Haarwachstum anregen & schneller mehr Haare

Haarwachstum – Volles und gesundes Haar wünschen sich viele Menschen und während die einen nie Probleme mit ihrem Schopf haben, müssen sich andere irgendwann die Frage stellen, wie sie positiv auf ihr Wachstum Einfluss nehmen können, da ihre Haare zunehmend dünner oder weniger werden.

Der Haarwachstumsprozess ist allerdings komplexer als gedacht und auch viele innere wie äußere Faktoren können einen guten oder schlechten Einfluss auf die Haare und ihr Wachstum nehmen.

Haarwachstum – Was ist das für ein Prozess?

Wie schnell das Haar wächst und in welcher Dicke und Struktur ist vor allem genetisch bedingt und kann sehr unterschiedlich sein. Dennoch ist der Ablauf bei allen Menschen gleich. Es gibt drei Phasen, die sich abwechseln und den Haarzyklus bilden:

  • Wachstumsphase (Anagenphase)
  • Regressionsphase (Katagenphase)
  • Ruhephase (Telogenphase)

haarwachstum männer und frauenDie erste Phase ist die Wachstumsphase, ungefähr 85 Prozent der Haare auf dem Kopf befinden sich in der Regel in dieser Phase. Sie dauert 2 bis 7 Jahre, in denen das Haar fest verankert in der Haut ist und im Durchschnitt 10 mm pro Monat wächst.

Die Dauer dieser Phase, die genetisch festgelegt ist, aber auch durch Hormone beeinflusst sein kann, bestimmt im Wesentlichen die Maximalhaarlänge, die ein Mensch erreichen kann. Die Wachstumsgeschwindigkeit unterscheidet sich aber auch je nach Körperregion.

Anschließend folgt die Regressionsphase, in der die Haare von der Wurzel abgetrennt werden und nicht mehr wachsen, sondern sich in Richtung Kopfhautoberfläche schieben, die sie bald durchdringen und dann ausfallen. Diese Phase dauert nur wenige Wochen und betrifft normalerweise auch nur einen sehr geringen Teil der Haare.

In der Telogenphase werden die Haare nun endgültig nicht mehr mit Nährstoffen versorgt und schieben sich immer weiter zur Hautoberfläche, bis sie endgültig ausfallen, was meist durch mechanische Einwirkung wie das Waschen oder Kämmen der Haare geschieht. Danach beginnt eine neue Anagenphase, es wächst also ein neues Haar.

Wodurch kann man das Haarwachstum beschleunigen?

Auch wenn die Länge der Wachstumsphase und die Schnelligkeit, in der Haare in dieser Phase wachsen, grundsätzlich genetisch festgelegt sind, reizen viele Menschen dabei doch nicht das Optimum aus.

Nährstoffe, die für die Haare wichtig sind

Werden die Haare nicht mit genügend Nährstoffen versorgt oder liegen Erkrankungen, hormonelle Veränderungen oder medikamentöse Einwirkungen vor, kann dies die Anagenphase verkürzen oder verhindern.

Nahrungsergänzungsmittel sollten allerdings nur eingenommen werden, wenn tatsächlich ein Mangel besteht oder zu befürchten ist, ansonsten sollte eine ausgewogene und gesunde Ernährung angestrebt werden.

Protein

Haare bestehen überwiegend aus Protein (Eiweiß), deshalb ist es wichtig, dem Körper genug davon zuzuführen. Gute Proteinquellen sind beispielsweise mageres Fleisch, Fisch, Tofu, Hülsenfrüchte, Eier oder Quark.

Wer eine zu radikale oder sehr eiweißarme Diät hält, kann einen diffusen Haarausfall erleiden oder muss mit dünnen, brüchigen Haaren rechnen.

