Alopecia Areata – Haarausfall ist die natürliche Erscheinungsform des Haarwachstums in einem gesunden Körper und ist in den meisten Fällen weder krankhaft noch behandlungsbedürftig.

Verändert sich jedoch das verlorene Haarvolumen zu einer beängstigenden Menge, oder tritt der Haarverlust stellen- und formspezifisch auf, kann dies auf eine krankhafte Veränderung des Haarwachstums – auf den kreisrunden Haarausfall deuten.

In der Medizin ist von Haarausfall die Rede, wenn Ihnen über einen längeren Zeitraum täglich mindestens 100 Haare ausfallen. Es gibt verschiedene Formen von Haarverlust. Ein kreisrunder Haarausfall, Alopecia Areata, liegt vor, wenn sich kleine, kahle, kreisrunde Stellen auf dem Kopf bilden.

Die genauen Ursachen sind noch nicht vollständig erforscht. Sogar Kinder können schon von diesem Haarverlust betroffen sein. Breitet sich der Haarausfall auf Augenbrauen, Bart und Körperhaare aus und fallen alle Haare komplett aus, handelt es sich um Alopecia Areata Totalis.

Alopecia Areata – Symptomatik & Verlauf

Fachspezifisch als Alopecia areata bezeichnet, kann kreisrunder Haarausfall an jeder behaarten Körperstelle auftreten (so kann kreisrunder Haarausfall am Bart bei Männern auftauchen).

Dabei ist der Prozess der Entstehung schleichend. Zunächst fallen den Betroffenen die Haare an einer oder mehreren Körperstellen so aus, dass ein runder oder ovaler haarloser Fleck von 1-2 cm entsteht. Daher der Name des Krankheitsbildes.

Das Besondere an dieser Krankheitsform ist, dass das Haarwachstum an sich nicht betroffen ist, das heißt, die Haarwurzeln sind intakt und funktionsfähig. Die Haare sprießen weiterhin, jedoch ist die Qualität dieser neuen Haare verändert.

Im Anfangsstadium sind die nachgewachsenen Haare in der Länge dicker und werden zum Kopfende dünner – dies wird als Ausrufezeichenhaare bezeichnet. Die dünnen Haare brechen an der Kopfhaut ab, sodass ein spärlich behaarter, entzündlicher Fleck entsteht.

Im Verlauf der Krankheit wachsen die Haare immer dünner nach, bis nur noch eine leichter Flaum die Stelle bedeckt, oder zum Schluss die Stelle kahl bleibt.

Kreisrunder Haarausfall kann sich auf eine Stelle am Körper beschränken, aber sich auch auf den gesamten Körper ausbreiten (Alopecia totalis), was jedoch nur in 10 % der Fälle auftritt. Eine noch seltenere Form ist der Ausfall an Augenbrauen und Wimpern. Zudem tritt bei Betroffenen eine Veränderung an den Nägeln auf (Tüpfelnägel).

Da die Haarwurzeln bei diesem Erscheinungsbild nicht betroffen sind, kann das Krankheitsbild ein vorübergehendes Symptom sein und nach wenigen Monaten bereits ausklingen. Auch eine Spontanheilung nach Jahren ist möglich.

Da wachsen die Haare langsam unpigmentiert nach und erreichen mit der Zeit wieder die normale Struktur. Jedoch kann es immer wieder an den betroffenen Stellen zum Ausfall kommen.

Verbreitung des kreisrunden Haarausfalls

Etwa 1-1,5 Millionen Menschen jeden Alters leiden in Deutschland unter diesem Krankheitsbild. Jedoch sind in zwei von drei Fällen die Erkrankten junger als 30 Jahre und Männer sowie Kinder sind häufiger betroffen. Schon im frühen Kindesalter kann Alopecia Areata auftreten. Mitunter beschränkt sich der Haarverlust auf eine kleine Stelle, doch kann es auch bei Kindern schon zu einem Totalverlust aller Haare kommen. Weltweit sind etwa 2 Prozent der Bevölkerung von Alopecia Areata betroffen.

Mitunter kann es zu einer Spontanheilung kommen. Eine Heilung ist auch in vielen Fällen möglich, wenn die Ursache rechtzeitig ermittelt und behandelt wird. Häufig geht die Erkrankung mit Allergien, Schilddrüsenerkrankungen oder Neurodermitis einher. Wird die Ursache erfolgreich behandelt und wachsen die Haare wieder nach, ist das noch keine Garantie, dass Alopecia Areata im späteren Leben nicht wieder auftritt. Kommt es zu Alopecia Areata Totalis, ist in den meisten Fällen davon auszugehen, dass die Haare nicht wieder nachwachsen.

