Kreisrunder Haarausfall bei Kindern – Auswirkungen & was hilft

Kreisrunder Haarausfall bei Kindern – In Deutschland leiden in etwa 1,2 Millionen Menschen an Alopecia areata, dem kreisrunden Haarausfall.

Über einen langen Zeitraum nahmen Forscher an, dass lediglich Frauen im zweiten Lebensdrittel zu den Betroffenen gehören.

Zunehmend erkranken jedoch auch Kinder daran. Der Wert liegt bei etwa 400.000 Kindern, die Dunkelziffer ist allerdings nicht bekannt.

Doch was sind die Ursachen, wie kann er behandelt werden und worum handelt es eigentlich?

Was ist kreisrunder Haarausfall?

Bei dem kreisrunden Haarausfall handelt es sich um den Verlust einer Haarpartie am hinteren Oberkopf, welche kreisförmig oder auch oval ausfällt.

kreisrunder Haarausfall bei Kindern
körpereigene Abwehrmechanismen greifen die Zellen der Haarwurzeln an

Bei Kindern ist diese Stelle oftmals recht gering und fällt kaum auf. Auch viele Frauen im mittleren Alter leiden unter kreisrundem Haarausfall.

Auch hier muss die kahle oder auch entzündliche Stelle nicht immer auffallen. Oftmals bemerken die Eltern überhaupt nicht, dass das eigene Kind unter Alopecia areata leidet.

Wie entsteht der kreisrunde Haarausfall?

Der kreisrunde Haarausfall wird zu den Autoimmunkrankheiten gezählt. Die Ursachen für die Erkrankung sind jedoch weitestgehend nicht bekannt.

Es heißt, dass körpereigene Abwehrmechanismen die Zellen der Haarwurzeln angreifen sollen, woraufhin sich die Haarwurzeln lösen und die einzelnen Haare ausfallen.

Hierbei kann es sich um eine kaum sichtbare Stelle am Kopf handeln, welche entweder von allein wieder weggeht oder zu einem komplett Haarverlust führt.

Der Krankheitsverlauf ist recht unterschiedlich. Bei Kindern wachsen die Haare jedoch in 90 Prozent der Fälle wieder nach.

Für einen kreisrunden Haarausfall bei Kindern müssen jedoch einige weitere Ursachen auftreten, damit dieser zustande kommt.

Die Funktionsweise des Haarwachstums

Der Haarwachstum wird in drei Kategorien eingeteilt.

Im ersten Stadium wächst das Haar.Hier handelt es sich um die sogenannte anagene Phase. Die zweite Phase ist das ruhende Stadium, die sogenannte katagene Phase.

Als letztes fallen die einzelnen Haare wieder aus. Dieses Stadium wird als telogenes Stadium betitelt.

Die anagene Phase

Im ersten Stadium des Haarwachstums wächst das Haar kontinuierlich in die Länge.

Hierbei wird von der Haarwurzel ausgegangen. Dafür verantwortlich sind Keratin (Horn, welches auch bei unseren Nägeln vorkommt) sowie Melanin (ein natürlicher Farbstoff), welche über die Wurzelscheiben an die Haarwurzeln angelagert werden.

Keratin reguliert den Längenwachstum und Melanin die Pigmentierung der Haare.

Wissenswert: In dieser Phase sind die Haare am angreifbarsten und können sehr leicht entfernt werden!

Die Länge dieser Phase ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich. In einigen Fällen kann sie sogar 10 Jahre betragen. Sie ist abhängig vom Körperareal und Hormonstatus des Menschen.

Die katagene Phase

Wenn das Längenwachstum beendet ist, tritt die katagene Phase des Haarwachstums in Kraft.

Die Zellteilung lässt Schritt für Schritt nach. Das führt dazu, dass sich die Verbindung zwischen der Haarwurzel und den einzelnen Wurzelscheiben langsam auflöst.

Die Matrixzellen sterben in weiten Teilen ab. Der Rest geht in eine ruhende Phase über. Durch Wasserabsonderungen schrumpft die Haarwurzel auf etwa 1/3 der Gesamtlänge zurück und verhärtet sich.