Zink

Zink ist ein Spurenelement und nicht nur wichtig für schöne Haut und Nägel, sondern auch für die Haare. Neue Haarzellen bilden sich schneller, wenn genügend Zink vorhanden ist, außerdem werden Entzündungen verringert. Austern, Leber, viele Käsesorten sowie Cashewkerne und Haferflocken enthalten besonders viel Zink.

Eisen

Insbesondere bei menstruierenden Frauen besteht häufig ein Eisenmangel, zu dessen Symptomen Haarausfall zählt. Eisen ist essenziell für Wachstumsprozesse im Körper, auch was die Haare angeht, denn Eisen transportiert Sauerstoff im Körper.

Eisen findet sich vor allem in Fleisch, pflanzliches Eisen ist für den Körper schwieriger zu verwerten. Vegetarier sollten daher immer auch auf ihre Vitamin-C Zufuhr achten, da dies die Eisenaufnahme begünstigt. Linsen, Vollkornprodukte, Spinat und Soja sind reich an Eisen. Eine vollwertige Ernährung ist wichtig, da der Eisenmangel Haarausfall begünstigen kann.

Vitamin A

Vitamin A gehört auch zu den Vitaminen, die für den Aufbau des Haares zuständig sind und dessen Mangel Haarwachstumsstörungen nach sich ziehen kann.

Vitamin A ist unter anderem in Karotten, Brokkoli, Grünkohl und Käse enthalten. Man sollte allerdings auf die richtige Balance achten, denn eine Überdosis dieses Vitamins kann auch zu Haarausfall führen. Dies ist aber bei gewöhnlicher Nahrungsaufnahme kaum möglich.

Biotin

Das aus der Gruppe der B-Vitamine stammende Biotin, wegen seiner Wirkung auf Haut und Haar auch als Vitamin H bekannt, wirkt vor allem stärkend auf das Haar und verhindert Entzündungen an den Haarwurzeln. Es ist enthalten in Hefe, Eigelb, Soja, Haferflocken, Walnüssen und Bananen.

Kupfer

Kupfer ist maßgeblich am Stoffwechsel beteiligt und wichtig für eine gesunde und kräftige Haarstruktur, ein Mangel führt zu Haarbildungsstörungen. In Vollkornprodukten, Haferflocken, Nüssen, Hülsenfrüchten und Trockenobst kommt viel Kupfer vor.

Weitere für das schnelle und gesunde Wachstum der Haare wichtige Nährstoffe sind Selen, Folsäure, Vitamin D und alle B-Vitamine.

Äußerliche Einwirkungen auf die Haare

Shampoo

Eine gesunde Kopfhaut ist wichtig, um gesunde Haare zu erhalten. Ist die Haut gereizt, geschuppt oder krank, können mehr Haare ausfallen. Wichtig ist daher, ein mildes Shampoo zu wählen, das die Kopfhaut nicht austrocknet und nicht zu Irritationen führt, auch um das wachsen der Haare nicht zu stören.

Wer sehr empfindlich ist, wäscht am besten mit einem Shampoo ohne Parfüm und sonstige Allergene, gut geeignet ist zu diesem Zweck auch Kindershampoo. Bei Kopfhautkrankheiten wie einem seborrhoisches Ekzem sollte ein medizinisches Shampoo verwendet werden. Spezielle Haarpflege, die das Haarwachstum der Haare anregen soll, enthält meist den Wirkstoff Koffein.

haarwasser-fuer-haarwachstumMassagen, Öle und Haarwasser

Kopfhautmassagen fördern die Durchblutung der Kopfhaut, was den Wachstumsprozess der Haare anregt, da die Haarwurzeln stimuliert werden.

Dieser Effekt kann auch durch passende Öle oder Haarwasser gefördert werden – Klettenwurzelöl soll beispielsweise das Wachstum der Haare beschleunigen und zudem gegen Schuppen oder Ekzeme wirken, auch Rizinusöl soll ähnliche Eigenschaften besitzen.

