Viele Menschen mit langem Haar, die unter Haarausfall leiden, schrecken vor einer Eigenhaarverpflanzung zurück, da die Haare vor diesem Eingriff abrasiert werden. Gerade für Frauen mit langem Haar stellt die Rasur ein Problem dar. Die Haartransplantation bei langen Haaren kann jedoch auch ohne Rasur erfolgen. Wie funktioniert das?

Wie ist eine Haartransplantation bei langen Haaren möglich?

Bei einer Haarverpflanzung muss in der Regel der gesamte Kopf rasiert werden, damit der Arzt die zu entnehmenden Haarfollikel gut sehen kann. Wird eine Haarimplantation nach der FUT-Methode (Follicular Unit Transplantation, Streifenmethode) durchgeführt, muss nur der Bereich des Kopfes rasiert werden, von dem der Streifen entnommen wird.

Es gibt jedoch verschiedene moderne Methoden, die inzwischen die FUT-Methode fast vollständig abgelöst haben. Bei diesen Methoden erfolgt zumeist eine Rasur. Dennoch kann ein Kompromiss gefunden werden, wenn Sie langes Haar haben und die Rasur scheuen.

Haarverpflanzung mit der Streifenmethode

Bei der FUT-Methode wird vom Hinterkopf ein bis zu 20 Zentimeter langer und ungefähr ein Zentimeter breiter Kopfhautstreifen entnommen. Lediglich der Entnahmebereich der Haare muss rasiert werden. Nach der Entnahme des Kopfhautstreifens wird der Entnahmebereich vernäht. Dabei entsteht eine bleibende Narbe.

Schon kurz nach dem Eingriff kann die Entnahmestelle von Haaren bedeckt werden. Die Fäden werden nach 10 bis 14 Tagen entfernt. Allerdings kann die Narbe schmerzhaft abheilen oder nach der Abheilung wulstig werden. Die Narbe können Sie in einer zweiten Operation korrigieren lassen.

Der entnommene Kopfhautstreifen wird unter dem Mikroskop in follikuläre Einheiten, sogenannte Grafts, zerlegt. Diese Grafts müssen in einer Nährlösung aufbewahrt werden, damit sie nicht absterben. Im Empfängerbereich werden Kanäle zur Aufnahme dieser Grafts geschnitten. Die Grafts werden in diese Kanäle eingesetzt.

Es mag verlockend erscheinen, die Haartransplantation bei langen Haaren mit der FUT-Methode durchführen zu lassen, da keine große Rasur erforderlich ist. Allerdings ist das Infektionsrisiko aufgrund der großen Entnahmestelle höher. Diese Methode ist eine blutige Angelegenheit und wird aufgrund der höheren Belastung für den Patienten immer seltener ausgeführt.

Expertenwissen, Fingerspitzengefühl und die modernste Haartransplantations-Technik

Auch wenn die Streifenmethode eine Möglichkeit ist, kommt sie nur für die wenigsten von Haarausfall Betroffenen in Frage. Die Narbe im Spenderbereich wird zwar von den darüber hängenden langen Haaren verdeckt, doch sie kann bei sensiblen Menschen zu Irritationen führen. Auch bei längerem Haar gibt es dank modernster Techniken andere Möglichkeiten.

Die einzelne Follikeleinheitenentnahme ist ebenso realisierbar, sofern die Voraussetzungen gegeben und im Entnahmebereich genügend gesunde Haarwurzeln vorhanden sind. In diesem Fall kann auf das Rasieren verzichtet werden und ein Direct Hair Implantat erfolgen. Auch wenn die Behandlung aufgrund der erhöhten Schwierigkeit bei langem Haar teurer ist und länger dauert, lohnt sich eine diesbezügliche Beratung in einer Haarklinik.

In Kliniken, in denen die Behandlungsteams langjährige Erfahrungen mit Eigenhaarverpflanzungen haben, ist eine DHI-Haartransplantation bei langen Haaren möglich. Sie eignet sich beispielsweise dafür, einen lichten Streifen am Scheitel aufzufüllen oder um eine fliehende Stirn zu korrigieren.

Ein großer Vorteil dieser Implantationstechnik beruht darauf, dass die Kanalöffnung in einem Arbeitsschritt mit der Follikelverpflanzung erfolgt. Die winzigen Narben heilen sehr schnell ab, wenn man die Hinweise für die Pflege der Kopfhaut und der Haare in den ersten postoperativen Wochen beachtet.

Ob sich die DHI Methode eignet, wird das Behandlungsteam der Haarklinik in einer Haaranalyse herausfinden. Eine gesunde Kopfhaut, ausreichend lebendige Haarfollikel und eine kompetente Haarklinik sind die Grundlagen für die Direktimplantate in der Eigenhaarvepflanzung.

Wie erfolgt die FUE-Methode bei langem Haar

Für die Haarverpflanzung mit der FUE-Methode (Follicular Unit Extraction) wird zumeist der gesamte Kopf rasiert. Die Haare werden vom Hinterkopf entnommen. Haben Sie langes Haar, das Sie vor dem Eingriff nicht abrasieren möchten, kann diese Methode trotzdem angewendet werden.

Vor allem bei Frauen mit langem Haar, aber auf Wunsch auch bei Männern wird nur der Entnahmebereich rasiert. Die Rasur ist dann nur kurz über dem Nacken erforderlich, da die Haare aus diesem Bereich entnommen werden können. Nach dem Eingriff kann der rasierte Bereich von den vorhandenen Haaren verdeckt werden.

Mit einer Hohlnadel entnimmt der Arzt die Haarfollikel. Um die Arbeit zu erleichtern, ist die Hohlnadel oft mit einem Mikromotor ausgestattet. Die entnommenen Haarfollikel werden in einer Nährlösung aufbewahrt. An den Entnahmestellen entstehen winzige punktförmige Einstiche, die nicht vernäht werden müssen. Sie heilen mit winzigen Narben ab, die mit bloßem Auge nicht sichtbar sind.

