Künstliche Wimpern – Nur Ästhetik oder auch nützlich?

Künstliche Wimpern – Als Wimpern werden die feinen Härchen bezeichnet, die sich bei Säugetieren unter- und oberhalb der Augen befinden.
Der medizinische Fachausdruck lautet Zilien bzw. lateinisch Cilia.

Die Wimpern werden zu den sogenannten Anhanggebilden der Haut gezählt. Darunter fallen außerdem noch die Augenbrauen sowie bei Männern die Barthaare.

Der Mensch verfügt über etwa 200 bis 400 Wimpern pro Auge. Davon befinden sich jeweils zwischen 150 und 250 am oberen und zwischen 50 und 150 am unteren Augenlid. Sie haben eine fein geschwungene Form mit leichter Biegung. Noch dazu sind sie besonders elastisch.

Die Wurzeln der Wimpern sind dabei von Talg- und Schweißdrüsen umgeben.

Die Zilien bestehen überwiegend aus der Hornsubstanz Keratin und stellen abgestorbene, verhornte Zellen dar. Nach einem Zyklus von etwa 100 bis 150 Tagen fallen die Wimpern aus und werden durch neue ersetzt.

Die benötigen ungefähr vier Wochen bis sechs Monate, um vollständig zu wachsen. Somit ist es nicht verwunderlich, dass der Mensch den Großteil der Zeit über Wimpern verfügt, die sich mitten im Wachstumsprozess befinden. Nur etwa zehn Prozent der Wimpern sind ausgewachsen.

Welche Funktion haben Wimpern?

Die Wimpern dienen dem natürlichen Schutz der Augen. Sie machen sich dazu einen automatischen Schutzreflex zu Nutze.

Wimpern sind wichtig für das Auge!

Sofern ein Schmutzpartikel – beispielsweise ein Staubkorn – oder auch ein Insekt die gebogenen Härchen berührt, greift der Schutzreflex des Auges und erwirkt einen Lidschlag.

Er findet auch dann Anwendung, wenn Schweiß in die Augen zu fließen droht. Noch dazu sind die Augen bei intensiver Lichteinstrahlung empfindlich. Die Wimpern stellen hier eine zusätzliche Schutzbarriere der Augen dar.

Den oberen Wimpern kommt dabei eine deutlich größere Bedeutung zu. Die feinen Härchen am Oberlid des Auges sind nämlich weitaus dichter und kräftiger als die Zilien am Unterlid.

Neben dieser Schutzfunktion erfüllen die Wimper seit jeher auch ästhetische Zwecke. So sind sie in vielen verschiedenen Kulturen seit Jahrhunderten im Fokus von Schönheitspraktiken.

Bedeutung für Mann und Frau?

Wimpernverlängerungen sind für Frauen eine weit verbreitete Technik zur Betonung der Augen. Doch auch für Männer gewinnt diese Methode an Beliebtheit.

In Japan liegt das Matsu-Eku voll im Trend. Dabei handelt es sich um eine Abkürzung des Begriffs Matsuge Extensions, der auf Deutsch Wimpernverlängerung bedeutet.

Diese Prozedur nimmt etwa eine Stunde in Anspruch und verfolgt einen eher dezenten Ansatz. Ziel ist nicht, mit besonders auffälligen Augen aus der Masse herauszustechen, sondern vielmehr eine Korrektur von Wimpern, denen es an Volumen mangelt.

Wieso fallen Wimpern aus?

Jeden Tag fallen beim Menschen mindestens fünf Wimpern aus. Grundsätzlich ist es also völlig normal, Wimpern zu verlieren. Bei wem dieses Phänomen aber verstärkt auftritt oder wer gar unter dem vollständigen Ausfall der Zilien leidet, der hat vermutlich Madarosis.

Dieser Begriff bezeichnet hauptsächlich den totalen Ausfall der Wimpern.