Ursachen der Krankheit

Trotz jahrelanger Forschung auf dem Gebiet des Haarverlustes gibt es keine eindeutigen Ergebnisse zur Ursache dieser Krankheitsform. Hier stehen sich mehrere Theorien gegenüber – da Fälle bekannt sind, in den kreisrunder Haarausfall bei mehreren Familienmitgliedern über Generationen hinweg aufgetreten ist, deutet dies auf eine genetische Disposition hin.

Beim plötzlich eintretenden Haarausfall vermuten die Forscher eine körpereigene Fehlfunktion der Immunität. Es wird davon ausgegangen, dass die normale Abwehr des Körpers durch die T-Lymphozyten, die bei Fremdeinwirkungen greift, sich aus ungeklärter Ursache gegen den eigenen Körper richtet.

Die T-Lymphozyten erkennen den Haarfollikel nicht als Eigentum des Körpers, sondern als Eindringling und greifen diesen an. Wie im Normalfall bei einer Immunreaktion auf bestimmte Krankheitsprozesse zum Beispiel mit Fieber reagiert auch hier der Körper mit einem Entzündungsherd, aber an den Haarfollikeln. Das führt im Endeffekt zum Haarverlust.

Da die Betroffenen in 30 Prozent der Fälle auch über andere Immunschwächekrankheiten berichten wie allergischen Reaktionen auf bestimmte Mittel, Neurodermitis oder Asthma und Heuschnupfen, gehen die Forscher von einer Wechselwirkung dieser aus.

Auch Schilddrüsenfehlfunktionen, bestimmte Darm- und Muskelerkrankungen, die vermehrt mit kreisrundem Haarausfall auftreten, werden als Ursache nicht ausgeschlossen.

Hormonelle Veränderungen zum Beispiel in der Schwangerschaft können ebenfalls die Erkrankung auslösen. Auch reagieren manche Betroffene auf Medikamente mit diesem Krankheitsbild.

Oft tritt jedoch kreisrunder Haarausfall mit extremen psychischen Stresserfahrungen auf. Gerade bei Kindern mit kreisrundem Haarausfall ist dies nicht selten der Ursprung. Meist wird diese Krankheitsform nach Verlust eines nahestehenden Menschen diagnostiziert.

Mit der psychischen Heilung verschwand das Krankheitsbild genauso plötzlich, wie es aufgetreten war. Spontanheilung ist beim kreisrunden Haarausfall jederzeit möglich, da hier das Wachstum der Haare nicht betroffen ist.

Ursachenforschung – zeitnahe Diagnose ist wichtig

Da es für Alopecia androgenetica – genetisch bedingten Haarausfall – ganz unterschiedliche Ursachen gibt, sollten Betroffene die medizinische Diagnostik nicht auf die lange Bank schieben. Nicht selten sind dringend behandlungsbedürftige Erkrankungen der Grund dafür, dass das Haar kreisrund oder am Haaransatz und an den Schläfen ausfällt.

Der psychische Druck steigt parallel zum Schwinden des Haarwuchses und führt perspektivisch in eine Depression, die wiederum den Rückzug aus dem gesellschaftlichen Leben nach sich zieht. Die Dermatologie ist der richtige Ansprechpartner, wenn es um eine Diagnose für den Grund des Haarausfalls geht.

Eine sehr seltene Form der Alopezie ist die Alopecia areata ophiasis, bei der das Haar im Schläfenbereich und im Nacken ausfällt. Im Anfangsstadium kann der Haarverlust gestoppt werden. Doch wenn die Untersuchung aufgeschoben wird, kann der Haarverlust unumkehrbar werden.

Therapie & Behandlung

Da die Ursachen unterschiedlichster Natur sein können, sind auch die Therapiemöglichkeiten breit gefächert. Die schlechte Nachricht ist, dass die Krankheit nicht dauerhaft heilbar ist, wenn keine spezifische Ursache wie hormonelle Veränderungen, Fehlfunktionen der Organe oder allergische Reaktion gefunden ist.

Liegt die Ursache klar auf der Hand, kann schulmedizinisch vorgegangen und die Grunderkrankung mit Medikamenten bekämpft werden. Als Effekt wird auch der kreisrunde Haarausfall verschwinden.

Auch bei psychischer Extrembelastung kann eine Therapieversuch erfolgen. Hierbei kann neben der gängigen Psychotherapie auch Naturheilverfahren eingesetzt werden. Dabei werden der Körper und die Seele als Ganzes betrachtet und so behandelt – mehr dazu auch im Artikel zu kreisr. Haarausfall bei Frauen.

Neben der Entgiftung des Körpers mit Salzen und Kräutern und dem Aufzeigen von Entspannungsübungen soll der Betroffene auch seine Seele durch Gespräche entlasten und so zur inneren Ruhe finden. Oft kling mit der inneren Belastung auch die Symptomatik ab.

