Haartransplantation – Behandlung & Alternativen

Haartransplantation – Viele kennen ihn, den Wunsch nach einer prachtvollen Mähne, engelsgleichen Löckchen oder einer voluminösen Frisur wie aus der Werbung.

Doch leider sind einige Menschen aus verschiedensten Gründen nicht von Natur aus mit einer beneidenswerten Haardichte gesegnet oder verlieren im Laufe des Lebens einen Großteil ihres geliebten Haarschopfes und müssen sich mit dünnen, schwer formbaren Haaren zufrieden geben.

Doch Hilfe naht, denn heute gibt es verschiedene Möglichkeiten und Methoden diesen so unerfüllbar scheinenden Wunsch in Erfüllung zu bringen.

Haarausfall

Egal ob Mann oder Frau, der Haarausfall ist der schlimmste Feind eines jeden Haarliebhabers und kann die unterschiedlichsten Gründe haben.

Erblich bedingter Haarausfall

Die häufigste Ursache für den Haarausfall, sowohl bei Männern als auch bei Frauen, ist die androgenetische Alopezie.

Haartransplantation
Erst Ursache finden

Hierbei ist bereits in der Genetik des jeweiligen Menschen die Information gespeichert, die ihm später zum Verhängnis werden kann.

Hierbei wird der Wachstumszyklus der Haare, der normalerweise zwischen 2 und 6 Jahren andauert, dadurch verkürzt, dass die Haarfollikel (kleinste Hautfalten, die für die Verankerung der Haarwurzel sorgen) stärker auf bestimmte Hormone reagieren.

In späteren Stadien kommt es schließlich zu einer Verkleinerung und damit zu einer Schwächung der Haarfollikel, sodass diese nicht mehr in der Lage sind als eine Verankerungsmöglichkeit für die Haarwurzeln zu agieren.

Kreisrunder Haarausfall

Beim kreisrunden Haarausfall kommt es bei Betroffenen vor, dass sie an bestimmten Stellen ihres Kopfes, aber auch an jeglicher anderer behaarter Körperstelle punktuell kreisförmige kahle Stellen bekommen.

Vollends sind die Gründe der Alopecia areata wissenschaftlich nicht geklärt.

Derzeit vermutet man, dass es sich hierbei um eine Autoimmunerkrankung handelt, bei der sich der Körper gegen eigene Prozesse wendet und somit gegen sich selbst arbeitet.

Die Gründe für diese Autoimmunerkrankungen sind auch unbekannt. Auffällig ist jedoch, dass auch hier familiär Schwerpunkte erkennbar sind und somit auch möglicherweise auf eine Vererbbarkeit zu schließen ist.

Diffuser Haarausfall

Flächendeckender, gleichmäßiger Haarausfall auf dem gesamten Kopf ist meist ein Anzeichen des diffusen Haarausfalls. Ursachen hierfür sind insbesondere gesundheitliche Belastungen.

Diese können unterschiedlich ausgeprägt sein und reichen von unausgewogener Ernährung bis hin zu Krankheiten und deren Behandlung mit belastenden Medikamenten.

Auch der Kontakt mit Strahlen und hormonelle Unregelmäßigkeiten können zum diffusen Haarausfall führen.

Weitere Formen des Haarausfalls

Die oben genannten und die nun folgende extremste Form des Haarausfalls zählen zu den reversiblen Formen des Haarausfalls. Das bedeutet, dass sie grundsätzlich bei ordnungsgemäßer, rechtzeitiger Behandlung gebessert werden können.

Die stärkste Ausprägung ist häufig bei Patienten von chemotherapeutischen Krebsbehandlungen zu erkennen.

Da die Chemotherapie darauf abzielt den Wachstum von sich besonders schnell teilenden Zellen zu stoppen und die Haarfollikelzellen hierzu zählen, kommt es bei diesen Menschen oftmals zum vollständigen Haarverlust.

Glücklicherweise sind die Haarfollikelzellen aber in der Lage sich schnell von einem solch schwerwiegenden Eingriff zu erholen, sodass es bald nach der Behandlung im Regelfall zu einer groß teiligen Regenerierung des Haarwachstums kommt.

Neben diesen reversiblen Ausprägungen des Haarausfalls gibt es auch solche, die nicht nach Eintritt behandelt werden können.