Daneben kommen noch weitere Krankheitsbilder in Frage:

  • eine Entzündung des Lidrands, die sogenannten Blepharitiden
  • der kreisrunde Haarausfall, Alopecia areata genannt
  • eine angeborene Fehlstellung der Augenlider
  • Lidhauterkrankungen wie Pigmentstörungen oder überflüssige Fetteinlagerungen (Xanthelasmen) oder auch Infektionen mit Herpes Simplex

Noch dazu fallen die Wimpern, so wie alle Haare, während der Chemotherapie aus. Auch bei einer Bindehautentzündung kann der Verlust der Wimpern auftreten. Nicht zuletzt ist zudem der Befall der Zilien mit Parasiten eine mögliche Ursache für deren Ausfall.

Die wohl häufigsten Gründe des Phänomens sind jedoch der Nährstoffmangel sowie falsches oder übermäßiges Schminken.
Zunächst gilt es festzustellen, dass die Wimpern darauf angewiesen sind, in ausreichender Weise mit Nährstoffen und Mineralien versorgt zu werden.

Nur so können sie kräftig wachsen und ihre Schutzfunktion erfüllen. Gleichermaßen fallen sie allerdings aus, wenn es dem Körper an den Spurenelementen Eisen und Magnesium sowie den Vitaminen A, B, E und H mangelt.

Eine ausgewogene Ernährung kann dem Nährstoffmangel ausreichend vorbeugen. Die zusätzliche Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln ist daher nicht nötig.

Wimpern Verlängerung für vollere Wimpern

Auch die häufige Verwendung von Mascara kann am Wimpernausfall Schuld tragen. Obwohl die Wimpern damit gerade mehr Kraft erhalten sollen, begünstigt die Benutzung von Mascara langfristig deren Ausfall. In der Mascarafarbe sind chemische Inhaltsstoffe enthalten, auf die die Wimpern äußerst empfindlich reagieren.

Dies führt bei übermäßigem Gebrauch schließlich zum Wimpernausfall. Um dem entgegenzuwirken, sollte man sich jeden Abend abschminken. Dazu werden ganz einfach mit Wasser benetzt und nach kurzem Einwirken mithilfe eines Tuchs abgewischt.

Die Ursachen des Wimpernausfalls bei Mann und Frau sind weitestgehend identisch. Frauen können darüber hinaus jedoch auch während der Schwangerschaft von einer Madarosis betroffen sein.

Wieso künstliche Wimpern?

Mascara kann das Volumen der Wimpern deutlich erhöhen und die Augen so auffällig in Szene setzen. Dennoch erzielt man den perfekten Augenaufschlag nur mit künstlichen Wimpern.

Noch dazu kann dieser künstliche Wimpernkranz am Ende des Tages ganz einfach wieder entfernt werden und verfügt nicht über die chemischen Farbstoffe, die Mascara so unverträglich machen.

Außerdem kann man die künstlichen Wimpern wiederverwenden, wenn man sie nach erstmaliger Benutzung mit etwas Alkohol reinigt.

Ein weiterer Vorteil gegenüber Mascara ist die Tatsache, dass künstliche Wimpern nicht verschmieren.

Welche Arten von künstlichen Wimpern gibt es?

Bei der Wahl der genauen Methode für künstliche Wimpern lässt sich eine große Vielfalt finden.

Wimpernextensions

Zunächst können die eigenen Wimpern mit Extensions, also Verlängerungen, aufgebauscht werden. Dazu klebt man künstliche Härchen auf die Wimpern und betont so die Augen.

Die Verwendung von 50 solcher Extensions ist dabei meist bereits ausreichend. Die unteren Wimpern werden abgeklebt, da nur der obere Lidrand hervorgehoben werden soll.

Anschließend fixiert man das obere Lid mithilfe eines Klebers und entfettet die natürlichen Wimpern, um den Klebeeffekt zu verbessern. Schließlich wird jede Wimpernextension mit einer Pinzette einzeln an die echten Wimpern angeklebt.

Diese Prozedur sollte man am besten von einer professionellen Kosmetikerin vornehmen lassen, da sie recht zeitaufwändig ist und großes Geschick erfordert.

Diese Methode ist eher teuer und kostet beim ersten Mal bis zu 500 Euro. Jede weitere Auffüllung liegt preislich bei ungefähr 50 bis 150 Euro.