Die Dauer dieser Phase liegt bei ungefähr 2 Wochen. Ist der Vorgang abgeschlossen, so bleibt am Pol des Haarschaftes lediglich eine verhornte Verdickung zurück.

Dies war einst die Haarwurzel. Die Verdickung wird auch Haarkolben genannt.

Die telogene Phase

Sobald das Haar vollständig von der Papille getrennt und abgestoßen wird, tritt die telogene Phase in Kraft. Das Haar kann durch leichte Zugkraft herausgetrennt werden.

Wissenswert: Jedes einzelne Haar durchläuft diesen Zyklus und kann irgendwann herausgelöst werden.

Die telogene Phase dauert ungefähr 3 bis 4 Monate. An einigen Stellen, wie beispielsweise an den Beinen, kann dieses Zeitfenster bis zu ein Jahr betragen.

Haarausfall bei Kindern – Symptome und Ursachen

  • Falsche Frisur, beispielsweise Pferdeschwanz
  • Mangel an Vitaminen
  • Nebenwirkung aufgrund Medikamenteneinnahme
  • Chemikalien in Haarpflegeprodukten
  • Pilzinfektion an der Kopfhaut

Ursachen für Haarausfall bei Kindern gibt es viele. Hier kann bereits eine falsche Frisur der Auslöser dessen sein. Ein zu straff gebundener Pferdeschwanz sorgt schnell für Haarverlust.

Weiterhin kann kreisrunder Haarausfall ein Indiz für einen Vitaminmangel sein. Befindet sich das Kind in ärztlicher Behandlung und nimmt Medikamente, so kann der Haarausfall ebenfalls eine Folge dessen in Form einer Nebenwirkung sein.

Neben mangelhafter Ernährung, Nebenwirkung sowie falscher Frisur kann jedoch auch die Haarpflege eine entscheidende Rolle spielen.

Das Kind kann hierbei besonders empfindlich auf bestimmte Chemikalien sein, wodurch ebenfalls ein kreisrunder Haarausfall auftreten kann.

Wissenswert: All jene Punkte sind nicht ansteckend!

Eine etwas unangenehmere Ursache ist eine Pilzinfektion an der Kopfhaut. Diese kann zu einem enormen Haarverlust führen.

Gefährlich ist sie nicht, jedoch äußerst unangenehm. Zudem lässt sich sie durch direkten Kontakt per Kamm oder auch Handtuch übertragen.

Welche Symptome lösen kreisrunden Haarausfall bei Kindern aus?

Die Symptome können sehr unangenehm ausfallen. Starker Juckreiz, Brennen und Schmerzen können ein Teil dieser Erkrankung sein.

In den meisten Fällen tritt die kahle Stelle jedoch ohne Vorwarnung und Symptome auf.

Haarausfall bei Kindern – Die Auswirkungen

Vor allem für Kinder kann der plötzlich eintretende Haarausfall eine starke psychische Belastung darstellen. Gerade in der Schulzeit kann es vermehrt zu Hänseleien kommen. Aus diesem Grund ist es wichtig, rechtzeitig zu reagieren.

Auch die Angst vor dem erneut eintretenden kreisrunden Haarausfall oder dem kompletten Haarverlust sind gegeben.

Dies kann sich bis in das hohe Alter ziehen und ebenfalls die Psyche des Betroffenen belasten. Gerade im Kindesalter sind Menschen sehr belastbar.

Spielt die Pubertät eine Rolle?

Kreisrunder Haarausfall ist oftmals vererbt worden. Aber auch falsche Anwendungen von Haargummis können der Auslöser dafür sein.

Jedoch spielt die Pubertät und die damit einhergehende Hormonveränderung keine ausschlaggebende Rolle für den plötzlichen Haarverlust des Kindes.

Schonende Mittel gegen kreisrunden Haarausfall bei Kindern

Sobald der kreisförmige Haarausfall bei dem Kind diagnostiziert wurde, ist es in erster Linie wichtig, das Immunsystem zu stärken.

Gefährliche Medikamente sollten gänzlich vermieden werden. Fertiggerichte, welche sehr nährwertarm ausfallen, sowie ungesunde Lebensmittel wie Schokolade, Chips und Co. sollten zudem gänzlich vom Speiseplan verschwinden.

