von Haarverlust ist der erblich bedingte Haarausfall. Zur Behandlung gibt es verschiedene Mittel wie Regaine, Ell-Cranell oder Priorin.

Viele dieser Mittel sind als Tinkturen oder Shampoos erhältlich, doch gibt es auch Mittel zur oralen Einnahme. Mitunter sind bei einem starken Haarausfall die Haarwurzeln bereits abgestorben. An den kahlen Stellen wachsen trotz verschiedener Behandlungsmöglichkeiten keine Haare mehr.

Ein dauerhaftes Ergebnis bringt die Haartransplantation. Bei einem starken Haarausfall sollte ein Hautarzt konsultiert werden. Er kann die Ursache ermitteln und die Behandlung entsprechend der Ursache vornehmen. Der Hautarzt kann spezielle Mittel zur Einnahme, aber auch als Tinktur verordnen.