Alopecia Areata Totalis Ursachen & Behandlung

Alopecia Areata – Haarausfall ist die natürliche Erscheinungsform des Haarwachstums in einem gesunden Körper und ist in den meisten Fällen weder krankhaft noch behandlungsbedürftig. Verändert sich jedoch das verlorene Haarvolumen zu einer beängstigenden Menge, oder tritt der Haarverlust stellen- und formspezifisch auf, kann dies auf eine krankhafte Veränderung des Haarwachstums – auf den kreisrunden Haarausfall deuten.

Alopecia Areata – Symptomatik & Verlauf

Fachspezifisch als Alopecia areata bezeichnet, kann kreisrunder Haarausfall an jeder behaarten Körperstelle auftreten. Dabei ist der Prozess der Entstehung schleichend. Zunächst fallen den Betroffenen die Haare an einer oder mehreren Körperstellen so aus, dass ein runder oder ovaler haarloser Fleck von 1-2 cm entsteht. Daher der Name des Krankheitsbildes.

alopecia areata behandlung und ursachenDas Besondere an dieser Krankheitsform ist, dass das Haarwachstum an sich nicht betroffen ist, das heißt, die Haarwurzeln sind intakt und funktionsfähig. Die Haare sprießen weiterhin, jedoch ist die Qualität dieser neuen Haare verändert.

Im Anfangsstadium sind die nachgewachsenen Haare in der Länge dicker und werden zum Kopfende dünner – dies wird als Ausrufezeichenhaare bezeichnet. Die dünnen Haare brechen an der Kopfhaut ab, sodass ein spärlich behaarter, entzündlicher Fleck entsteht.

Im Verlauf der Krankheit wachsen die Haare immer dünner nach, bis nur noch eine leichter Flaum die Stelle bedeckt, oder zum Schluss die Stelle kahl bleibt. Kreisrunder Haarausfall kann sich auf eine Stelle am Körper beschränken, aber sich auch auf den gesamten Körper ausbreiten (Alopecia totalis), was jedoch nur in 10 % der Fälle auftritt. Eine noch seltenere Form ist der Ausfall an Augenbrauen und Wimpern. Zudem tritt bei Betroffenen eine Veränderung an den Nägeln auf (Tüpfelnägel).

Da die Haarwurzeln bei diesem Erscheinungsbild nicht betroffen sind, kann das Krankheitsbild ein vorübergehendes Symptom sein und nach wenigen Monaten bereits ausklingen. Auch eine Spontanheilung nach Jahren ist möglich. Da wachsen die Haare langsam unpigmentiert nach und erreichen mit der Zeit wieder die normale Struktur. Jedoch kann es immer wieder an den betroffenen Stellen zum Ausfall kommen.

Verbreitung des kreisrunden Haarausfalls

Etwa 1-1,5 Millionen Menschen jeden Alters leiden in Deutschland unter diesem Krankheitsbild. Jedoch sind in zwei von drei Fällen die Erkrankten junger als 30 Jahre und Männer sowie Kinder sind häufiger betroffen.

Ursachen der Krankheit

Trotz jahrelanger Forschung auf dem Gebiet des Haarverlustes gibt es keine eindeutigen Ergebnisse zur Ursache dieser Krankheitsform. Hier stehen sich mehrere Theorien gegenüber – da Fälle bekannt sind, in den kreisrunder Haarausfall bei mehreren Familienmitgliedern über Generationen hinweg aufgetreten ist, deutet dies auf eine genetische Disposition hin.

Beim plötzlich eintretenden Haarausfall vermuten die Forscher eine körpereigene Fehlfunktion der Immunität. Es wird davon ausgegangen, dass die normale Abwehr des Körpers durch die T-Lymphozyten, die bei Fremdeinwirkungen greift, sich aus ungeklärter Ursache gegen den eigenen Körper richtet.

Die T-Lymphozyten erkennen den Haarfollikel nicht als Eigentum des Körpers, sondern als Eindringling und greifen diesen an. Wie im Normalfall bei einer Immunreaktion auf bestimmte Krankheitsprozesse zum Beispiel mit Fieber reagiert auch hier der Körper mit einem Entzündungsherd, aber an den Haarfollikeln. Das führt im Endeffekt zum Haarverlust.

Da die Betroffenen in 30 Prozent der Fälle auch über andere Immunschwächekrankheiten berichten wie allergischen Reaktionen auf bestimmte Mittel, Neurodermitis oder Asthma und Heuschnupfen, gehen die Forscher von einer Wechselwirkung dieser aus. Auch Schilddrüsenfehlfunktionen, bestimmte Darm- und Muskelerkrankungen, die vermehrt mit kreisrundem Haarausfall auftreten, werden als Ursache nicht ausgeschlossen.

Hormonelle Veränderungen zum Beispiel in der Schwangerschaft können ebenfalls die Erkrankung auslösen. Auch reagieren manche Betroffene auf Medikamente mit diesem Krankheitsbild.

Oft tritt jedoch kreisrunder Haarausfall mit extremen psychischen Stresserfahrungen auf. Gerade bei Kindern ist dies nicht selten der Ursprung. Meist wird diese Krankheitsform nach Verlust eines nahestehenden Menschen diagnostiziert. Mit der psychischen Heilung verschwand das Krankheitsbild genauso plötzlich, wie es aufgetreten war. Spontanheilung ist beim kreisrunden Haarausfall jederzeit möglich, da hier das Wachstum der Haare nicht betroffen ist.

Therapie & Behandlung

Da die Ursachen unterschiedlichster Natur sein können, sind auch die Therapiemöglichkeiten breit gefächert. Die schlechte Nachricht ist, dass die Krankheit nicht dauerhaft heilbar ist, wenn keine spezifische Ursache wie hormonelle Veränderungen, Fehlfunktionen der Organe oder allergische Reaktion gefunden ist.

Liegt die Ursache klar auf der Hand, kann schulmedizinisch vorgegangen und die Grunderkrankung mit Medikamenten bekämpft werden. Als Effekt wird auch der kreisrunde Haarausfall verschwinden.

Auch bei psychischer Extrembelastung kann eine Therapieversuch erfolgen. Hierbei kann neben der gängigen Psychotherapie auch Naturheilverfahren eingesetzt werden. Dabei werden der Körper und die Seele als Ganzes betrachtet und so behandelt. Neben der Entgiftung des Körpers mit Salzen und Kräutern und dem Aufzeigen von Entspannungsübungen soll der Betroffene auch seine Seele durch Gespräche entlasten und so zur inneren Ruhe finden. Oft kling mit der inneren Belastung auch die Symptomatik ab.

Da jedoch meist die Erkrankten sonst guter Gesundheit sind und die Hauptursache schwer auffindbar ist, muss der Betroffene vor allem lernen, mit dem Haarverlust zu leben. Denn aufgrund der fehlenden Heilungserfolge erzeugt der Haarverlust extremen psychischen Schmerz und wirkt dadurch kontraproduktiv.

Dies führt zum Rückzug aus dem sozialen Leben und schließlich zu Depressionen. Meist hilft den erkrankten der Kontakt zu Mitleidenden. Die Suche nach Gleichgesinnten hat schon vielen Betroffenen den Weg aus dem Schmerz aufgezeigt, den Weg zurück ins normale Leben trotz der Krankheit.

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