Auch Milchprodukte, abgepackte Backwaren und Wurst können zu Übeltätern werden.

Empfehlung: Legen Sie viel Wert auf eine gesunde Ernährung für Ihr Kind. Gesunde Mahlzeiten mit frischen Früchten, Gemüse, Kartoffeln, Nüssen sowie Trockenfrüchten sind empfehlenswert.

Neben der Ernährung sollte auch die Kopfhaut behandelt werden. Hierfür können ätherische Öle wie Thymian, Lavendel sowie Zedernholz genutzt werden.

Ein hochwertiges Basisöl wie beispielsweise Jojobaöl oder auch Traubenkernöl ist weiterhin empfehlenswert. Haargummis sollten gänzlich gemieden werden. Weiterhin dürfen lediglich chemiefreie Haarpflegeprodukte angewandt werden.

Auch in der Homöopathie können passende Mittel gefunden werden. Je nach Ursache und Ausmaß der Erkrankung kann das homöopathische Produkt gewählt werden.

Kreisrunder Haarausfall bei Kindern
Homöopahtisches Mittel gegen Haarausfall

Diese Mittel kommen in Frage:

  • Silicea
  • Calcium fluoratum
  • Kalium phosphoricum
  • Lycopodium
  • Natrium Chloratum
  • Sepia
  • Sulfur
  • Selenium
  • Phosphorus
  • Kalium jodatum
  • Ustilago maydis

Selenium ist beispielsweise ein Mittel, welches speziell bei kreisrundem Haarausfall angewandt wird.

Auch Ustilago maydis gehört zu jenen Produkten. Jedoch können auch die anderen bereits genannten homöopathischen Mittel in Frage kommen, da die die Haarwurzeln stärken, Haarbruch verhindern, gegebenenfalls psychische Ungleichheiten behandeln und vieles mehr.

Aus diesem Grund sollte immer direkt nach dem Auslöser der Erkrankung geschaut werden, um das bestmögliche Mittel wählen zu können.

Therapien, Selbsthilfegruppen und Foren

Für Kinder kann es sehr schwierig sein, unter kreisrundem Haarausfall zu leiden. Gerade wenn die kahle Stelle ersichtlich wird, kann es zu Hänseleien und Ausgrenzungen kommen. Hierbei ist es wichtig, die passenden Anlaufstellen zu wählen.

In erster Linie bieten sich Foren für die Eltern an, um sich bestmöglich zu informieren. Neben der Recherche bietet es sich je nach Schweregrad der Krankheit eine Selbsthilfegruppe oder eine Therapie an.

Hier lernt das Kind mit der momentanen Situation umzugehen und hat zudem Kontakt zu weiteren Betroffenen.

Bei 90 Prozent der Fälle wächst das Haar jedoch wieder nach. Dennoch werden für die Zeit der Erkrankung oftmals Therapien notwendig, vor allem in jenen Fällen, in denen ein kompletter Haarausfall eintritt.

Es ist stets empfehlenswert, sich Hilfe zu holen, egal ob über einen Arzt oder Psychologen oder über ein Forum.

Fazit

Kreisrunder Haarausfall kann ebenfalls bei Kindern auftreten und ist nicht immer sichtbar.

In 90 Prozent der Fälle verschwindet dieser auch wieder von selbst, jedoch ist es immer möglich, dass die Erkrankung zurückkehrt.

Spezielle Behandlungen und Foren sind empfehlenswert. Hierzu gehört in vielen Fällen auch der Besuch eines Psychologen oder einer Selbsthilfegruppe, um das Kind ideal zu stärken.

Behandlungsmöglichkeiten gibt es viele und richten sich nach dem Auslöser des Haarausfalls. Symptome neben dem Haarverlust treten in den meisten Fällen nicht auf.

Bei einigen Erkrankungen kann es jedoch zu Juckreiz, Schmerzen sowie Brennen kommen, was gerade für Kinder sehr unangenehm ist.

Hier ist eine intensivere Behandlung notwendig. In den meisten Fällen ist kreisrunder Haarausfall bei Kindern jedoch unbedenklich.

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