Menschen, die unter einem starken Haarverlust leiden, können mit einer Haarverpflanzung wieder dauerhaft zu neuer Lebensqualität gelangen. Die Haartransplantation ist ein operativer Eingriff, der in örtlicher Betäubung ausgeführt wird. Zumeist werden die Haarfollikel vom Hinterkopf ausgestanzt und dann in Kanäle in den kahlen Stellen verpflanzt.

Gerade dann, wenn größere Flächen aufgefüllt werden müssen, entstehen viele Wunden. Die Wunden sind zwar selbst nur klein, doch erscheinen sie dicht nebeneinander auf einem größeren Bereich. Auch wenn der Eingriff für den Patienten so schonend wie möglich abläuft und der Patient schnell wieder fit ist, muss er sich schonen.

Das bedeutet auch, dass er nach der Haarimplantation die nächsten Tage auf Geschlechtsverkehr verzichten muss. Warum das eigentlich, wenn doch der Eingriff am Kopf stattfindet und die Wunden auf der Kopfhaut dabei nicht stören?

Warum kein Geschlechtsverkehr nach der Haartransplantation?

Es mag absurd erscheinen, dass Sie in den ersten Tagen nach der Haarimplantation auf Sex verzichten sollten. Schließlich haben die kleinen Einstiche auf der Kopfhaut doch nichts mit dem Genitalbereich zu tun und wirken dabei nicht störend.

Um zu erläutern, warum Sie darauf verzichten müssen, ist es sinnvoll, sich näher mit dem Eingriff und dem Heilungsablauf zu beschäftigen: Der Eingriff gehört zu den kosmetischen Operationen, die für den Patienten mit einem geringen Risiko verbunden sind. Er wird in örtlicher Betäubung ausgeführt.

Der Arzt stanzt mit einer Hohlnadel die zu transplantierenden Haarfollikel vom Hinterkopf aus. Dort entstehen kleine, punktförmige Wunden. Er muss im Empfängerbereich, beispielsweise an Geheimratsecken, Stirnglatze oder Glatze am Oberkopf, kleine Kanäle mit dem Skalpell schneiden. In diese Kanäle pflanzt er die Haarfollikel ein. Interessant ist auch der Ablauf der Heilung nach einer Haartransplantation:

Die Krusten fallen nach ungefähr 10 bis 14 Tagen ab. Eine Haartransplantation ist zwar schonend, doch stellt sie für Ihre Kopfhaut eine ziemliche Herausforderung dar. Sie sollten sich schonen. Dazu gehört auch der Verzicht auf Geschlechtsverkehr, denn schließlich stellt auch er eine körperliche Anstrengung dar.

Warum kann Sex gefährlich werden?

Zumindest in der Zeit, in der die Krusten noch nicht abgeheilt sind, ist Ihre Kopfhaut noch empfindlich. Sie reagiert auch noch empfindlich auf Berührungen und vor allem auf Stöße, wenn die Rötungen noch nicht abgeklungen sind. Um den Heilungsprozess nicht zu gefährden, sollten Sie in den ersten zwei Wochen

Der Sex ist am Tag der Haartransplantation und am Tag danach sogar verboten. Sie sollten sich an diesen Tagen Ruhe gönnen und in den Nächten mit erhöhtem Kopf auf einem Nackenkissen und einer Einwegunterlage schlafen. Da das Betäubungsmittel noch nicht vollständig entwichen ist, tragen Sie ein Stirnband. Es verhindert, dass sich die Schwellungen durch das Entweichen des Betäubungsmittels ins Gesicht ausbreiten.

An den Tagen danach ist der Sex zwar nicht verboten, doch rät der Arzt davon ab. Die transplantierten Haarfollikel sind noch nicht fest angewachsen. Sie könnten ausfallen, wenn Sie sich beim Sex stark anstrengen. Um das Ergebnis nicht zu gefährden, gilt also Enthaltsamkeit.

Welche Argumente sprechen gegen sexuelle Aktivitäten?

Auch wenn sexuelle Aktivitäten direkt nichts mit der Haartransplantation zu tun haben, gibt es mehrere Argumente, die dagegen sprechen:

Starke Anstrengung: Die Haarverpflanzung stellt für Ihren Körper eine Anstrengung dar und ist auch für Ihr Immunsystem eine Herausforderung. Das Immunsystem muss sich mit möglichen Infektionserregern auseinandersetzen. Da es durch eine Anstrengung geschwächt wird, gilt es, die Anstrengung durch den Geschlechtsverkehr zu verhindern.

Schwitzen: Bei den sexuellen Aktivitäten geht es mitunter heftig zur Sache. Das sorgt nicht nur für einen tüchtigen Adrenalinkick, sondern auch für verstärktes Schwitzen. In den ersten Tagen nach der Haartransplantation kann Schweiß die empfindlichen Krusten aufweichen, Infektionen begünstigen und das Anwachsen der Haarfollikel beeinträchtigen. Das Schwitzen verleitet dazu, den Schweiß aus dem Stirnbereich und von der Kopfhaut abzuwischen. Dabei könnten die transplantierten Haarfollikel ausgerissen werden.

Körperkontakt: Ohne Körperkontakt geht beim Sex gar nichts. Ihr Partner denkt möglicherweise nicht an die kleinen Verletzungen auf der Kopfhaut und könnte Ihnen an den Kopf greifen oder an die Transplantationsstellen stoßen. Das Anwachsen der Haarfollikel wird erschwert.

Stoßgefahr: Beim Sex könnten Sie bei heftigen Bewegungen Ihren Kopf stoßen. Stöße sind gefährlich für die frisch transplantierten Haarfollikel. Auf der Kopfhaut kann es zu Blutergüssen kommen, die das Anwachsen der Haarfollikel verhindern.

Kontrollverlust: Geht es beim Geschlechtsverkehr richtig zur Sache, besteht die Gefahr, die Kontrolle über sich selbst zu verlieren. Das führt zu unüberlegten Handlungen und zu Unvorsichtigkeit.

Wann ist es wieder möglich?

Sie sollten ungefähr zwei Wochen nach der Haartransplantation auf sexuelle Aktivitäten verzichten, wenn Sie ganz sicher sein wollen. Nach zwei Wochen sind die Krusten abgeheilt. Die größte Gefahr ist gebannt. Anstrengende Sportarten und Sportarten wie Radfahren oder Ballsport, die mit Stoß- oder Sturzgefahr verbunden sind, üben Sie vier bis sechs Wochen lang nicht aus. Vorher können Sie schon wieder Sex haben, doch sollten Sie Ihrem Körper nicht zu viel zumuten. Sexueller Verzicht in den ersten Tagen und Wochen belohnt Sie mit einem guten Ergebnis der Haartransplantation.

Fazit: Sexuelle Aktivitäten sind nach der Haarverpflanzung gefährlich

Nach der Haartransplantation ist die Kopfhaut empfindlich. Die Haarfollikel sind noch nicht fest angewachsen und könnten bei körperlicher Anstrengung wieder ausfallen. Körperliche Anstrengung ist auch Geschlechtsverkehr. Er ist in den ersten zwei Tagen nach dem Eingriff sogar verboten. Besser ist ein Verzicht in den ersten zwei Wochen nach dem Eingriff, da starkes Schwitzen, Stöße, aber auch der Kontrollverlust und die Gefahr unbedachter Handlungen zu Verletzungen auf der Kopfhaut führen können. Das Anwachsen der Haarfollikel ist gefährdet. Sex können Sie zwei Wochen nach dem Eingriff wieder haben.