Da jedoch meist die Erkrankten sonst guter Gesundheit sind und die Hauptursache schwer auffindbar ist, muss der Betroffene vor allem lernen, mit dem Haarverlust zu leben. Denn aufgrund der fehlenden Heilungserfolge erzeugt der Haarverlust extremen psychischen Schmerz und wirkt dadurch kontraproduktiv.

Dies führt zum Rückzug aus dem sozialen Leben und schließlich zu Depressionen. Meist hilft den erkrankten der Kontakt zu Mitleidenden. Die Suche nach Gleichgesinnten hat schon vielen Betroffenen den Weg aus dem Schmerz aufgezeigt, den Weg zurück ins normale Leben trotz der Krankheit.

Was tun, wenn die Haarerkrankung irreversiblen Haarschwund begünstigt?

In der Humangenetik gibt es verschiedene Sonderfälle, die nur ein erfahrener Facharzt oder eine Klinik diagnostizieren kann. Dazu gehören Alopecia areata totalis und Haarschwund, der zum Beispiel im Bereich des Nackens auftritt. Ohne eine medizinische Diagnose ist es unmöglich, die Symptome zu behandeln und den Haarausfall zu stoppen.

Doch auch mit Bekanntheit der Erkrankung gibt es Ausnahmefälle, in denen ein Stopp des Haarverlusts nichts möglich ist. Was können Betroffene tun, um nicht tiefer in einem Strudel aus psychischer Belastung, Stress und psychosomatischen Symptomen zu geraten?

Eine Haarklinik ist in diesem Fall der richtige Ansprechpartner, da eine Eigenhaartransplantation die Ästhetik und damit das Selbstwertgefühl wieder herstellen kann. Wenn alle anderen Maßnahmen nicht mehr helfen und wenn das Haar nachweislich mit der Wurzel verloren ist, bietet die Haarverpflanzung eine Chance auf den Wiedereinstieg in ein normales Leben.

Wichtig ist dafür, dass sich ausreichend lebendige Follikel in der Kopfhaut befinden, da die Transplantation von Eigenhaar einen Spenderbereich voraussetzt. Nachdem der Dermatologe die Diagnose gestellt und die Ursachenbehandlung eingeleitet hat, kann ein Termin in der Haarklinik vereinbart werden.

Autoimmunerkrankungen: Ein Grund für kreisrunden und flächendeckenden Haarverlust

Die Diagnose beim Dermatologen erfolgt nach dem Ausschlussprinzip. Wenn von Haarausfall Betroffene keine Vitalstoffmängel aufweisen, keine Krankheit mit Haarausfall als Begleitsymptom haben und auch nicht unter Stress stehen, könnte sich die Problematik in einer Autoimmunerkrankung begründen.

In diesem Fall ist nicht nur das Kopfhaar, sondern auch das Körper- und Gesichtshaar betroffen. Anfangs bilden sich kleine reisrunde Stellen, die kontinuierlich größer werden und bei Nichtbehandlung der Grunderkrankung zum vollständigen Haarschwund führen können.

Auch wenn Autoimmunerkrankungen selten sind, wird ein erfahrener Dermatologe in diese Richtung ermitteln und eine Diagnose stellen, oder die Autoimmunstörung nach umfassenden Tests und Untersuchungen ausschließen.

Fazit

Der Fachbegriff für kreisrunden Haarausfall ist Alopezia Areata. Auf dem Kopf bilden sich kreisrunde, etwa münzgroße Areale, auf denen keine Haare mehr wachsen. Zumeist brechen die Haare nur oberhalb der Kopfhaut ab, während die Haarfollikel noch intakt sind. Die genauen Ursachen dieses Haarausfalls sind noch nicht vollständig erforscht. Zu den häufigsten Ursachen zählen Autoimmunerkrankungen, Stress oder Infektionen der Kopfhaut.

Menschen aller Altersklassen können davon betroffen sein, Männer ebenso wie Frauen. Sogar Kinder sind schon davon betroffen. Die Alopezie tritt am häufigsten bei Menschen auf, die jünger als 30 Jahre sind. Schreitet der Haarausfall weiter fort, fallen auch Augenbrauen, Wimpern, Barthaare und Körperhaare aus.

In diesem Fall liegt eine Alopecia Areata Totalis vor. Während bei einem kreisrunden Haarausfall, der nur kleine Bereiche betrifft, die Haare häufig wieder nachwachsen, wenn die Ursache ermittelt und behandelt wird, wachsen die Haare bei einem kompletten Haarverlust nicht wieder nach. Für die Betroffenen ist es wichtig, den sozialen Rückzug zu vermeiden und mit dem Haarverlust umzugehen. Eine psychologische Behandlung kann helfen.

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