Hierbei bildet sich über den Haarfollikeln ein Narbengewebe, dass das Nachwachsen von Haaren gänzlich unmöglich macht. Diese werden als irreversibel bezeichnet.

Behandlung von Haarausfall

Grundsätzlich ist es unabhängig von der speziellen Ursache des jeweiligen Haarausfalls wichtig so schnell wie möglich mit der Behandlung zu beginnen.

Hiermit verhindert man, dass die Haarfollikel irreparabel beschädigt werden und somit nur noch schwerwiegendere Eingriffe zur Besserung führen können. Bei jeglicher Behandlung, egal ob mit frei käuflichen oder verschreibungspflichtigen Mitteln, ist eine ärztliche Begleitung unbedingt empfehlenswert.

Der fachkundige Mediziner kann auf eintretende oder ausbleibende Erfolge, das Vorkommen von Nebenwirkungen und die generelle Verträglichkeit beim Patienten achten, auf diese reagieren und ihn vor negativen Entwicklungen warnen.

Außerdem kann er die Behandlung auf den individuellen Fall anpassen und somit zur Erfolgsmaximierung beitragen.

Behandlung androgenetischer Alopezie

Die androgenetische Alopezie (erblich bedingter Haarausfall) kann durch den Einsatz verschiedener Wirkstoffe behandelt werden.

Minoxidil hat in der Vergangenheit, trotz unbekannter Wirkweise, sowohl bei Männern als auch bei Frauen zur erheblichen Besserung des Haarausfalls geführt.

Häufig wurde der Ausfall nicht nur gestoppt, sondern es kam vermehrt auch zu einer merklichen Verdichtung der Haare.

Nachhaltige Erfolge sind meist nach sechs Monaten zu erkennen, jedoch schlägt dieses Mittel aus ungeklärten Gründen nicht bei jedem Patienten an und kann daher nicht flächendeckend ohne professionelle Beobachtung empfohlen werden.

Er wird äußerlich auf die Kopfhaut aufgetragen. Darüber hinaus gibt es ausschließlich für Männer die Option der Einnahme von Finasterid.

Dieser Wirkstoff greift in den Hormonstoffwechsel des Patienten ein und verhindert somit die Reaktion bestimmter Hormone mit den betroffenen, empfindlicheren Haarfollikeln.

Diese funktionieren danach wie Haarfollikeln die von der Hormonempfindlichkeit nicht betroffen sind und bieten damit den jeweiligen Haarwurzeln einen ausreichend starken Halt.

Da dieser Wirkstoff nur mithilfe einer Verschreibung erhältlich ist, ist eine Behandlung bei einem fachkundigen Arzt unbedingt erforderlich.

Behandlung kreisrunden Haarausfalls

Glücklicherweise ist der kreisrunde Haarausfall im Normalfall effektiv behandelbar und führt hierdurch schnell zu Verbesserungen.

Zudem ist eine oft beobachtete Verlaufsform der Alopecia areata, dass nach einer Phase der starken Ausprägung des Haarausfalls die Besserung ohne Behandlung folgt und sich die Haare von alleine regenerieren.

Hier hilft ein einfaches Abwarten oftmals schon um die vorherige Dichte der Haare erneut zu erreichen. Ist ein Abwarten allerdings unzumutbar oder stellt sich von alleine keine Besserung ein, so gibt es auch hier Möglichkeiten der Therapie.

Ein mögliches Entgegenwirken ist hierbei die Erhöhung der Zinkhaltigkeit der Ernährung. Medikamentös ist diese Form des Haarausfalls insbesondere auch effektiv durch den Einsatz von Glukokortikoiden behandelbar.

Diese basieren auf dem körpereigenen Stoff Kortison und sind in vielen entzündungshemmenden Salben zu finden. Außerdem gibt es sie in Form diverser Lösungen, Tabletten und Schäume, die regelmäßig in Apotheken erhältlich sind.

Behandlung diffuser Alopezie

Bei der Behandlung kommt es insbesondere auf die Ursache des diffusen Haarausfalls an.

Tritt er aufgrund eines Medikamentes ein, so ist es eventuell ratsam unter der Aufsicht des behandelnden Arztes ein alternatives Mittel mit einer ähnlichen Wirkweise zu wählen oder einfach bis zum Ende der jeweiligen Behandlung zu warten und anschließend zu beobachten, ob sich der Haarausfall bessert oder nicht.