Fake Lashes

Im Vergleich zu Extensions sind Fake Lashes eine deutlich einfachere Lösung. Sie können selbst ohne besonderen Zeitaufwand angeklebt werden. Um das bestmögliche Ergebnis zu erreichen, sollte man statt großen lieber einzelne Wimpernbüschel verwenden.

Dazu werden die natürlichen Wimpern zunächst mit einer Zange in Form gehalten. Dann zieht man einen Lidstrich, um die Klebestellen der Fake Lashes zu kaschieren.

Die Wimpernbüschel werden mit einer Pinzette ergriffen und in dafür vorgesehenen Kleber getunkt. Daraufhin muss man die Büschel am äußeren Augenwinkel ansetzen und ankleben. Pro Auge werden jeweils etwa fünf Wimpernbüschel verwendet.

Färbung der Wimpern

Das Färben der Wimpern verleiht ihnen einen tuschartigen Effekt. Außerdem kann diese Methode meist beim Friseur durchgeführt werden und kostet nur etwa fünf Euro.

Wer mit der Prozedur bereits Erfahrung hat, kann sie auch selbst vornehmen, denn Färbemittel ist in fast jeder Drogerie erhältlich. Dabei gilt aber Vorsicht, schließlich hält dieser Effekt einige Wochen und kann so bei Fehlern lange sichtbar bleiben.

Vor dem Färben müssen die Augen und feinen Härchen mit einer Kochsalzlösung gereinigt werden. Im nächsten Schritt trägt man eine fettige Creme rund um die Augenpartie und die Wimpern auf. Nach Anrühren der Farbe kann sie auf die Zilien aufgebracht werden.

Wimpernlifting

Das Wimpernlifting kombiniert einige der Möglichkeiten zur Betonung der Härchen. So werden sie geliftet, dann fixiert und schlussendlich noch gefärbt.

Dabei lässt man Schwefeloxid auf die Wimpern einwirken, um die Haarstruktur flexibel zu machen. Anschließend streicht man sie nach oben, biegt sie und bringt sie so in Form.

Nachdem die Struktur der Haare mit Schwefeloxid wieder verschlossen wurde, können die Wimpern gefärbt werden.

Der Vorteil dieser Methode ist, dass sie dauerhaft, nämlich ganze sechs Wochen, wirkt und die behandelten Wimpern danach einfach von selbst ausfallen. So muss man die Effekte des Liftings nicht noch entfernen.

Noch dazu erfordert sie keine allzu große Sorgfalt oder Sanftheit im Umgang mit den Wimpern.

Wimpernseren

Die Wimpern können auch mit einem bestimmten Serum betont werden. Es wirkt dabei aktivierend auf die Zilien ein und fördert auf diese Weise deren Wachstum ganz natürlich.

Der Aufbringungsprozess entspricht jenem eines Eyeliners. Darüber hinaus ist ein solches Serum vollkommen geruchs- und farblos.

Unter Zuhilfenahme eines Pinsels streicht man die Wimpern an der Wurzel mit dem Serum ein. Vorteilhaft wirkt sich aus, dass das Ergebnis die Wimpern in jeder Hinsicht hervorhebt.

So wirken sie dank des Serums sowohl voller als auch länger und kräftiger. Nachteilig allerdings ist anzumerken, dass es zwischen sechs und acht Wochen dauert, bis man erste Verbesserungen erkennen kann.

Öle

Die unzweifelhaft natürlichste Methode ist die Verwendung von Ölen. Diese regen das Wimpernwachstum an und sorgen so für eine Verdichtung und Verlängerung der feinen Härchen.

Öle für die Wimpern Pflege

Die bekanntesten Varianten sind Rizinus-, Mandel-, Oliven und Kokosöl. Sie alle erzielen ähnliche Ergebnisse.

Am effektivsten ist diese Prozedur, wenn das Öl täglich vor dem Schlafengehen möglichst nahe an der Wurzel der Wimpern aufgetragen wird. Dazu kann man ein Wattestäbchen verwenden.

Zwar dauert es auch bei dieser Alternative längere Zeit – nämlich ein bis zwei Monate – bis man positive Effekte sieht, dafür ist sie aber auch besonders hautverträglich und natürlich.