Haarwasser mit Auszügen aus Brennnessel, Koffein oder Birkenblättern werden ebenfalls gern in die Kopfhaut einmassiert, um das Wachstum zu fördern.

Licht und Wärme

Im Sommer wachsen die Haare bei den meisten Menschen plötzlich schneller und vermehrt, da Licht, Wärme und Bewegung den Stoffwechsel anregen.

Im Winter kann man diesen Effekt mit einem Besuch im Solarium oder Rotlicht erreichen. Eine Rotlichtlampe fördert auch die Durchblutung und die Entspannung der Kopfhaut.
Wir wirken sich Hormone auf die Haare aus?

Hormone und ihr Einfluss auf die Haare

Sowohl das Haarwachstum von Männern als auch das von Frauen wird von Hormonen beeinflusst. In der Pubertät können die Hormone bei beiden Geschlechtern zu Strukturveränderungen, Farbveränderungen oder für ein anderes Verhalten von Kopfhaut und Haarwuchs führen.

Während der Schwangerschaft verlängert das Hormon Östrogen die Lebens- und Ruhephase der Haare, was für mehr Haarfülle sorgt. Nach der Entbindung sinkt der Hormonspiegel allerdings wieder rapide ab, sodass es zu einem plötzlich stark vermehrten Haarausfall kommen kann, der sich in der Regel nach der Stillphase aber wieder normalisiert.

Auch zu viele männliche Hormone, sogenannte Androgene, können Haarausfall bewirken, dies kann durch Krankheiten wie das polyzystische Ovarialsyndrom oder zu viel Insulin im Körper vorkommen. Androgene sind auch für den typischen männlichen Haarausfall, der mit Geheimratsecken beginnt, verantwortlich. (vgl. unser Artikel über Haarausfall Homöopathie)

Bei ihnen ist dies allerdings genetisch festgelegt. Eine solch genetisch programmierter Haarausfall ist auch bei Frauen möglich, wenn auch seltener und mit späterem Beginn (in der Regel erst in den Wechseljahren, bei Männern kann dies schon mit der Pubertät beginnen).

Einen wichtigen Einfluss auf die Haare haben zudem die Hormone der Schilddrüse. Erkrankungen wie Hashimoto beziehungsweise eine Schilddrüsenunterfunktion bringen diese Hormone aus dem Gleichgewicht und wirken sich auch auf das Wachstum der Haare aus.

Welche Medikamente können die Haare beeinflussen?

Wie schon festgestellt, haben insbesondere Hormone einen starken Einfluss auf das Haarwachstum, sodass es nicht verwunderlich ist, dass die Anti-Baby-Pille mit Haarproblemen in Verbindung gebracht wird.

Während Pillen, die anti-androgen wirken, oftmals bei hormonell bedingtem Haarausfall als Gegenmittel verschrieben werden, führen androgen wirkende Pillen bei vielen Frauen zu Haarausfall. Dies ist aber individuell sehr verschieden. Haarausfall ist allerdings bei jeder Pille eine mögliche Begleiterscheinung des Einnehmens, Wechselns oder Absetzens.

Auch verbreitete Medikamente wie Schmerzmittel oder Antidepressiva haben bei empfindlichen Personen starke Auswirkungen auf die Haare und das Haarwachstum.

Es gibt allerdings auch Wirkstoffe, die sich sehr positiv auf das Wachsen der Haare auswirken, einer davon ist Minoxidil, wie es zum Beispiel in Regaine enthalten ist. Dies sorgt dafür, dass in vielen Haarwurzeln wieder die Wachstumsphase beginnt und wird vor allem bei androgenetischem Haarausfall eingesetzt.

Nährstoff-Kombi-Präparate, die alle für gesunde und schnell wachsende Haare wichtigen Nährstoffe enthalten, können auch wirksam sein und die Haare schneller und dichter nachwachsen lassen, besonders bei Darmerkrankungen, die eine normale Nährstoffaufnahme unmöglich machen.

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