Haartransplantation Perücke
Auch für Frauen gut geeignet!

Liegt er an einer unausgewogenen Ernährung, so kann eine selbstständige oder professionell unterstützte Ernährungsumstellung zum gewünschten Erfolg führen.

Bei weiteren Ursachen ist eine individuelle Beratung mit einem fachkundigen Arzt zu empfehlen. Ungeachtet der Ursache kann es außerdem hilfreich sein die jeweilige Behandlung zusätzlich durch die Anwendung von Minoxidil zu unterstützen.

Was tun, wenn nichts hilft?

Führen die oben genannten Behandlungen nicht zum gewünschten Erfolg oder ist der Haarausfall schon sehr stark fortgeschritten und damit irreversibel, so geben einem weitere Mittel und Helferlein doch noch einen realistischen Hoffnungsschimmer.

Diese zielen allerdings nicht alle auf die körpereigene natürliche Herstellung von Haaren, bekämpfen das Problem aber ausnahmslos alle auf einer ästhetischen Ebene, sodass im Ergebnis immer eine verbesserte Haardichte vorhanden ist.

Toupet und Perücke

Für viele Menschen ein unbehaglicher Gedanke aber ein wirklich effektives Mittel ist der Einsatz eines Toupets oder einer Perücke.

Bei Männern mit androgenetischer Alopezie in einem fortgeschrittenen Stadium können Toupets ein optimales Accessoire zum Ausfüllen der kahlen Stellen sein.

Die Vorstellung, dass das Toupet bei ungünstigen Windbedingungen ein Eigenleben entwickelt und sich kurzerhand vom Kopf des Trägers verabschiedet ist heute völlig unbegründet.

Professionelle Toupetexperten können für Permanentbefestigungen sorgen, sodass das Zweithaar ohne Bedenken auch bei orkanartigen Winden für volles Haar sorgt.

Vorteile von Toupets sind, dass sie individuell an den Kopf des jeweiligen Trägers angepasst werden können und durch den Einsatz von Naturhaaren für ein echtes Aussehen und Gefühl beim Träger sorgen.

Preise von Toupets sind stark variierend und hängen nicht nur von der Qualität des jeweiligen Produktes ab, sondern auch von dem Service des jeweiligen Anbieters.

Sie werden für gewöhnlich auch nicht als ein einzelnes Objekt, sondern viel mehr als eine längerfristige Behandlung angeboten, da sie sorgfältig gepflegt werden müssen.

Perücken erzielen einen ähnlichen Effekt wie Toupets, sind jedoch selten permanent am Kopf der tragenden Person befestigt und werden bei Bedarf aufgesetzt. Sie sind besonders bei Frauen beliebt und werden in einem einmaligen Kauf erworben.

Auch hier sind Preise erkennbar variierend, abhängig von der Qualität und davon, ob sich der Träger dazu entscheidet ein standardisiertes Produkt oder eine Maßanfertigung nach den persönlichen Wünschen zu erwerben.

Perücken gibt es in verschiedensten Längen, Formen und Farben, sodass keine Wünsche diesbezüglich offen bleiben müssen.

Einige Krankenkassen unterstützen den Kauf von Zweithaaren von einigen Patienten, da ein Haarersatz als Ausgleich für eine Behinderung gelten kann.

Hierfür ist es ratsam die jeweilige Krankenkasse zu kontaktieren und um Beratung zu bitten.

Haartransplantation

Wenn man das Gefühl hat, dass ein Zweithaar eher ein Fremdkörper ist und man lieber eigene Haare als einen Ersatz hätte, dann bleibt einem die Möglichkeit der Haartransplantation.

Hierbei werden dem Patienten eigene Haarwurzeln entnommen, die später an anderer Stelle am Kopf wieder eingesetzt werden.

Die Transplantation von Haaren anderer Menschen ist nicht möglich, da diese vom Körper abgestoßen werden und nicht in die Empfängerkopfhaut einwachsen können.

Größere Schwierigkeiten stellt dieser Umstand allerdings nicht da, weil die Möglichkeit der Haartransplantation am eigenen Körper grundsätzlich durchführbar ist.

Bei Männern mit erblich bedingtem Haarausfall ist dies insbesondere möglich, da der Haarkranz am Hinterkopf grundsätzlich nicht von Hormonempfindlichkeiten betroffen ist und die hier vorhandenen Haarwurzeln in der Lage sind ein Leben lang Haare zu produzieren und zu halten.