Extreme Veränderungen sollte man dennoch nicht erwarten. Wer einen wahren Wow-Effekt erwartet, sollte die Öle lieber gegen künstliche Wimpern tauschen.

Barttransplantation

Ähnlich wie die Wimpern zählen auch die Barthaare zu den Anhanggebilden der Haut. Was bei den Zilien künstliche Wimpern sein können, ist bei den Barthaaren die Barttransplantation.

Dafür wird Eigenhaar von einer anderen Stelle des Körpers genommen. Meist handelt es sich dabei um Kopfhaare, da sie den eigentlichen Barthaaren am ähnlichsten sind.

Um die Kopfhaare entnehmen zu können wird die Kopfhaut als Spenderregion betäubt. Auch die spezifische Bartregion setzt man unter ein Anästhetikum.

In den meisten Fällen wird der Bart nicht vollständig verpflanzt, sondern nur Problemzonen behandelt. Die Kosten einer Barttransplantation hängen dementsprechend vom Umfang des Eingriffs ab.

Grundsätzlich bewegen sich die Preise aber im Rahmen von 2.000 bis 5.000 Euro. Die Behandlung nimmt zwischen vier und acht Stunden in Anspruch.

Bis die Transplantation verheilt ist und der Bart echt wirkt, ist mit einer Ausfallzeit von bis zu zwei Wochen zu rechnen. Anschließend entfaltet das Ergebnis jedoch eine dauerhafte Wirkung.

Augenbrauentransplantation

Die Anhanggebilde der Haut werden nach den Wimpern und den Barthaaren von den Augenbrauen komplettiert. Insbesondere in den letzten Jahren haben sich perfekte Augenbrauen zum unverzichtbaren Schönheitsideal entwickelt.

Die zu transplantierenden Haarfollikel werden dem Hinterkopf unter örtlicher Betäubung mit einer Hohlnadel entnommen. Pro Augenbraue benötigt man etwa 100 bis 500 Haarfollikel.

Die Transplantation dauert ungefähr eine Stunde, kann aber auch bis zu fünf Stunden in Anspruch nehmen, da teilweise zwei Sitzungen nötig sind, um ein überzeugendes Ergebnis zu erzielen.

Die Kosten betragen zwischen 2.000 und 3.000 Euro. Mit der Augenbrauentransplantation können sowohl Narben kaschiert als auch Lücken in den Augenbrauen gefüllt werden.

Hair Doctor

Bei Hair Doctor handelt es sich um ein Pflegeprodukt, dass für die Haare verwendet wird. Es zeichnet sich durch einen besonderen Inhaltsstoff aus, das sogenannte Arganöl.

Diesem sagt man eine spezielle Wirkung hinsichtlich der Regeneration des Haars nach.

Unter dem Motto „PFLEGT. SCHÜTZT. MACHT SCHÖNER!“ forscht und entwickelt das Haarpflege-Unternehmen nach neuen Lösungen für verbesserte Kosmetikprodukte.

Fazit

Haar- bzw. Anhanggebilde wie Wimpern und Augenbrauen sind ein wichtiger Teil der Haut. Zwar sind sie an sich oft unscheinbar, ihre Abwesenheit ist jedoch umso auffälliger.

Dabei erfüllen sie zunächst wichtige Funktionen, die dem Schutz des Körpers dienen. Darüber hinaus sind sie heutzutage allerdings auch Teil einer ästhetischen Erscheinung.

So dürfte es kaum verwundern, dass zahlreiche Methoden existieren, um diese Regionen besonders zu betonen. Nicht nur Berichtigungen einer fehlerhaften oder unzulänglichen natürlichen Ausstattung mit Augenbrauen oder Wimpern, sondern gerade die Hervorhebung durchschnittlicher Augenbrauen oder Wimpern.

Die Kunst dieses Nachhelfens besteht darin, einen Effekt zu erzielen, der zwar eine Verbesserung gegenüber der natürlichen Form der Wimpern oder Augenbrauen darstellt, gleichzeitig aber nicht auffällig künstlich wirkt.

4.6 / 5