Sie haben sich für eine Haarverpflanzung entschieden und möchten Ihrer Ästhetik damit auf die Sprünge helfen. Volles Haar ist in unserer Gesellschaft ein Zeichen für Jugendlichkeit und Dynamik. Diffuser oder kreisrunder Haarausfall wird als Zeichen der Alterung gewertet, so dass sich der Haarschwund nachhaltig auf Ihr Selbstbewusstsein auswirkt. Sie sind sportlich aktiv, stählen Ihren Körper und möchten natürlich nicht auf den Sport verzichten. Doch warum Sie nach der Haarverpflanzung Ruhe bewahren und es langsam angehen lassen sollten, erfahren Sie in diesem Artikel.

Warum Sport nach der Haartransplantation unterbleiben sollte

Die Haarverpflanzung ist ein minimalinvasiver und schmerzfreier Eingriff. Bei der Haartransplantation werden Ihnen Grafts aus dem Spenderbereich entnommen und im Anschluss im Empfängerbereich verpflanzt. Die Wunden sind verschwindend klein, aber dennoch vorhanden. Ihre Kopfhaut wird in den ersten zwei Wochen nach dem Eingriff Krusten bilden, die ganz in Ruhe abheilen sollte. Wenn Sie in diesem Zeitraum Sport treiben und schwitzen, steigert sich Ihr Blutdruck und die Poren der Kopfhaut verschließen sich durch den Schweiß.

Dieser Umstand wirkt sich auf den Heilungsprozess aus und kann dazu führen, dass die frisch verpflanzten Grafts geschädigt werden und nicht in die Kopfhaut einwachsen. In den ersten 10 bis 14 postoperativen Tagen ist die Kopfhaut besonders empfindlich. Jede Zuwiderhandlung im Bezug auf die Empfehlungen des Behandlungsteams können Nachteile mit sich bringen und ein Grund sein, warum Ihr Haar nicht nachwächst. Verzichten Sie daher in den ersten zwei Wochen nach dem Eingriff auf jegliche Form der körperlichen Anstrengung. Dazu zählen schwere körperliche Arbeit, Geschlechtsverkehr und eben auch alle sportlichen Aktivitäten.

Schweißbildung erhöht das Risiko für Infektionen

Neben dem Verzicht auf das Krafttraining, auf Sex und auf Ausdauersport ist es natürlich wichtig, auch andere schweißtreibende Aktivitäten zu unterlassen. In den ersten vier bis sechs postoperativen Wochen sollten Sie keinesfalls in die Sauna, ins Solarium oder ins Schwimmbad gehen.

Auch schwere körperliche Arbeiten im Beruf oder auf dem eigenen Grundstück müssen auf die lange Bank geschoben werden. Wenn Sie schwitzen, weichen die Krusten auf und es kann zu folgenschweren Entzündungen und Infektionen der Kopfhaut kommen.

Schweiß ist ein Nährboden für Bakterien und Keime, die ungehindert in die noch nicht verheilten Implantationskanäle gelangen und die frisch verpflanzten Haarfollikel schädigen. Auch wenn es nicht immer einfach ist, allen Belastungen aus dem Weg zu gehen und sportliche, oder wohltuende Aktivitäten zu vermeiden: In den ersten Wochen nach dem minimalinvasiven Eingriff müssen Sie sprichwörtlich einen kühlen Kopf bewahren und jegliches Schwitzen vermeiden. Wichtig: An heißen Sommertagen halten Sie sich im Schatten oder im Haus auf. Denn auch die UV-Strahlung schädigt die Haarfollikel und kann erneuten Haarschwund begünstigen.

Die Wundheilung nach dem Eigenhaarimplantat

Bei einer Haartransplantation handelt es sich zwar um marginale, aber um dicht beieinander liegende Wunden. Dementsprechend sollten Sie sich so verhalten, wie Sie es nach einem größeren operativen Eingriff ebenfalls tun würden. In der Haarklinik erfahren Sie, dass Sie bereits einen Tag nach dem Eingriff wieder gesellschaftsfähig sind. Das heißt allerdings nicht, dass Sie Ihren gewohnten Lebensstil inklusive Kraft- und Ausdauertraining direkt wieder aufnehmen können.

Bei Sport ist nach der Haartransplantation Vorsicht geboten. Wie bereits angeschnitten, dürfen Sie in den ersten zwei Wochen keinerlei schweißtreibende und anstrengende Aktivitäten vornehmen. Auch nach dieser Zeit fangen Sie langsam an und schließen aus, dass Sie den Anwachsprozess der Haarfollikel schädigen. Leichtes Jogging, Yoga oder Pilates sind nach den ersten zwei Wochen erlaubt.

Wenn es um Kraftsport oder um Schwimmen, um Ballsport und Kontaktsportarten geht, müssen Sie sich noch weitere drei bis vier Wochen in Geduld üben. Jegliche negativen Einflüsse auf die Wundheilung können dazu führen, dass die frisch verpflanzten Grafts absterben und kein neues Haar nachwächst. Die Heilungsphase trägt einen entscheidenden Faktor zum neuen Haarwuchs bei und sollte daher ernst genommen und eingehalten werden.