Dies erkennt man auch daran, dass der Haarverlust in diesem Fall regelmäßig zwar nahezu alle anderen Stellen des Kopfes betrifft, der Haarkranz jedoch fast immer bestehen bleibt.

Es gibt zwei gängige Methoden der Haarwurzelentnahme die für die Haartransplantation erforderlich ist.

FUI Technik

Bei der sogenannten FUI Technik werden dem Patienten ca. 1cm breite und 10-15cm lange Streifen der Kopfhaut entnommen und später für die Wiedereinsetzung unter dem Mikroskop präpariert.

Es bildet sich nach dem Nähen eine wenige Millimeter dicke Narbe, die sehr geringfügig bis überhaupt nicht mit dem bloßen Auge erkennbar ist.

Außerdem ist das Gewebe an dieser Stelle im Regelfall dazu in der Lage Haarwurzeln aufzunehmen und können dadurch später wieder „geerntet“ werden, sodass es auch bei möglicher mehrfacher Behandlung nicht zu einer flächendeckenden Vernarbung der Kopfhaut, sondern nur zu einer kleinflächigen, nahezu unsichtbaren, einzelnen Narbe kommt.

FUW Technik

Eine andere Methode der Haarwurzelentnahme ist die FUE Technik, bei der dem Patienten einzelne Haarwurzelgruppen mithilfe eines Holbohrers aus der Kopfhaut entnommen werden.

Hierbei wird eine geringere Anzahl an Haarwurzeln entnommen und die kleinen offenen Stellen der Kopfhaut werden nicht vernäht, sondern verheilen selbstständig.

In geringer Anzahl sind die hierbei entstehenden kahlen Stellen auch wenig bis gar nicht sichtbar, jedoch kann es bei erhöhter Anzahl der entnommenen Haarwurzeln zu einer leichten, punktuellen Verdünnung der Haare kommen.

Haartransplantation Toupet
Eine gute Alternative

Beide Methoden werden unter örtlicher Betäubung ausgeführt, sodass dem Behandelten keine Schmerzen entstehen. Preislich ist eine Haarverpflanzung bei einem Mindestbeitrag von 3000€ anzusiedeln.

Dieser Preis beinhaltet sowohl die Behandlung selbst als auch die Beratung und die Nachsorge. Teurer wird es bei einer größeren Haartransplantation oder mehreren Anwendungen.

Beratungen sind für medizinische niemals kostenlos, jedoch werden die hierbei entstandenen Kosten später häufig bei der Kalkulation der Behandlungskosten durch den Arzt berücksichtigt

Alternative zur Haartransplantation

Eine Alternative zur Haarverpflanzung ist die Haarimplantation. Hierbei wird dem Patienten Kunsthaar in die Kopfhaut implantiert, die durch eine Fremdkörperreaktion der Empfängerkopfhaut zu einer Verhakung führt.

Die Folgen dieses Eingriffes sind allerdings regelmäßig der Eintritt von Entzündungen und anderen Komplikationen. Außerdem bedürfen die Kunstfasern einer besonderen Behandlung die als die von natürlichen Haaren ist.

Aus diesen Gründen lehnen viele deutsche Ärzte diese Behandlung entschieden ab und raten eher zur Haartransplantation oder nicht invasiven Zweithaaren, also Perücken und Toupets.

Fazit

Haarausfall ist heute nicht mehr unbehandelbar. Egal ob man den Haarwuchs aus psychologischen oder ästhetischen Gründen sicherstellen möchte, es gibt für jeden die passende Möglichkeit die individuellen Probleme in Angriff zu nehmen.

Bemerkt man den Haarverlust im frühen Stadium, so ist es durch geringfügige medikamentöse Behandlung möglich das Haarwachstum zu regenerieren.

Will man eine Lösung seines Haarverlustes ohne invasiven oder operativen Eingriff, so ist zu Zweithaaren wie Perücken oder Toupets zu raten.

Möchte man möglichst Natürlichkeit bewahren und den Körper nicht durch Fremdkörper belasten, so ist zu einer Haartransplantation zu raten.

Wichtig ist, dass man den Haarverlust so schnell wie möglich bekämpft, sodass man ein Maximum an Effektivität erreicht und somit zum gewünschten Ziel kommt.

4.6 / 5