Im Empfängerbereich werden Kanäle gestochen. Die entnommenen Haarfollikel werden in Wuchsrichtung in die Kanäle eingepflanzt. Die FUE-Methode gilt heute als Standardmethode für die Haarverpflanzung, da sie für den Patienten deutlich schonender ist. Sie ist auch für die Haartransplantation bei langen Haaren möglich.

Weitere Methoden bei langem Haar

Die Haartransplantation bei langen Haaren kann auch noch mit anderen schonenden Methoden ausgeführt werden, die auf der FUE-Methode basieren. Eine solche Methode ist die DHI-Methode (Direct Hair Implantation). Auch bei dieser Methode müssen die Haare nur im Entnahmebereich am Hinterkopf abrasiert werden.

Mit dem sogenannten CHOI-Pen, in dem sich eine Nährlösung befindet, entnimmt der Arzt die Haarfollikel. Im Empfängerbereich müssen die Kanäle nicht in einem eigenen Arbeitsgang geschnitten werden. In nur einem Arbeitsgang werden die Kanäle geöffnet und gleichzeitig die Haarfollikel eingesetzt. Diese Methode verspricht eine hohe Anwuchsrate, da die Haarfollikel nicht lange vom Körper getrennt sind.

Schonende Methoden, die für langes Haar geeignet sind und als Verbesserungen der FUE-Methode gelten, sind auch

  • Saphir-Methode, bei der die Kanäle im Empfängerbereich mit Saphirklingen geöffnet werden und kleinere Schnitte möglich sind
  • Gold-Methode, bei der mit vergoldeten Instrumenten gearbeitet wird, um eine höhere Präzision zu erreichen und Infektionen zu verhindern
  • Diamant-Methode, bei der die Kanäle mit Diamant-besetzten Klingen geöffnet werden für eine hohe Präzision
  • Perkutan-Methode mit speziellen Pinzetten für die Entnahme der Haarfollikel, damit die Haarwurzeln nicht berührt werden müssen.

Der Arzt berät Sie vor dem Eingriff. Er erläutert Ihnen die verschiedenen Methoden und entscheidet gemeinsam mit Ihnen, welche Methode bei Ihnen zur Haartransplantation bei langen Haaren geeignet ist.

Wie kann das Anwachsen der transplantierten Haare gefördert werden?

Damit die transplantierten Haare gut anwachsen, sollten Sie die Anweisungen des Arztes befolgen. An den Entnahme- und Transplantationsstellen dürfen Sie nicht kratzen, auch wenn sie stark jucken. Sie könnten die Wunden infizieren. Die transplantierten Grafts könnten ausgerissen werden.

Sie müssen in den ersten Tagen ein Stirnband tragen, damit die Schwellungen abklingen und sich nicht ins Gesicht ausbreiten. In den ersten zwei Wochen nach dem Eingriff sollten Sie nicht rauchen und keinen Alkohol trinken.

Sie sollten in dieser Zeit körperliche Anstrengungen wie schwere körperliche Arbeit und Sport vermeiden. In den ersten vier Wochen nach der Haarverpflanzung meiden Sie intensive Sonneneinstrahlung und gehen nicht in die Sauna oder ins Schwimmbad. Nach der Haartransplantation bei langen Haaren dauert es eine Weile, bis die transplantierten Haare wieder lang werden. Allerdings kann Sie der Friseur beraten, wie Sie Ihr Haar in dieser Zeit tragen können.

Fazit: Haarverpflanzung ist bei langem Haar kein Problem

Die Haartransplantation bei langen Haaren muss nicht mit der FUT-Methode erfolgen, da diese Streifenmethode ziemlich schmerzhaft sein kann und ein höheres Infektionsrisiko birgt. Zumeist wird die Haarverpflanzung mit der FUE-Methode durchgeführt. Die Spenderhaare können vom Hinterkopf entnommen werden.

Nur am Entnahmebereich kurz über dem Nacken müssen die Haare abrasiert werden. Mit den vorhandenen Haaren können Sie die Entnahmestelle verdecken. Inzwischen gibt es noch schonendere Methoden auf der Basis der FUE-Methode, die sich für langes Haar eignen.

Gerade Frauen sind beim Gedanken an eine Haartransplantation unsicher, da die Behandlung im Regelfall mit einer Rasur des Spender- und Empfängerbereichs einhergeht. Eine Alternative ist die FUT-Methode, die allerdings aufgrund der Hautstreifenentnahme bei den wenigsten Betroffenen die erste Wahl ist. Dank DHI Technik kann der minimalinvasive Eingriff heute auch bei langem Haar schonend erfolgen.

Hierbei handelt es sich um Methoden, die als Erweiterung der FUE Technik noch präziser und filigraner möglich sind. Da langes Haar eine besondere Herausforderung beim Implantieren von Eigenhaar darstellt, sollte die Haarklinik mit größter Sorgfalt und nach einem Blick auf die Referenzen gewählt werden. Für eine Haarverpflanzung ohne Rasur ist ein Experte in seinem Metier die richtige Wahl.

Da es natürlich einige Fragen gibt, sollte vor der Erstberatung eine Checkliste erstellt werden. Ein erfahrenes und kernkompetentes Behandlungsteam geht auf die Fragen ein, nimmt eine Haaranalyse vor und prüft, ob die Voraussetzungen für eine Behandlung ohne Rasur gegeben sind. Wird in einer Haarklinik di DHI Haartransplantation angeboten, ist der kleine Eingriff im Regelfall auch bei langem Haar möglich.

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