Anstrengungen schädigen die Heilung

Sie fragen sich, warum Sie auf anstrengenden Sport nach einer Haartransplantation verzichten sollten? Dafür gibt es viele Gründe. In erster Linie schädigt die Schweißbildung die Wundheilung und führt dazu, dass die Haarwurzeln absterben können. Ein weiterer, keinesfalls zu unterschätzender Grund ist das Risiko einer Entzündung. Die frischen, wenn auch sehr kleinen Wunden bieten Keimen und Bakterien die Möglichkeit, in Ihren Organismus einzudringen und Ihren Körper von innen heraus zu schädigen.

Entwickelt sich eine Entzündung zu einer schweren Infektion, kann das Ergebnis der Haarverpflanzung völlig ausbleiben. Wissenswert ist auch, dass Sie Ihre Kopfhaut nach einem Haarimplantat nicht nur vor Schweiß durch Anstrengung, sondern auch vor Chlor- und Salzwasser schützen müssen. Auch wenn Schwimmen nicht zwangsläufig mit einer körperlich starken Anstrengung einhergeht, sollten Sie Besuche im Schwimmbad oder einen Urlaub am Meer nicht direkt nach einer Haartransplantation anberaumen. Hier gilt die gleiche Faustformel wie für anstrengende Sportarten. Erst vier Wochen nach dem Eingriff dürfen Sie wieder ins Wasser.

Sicherlich ist die Empfindung, was anstrengend ist, relativ. Um die Risiken einer Eigenbeurteilung auszuschließen und die noch sensiblen Haarfollikel in der Heilungsphase zu stören, erhalten Sie in der Haarklinik eine Liste mit Anweisungen nach dem Eingriff. Da sich die No-Go’s auch auf einige weniger schweißtreibende, aber ebenso riskante Unternehmungen beziehen, sollten Sie die Empfehlungen aufmerksam lesen und sich an die Tipps halten.

Ein Strandurlaub ist zwar nicht anstrengend, doch würden Sie beim Sonnenbaden und beim Schwimmen die Heilung gefährden. Viele von Haarausfall betroffene legen den Kliniktermin daher in die Herbst- oder Wintermonate, um den Sommer genießen und seinen geliebten Aktivitäten nachgehen zu können.

Nach Auszeit mit „leichten“ Sportarten beginnen

Die vierwöchige Schonfrist ist vorbei und Sie möchten am liebsten wieder voll ins Krafttraining oder in Ihren Ausdauersport einsteigen. Beginnen Sie langsam und überfordern Sie weder Ihren Körper noch die transplantierten Haarfollikel. Ein leichter Lauf, Yoga weniger anstrengende Kraftübungen sind jetzt erlaubt. Auf Ballsport und Full-Kontakt-Sportarten sollten Sie noch mindestens zwei bis vier Wochen verzichten. Sie befinden sich noch immer in der Heilungsphase und ein schwerer Schlag, ein Stoß oder ein Kopfballkontakt können dazu führen, dass Ihr Immunsystem durch den „Fokus“ auf die Heilung der Unfallfolgen überlastet wird. Ein Bluterguss kann zur Folge haben, dass das Haar im betroffenen Bereich ausfällt, da die noch nicht vollständig angewachsenen Haarfollikel absterben.

Ab wann Sie wieder voll in den Sport nach der Haartransplantation einsteigen dürfen

Wie bereits erwähnt, sollten Sie Ihrer Kopfhaut vier Wochen Zeit für die Heilung gönnen. Sie haben langsam wieder mit dem Sport nach der Haartransplantation angefangen. Nun steigern Sie sich systematisch, ohne dass Sie sich wirklich überlasten und zu schnell vorgehen. Sind alle Krusten verheilt, juckt die Kopfhaut nicht mehr und hat sich keine Entzündung entwickelt, dürfen Sie nach einem Monat wieder wie gewohnt Sport treiben.

Es ist wichtig, dass Sie auf anstrengenden Sport nach der Haartransplantation verzichten und diese Anweisungen des Behandlungsteams akribisch verfolgen. Wenn die Heilung gestört oder gar eine Infektion begünstigt wird, was bei kräftezehrenden und schweißtreibenden Sportarten der Fall ist, sind Sie selbst für das Ausbleiben des Ergebnisses verantwortlich.

Fazit | Anfängliche Ruhe fördert die Heilung – Beginnen Sie langsam mit dem Sport!

Gönnen Sie sich eine kleine Auszeit. Die ersten vier Wochen nach einem Eigenhaarimplantat sind der richtige Zeitpunkt, um sich Ruhe zu gönnen und den Stresspegel deutlich zu senken. Wenn Sie passionierter Sportler sind und sich täglich ein Workout gönnen, sollten Sie Ihren Lifestyle nach einer Haartransplantation in diesem Punkt ändern. In den ersten zwei Wochen nach dem Eingriff verzichten Sie auf alle sportlichen Betätigungen.

Im Zeitraum zwischen zwei und vier Wochen können Sie langsam wieder beginnen und in Ihre gewohnte Aktivität einsteigen. Schwimmbadbesuche oder Baden im Meer müssen postoperativ vier Wochen lang von der Agenda gestrichen werden. Es ist wichtig, dass Sie der gereizten Kopfhaut Ruhe können und die Heilung fördern. Wenn Sie zu früh mit Sport nach einer Haartransplantation beginnen, können die verpflanzten Follikel stark geschädigt werden oder gar ausfallen. Völlig fit sind Sie erst, wenn das neue Haar nachwächst und die Heilung vollständig abgeschlossen ist. Das ist nach drei bis sechs Monaten, aber nicht wirklich früher der Fall.