Sie finden erschreckend viele Haare in Ihrer Bürste, auf Ihrer Kleidung oder dem Kopfkissen und haben Angst, unter krankhaftem Haarausfall zu leiden? Dann sollten Sie zunächst wissen, dass jeder Mensch natürlicherweise pro Tag zwischen 20 und 100 Haare verliert. Sollten es jedoch über einen längeren Zeitraum hinweg mehr sein, besteht Handlungsbedarf. Der phasenweise Haarverlust ist eine Erscheinung, die sowohl Frauen als auch Männer jeden Alters betreffen kann.

Wie genau äußert sich der phasenweise Haarausfall?

Falls Sie unter zeitweiligem Haarverlust leiden, ist während einer bestimmten Zeitspanne der Wachstumszyklus Ihrer Haare verkürzt. Dafür kann es zwei Gründe geben: Entweder fallen viele Haare bereits innerhalb ihrer Wachstumsphase oder während der Ruhephase viel zu früh aus. Zunächst macht sich die Verkürzung des Haarwuchszyklus häufig durch „fliegende“ und schwer frisierbare Haare bemerkbar.

Im nächsten Schritt brechen die Haare, trotz richtiger Pflege, in Kopfhautnähe ab. Im Verlauf fühlt sich der Haarschopf zunehmend dünner an, bis schließlich die Kopfhaut auffällig durch die Haare hindurch schimmert. Je nach Ursache verschwindet diese unliebsame Erscheinung von allein. Häufig kehrt der phasenweise Haarverlust nach einiger Zeit plötzlich wieder, tritt in regelmäßigen Abständen oder einem bestimmten Rhythmus auf.

Ursachen für zeitlich begrenzen Haarausfall

Die häufigste Ursache für plötzlichen Haarverlust ist körperlicher oder seelischer Stress. Experten schätzen, dass der übermäßige Haarausfall bei 40 Prozent aller Frauen stressbedingt ist.

Weitere Ursachen sind:

Hormonell bedingter Haarausfall in bestimmten Lebensphasen, wie Schwangerschaft, Stillzeit, Einnehmen oder Absetzen der Pille oder in den Wechseljahren.

Haarausfall durch eine Über- oder Unterfunktion der Schilddrüse: Zu viele Schilddrüsenhormone beschleunigen das Haarwachstum und sorgen dafür gleichzeitig dafür, dass die nachwachsenden Haare schnell wieder ausfallen. Bei einer Unterfunktion werden die Haare zunächst trocken, stumpf und brüchig, ehe sie schließlich viel zu früh ausgehen.

Haarausfall durch Eisenmangel: Da die Haarfollikel zu den Zellen im Körper gehören, die sich am aktivsten teilen, benötigen sie große Mengen an Nährstoffen, allen voran Vitaminen, Spurenelementen und Mineralien. Forschungen ergaben, dass vor allem Eisenmangel zu verstärktem Haarausfall führen kann.

Phasenweise Haarverlust durch Medikamenteneinnahme: Manche Wirkstoffe beeinflussen als unliebsame Nebenwirkung das Haarwachstum. Dazu gehören Chemotherapeutika, Antidepressiva, Magensäureblocker und Antibiotika ebenso, wie Medikamente gegen Epilepsie, gegen rheumatische Erkrankungen oder zu hohen Blutdruck. Nach dem Absetzen des jeweiligen Wirkstoffs wachsen die Haare wieder voll nach.

Haarverlust durch Rauchen: Vor allem bei Männern, die sowieso schon zu genetisch bedingtem Haarausfall neigen, ist regelmäßiger Nikotinkonsum eine häufige Ursache für vorzeitigen Haarschwund. Zum einen verengt der Giftstoff Nikotin die Blutgefäße, was die Durchblutung hemmt.

Damit wird die Versorgung der Haarwurzeln mit Nährstoffen ausgebremst. Zum anderen legt sich der Rauch auf die Haare, wodurch sie trockener werden und an Glanz verlieren. Bei Frauen beeinflussen sich das Rauchen und das Geschlechtshormon Östrogen gegenseitig negativ, sodass die Haare starker Raucherinnen im Verlauf immer dünner werden.

Phasenweise Haarverlust im Rahmen einer Diät oder aufgrund falscher Ernährung: Einseitige oder mangelnde Ernährung bewirkt, dass der Körper und damit auch die Haarwurzeln zu wenige Nährstoffe erhalten. Dadurch verkürzt sich die Wachstumsphase der Haare. Das bewirkt, dass auf dem Kopf mehr Haare ausfallen als nachwachsen. Häufig sind Menschen betroffen, die im Rahmen einer veganen Ernährungsweise vollständig auf tierische Nahrungsmittel verzichten.

Auch strenge Diäten und chronische Magen- oder Darmerkrankungen können zu einem Mangel an Biotin, Folsäure, Zink, Vitamin B6 und B12 führen. Diese Vitamine und Mineralstoffe benötigt der Körper unter anderem zur Bildung des Haarbausteins Keratin sowie zur Kollagenbildung. Sind zu geringe Mengen vorhanden, wirkt sich das negativ auf die Funktionsfähigkeit der Haarwurzeln und die Ausbildung gesunder Haare aus.

Wie lässt sich der phasenweise Haarausfall behandeln?

Kein Mensch verliert ohne Grund mehr Haare als normal. Sofern Sie hinter dem Wechsel zwischen Verlust und Wiedererholen Ihrer Haardichte eines der genannten Probleme vermuten, sollten Sie Ihren Hausarzt aufsuchen. Unter Einbeziehung diverser Fachkollegen wird dieser den genauen Ursachen Ihres immer wiederkehrenden Haarausfalls auf den Grund gehen und eine Therapie vorschlagen, die Ihren Haarverlust dauerhaft stoppt.

Möglicherweise empfiehlt er Alternativen zu den aktuell eingenommenen Medikamenten, eine andere Ernährungsweise, Nahrungsergänzungsmittel oder eine kritische Überprüfung Ihrer gegenwärtigen Lebensweise. Neben einer gesunden Ernährung, ausreichend Schlaf und stressmindernden Maßnahmen können auch pflanzliche Essenzen und Massagen für eine bessere Durchblutung der Kopfhaut sorgen.

Fazit:

  • Phasenweise Haarverlust hat immer eine Ursache!
  • Durch Beseitigung des Auslösers lässt sich der zeitweilige Haarverlust stoppen.
  • Je eher mit der Behandlung begonnen wird, umso höher stehen die Chancen, dass die Haare dauerhaft wieder nachwachsen.
  • Häufig setzt der ursprüngliche Haarwuchs von selbst wieder ein (z. B. nach der Schwangerschaft, Stillzeit oder Chemotherapie).

In seltenen Fällen kommt es vor, dass die Haare nach dem Abstellen der Ausfallursache nicht wieder richtig nachwachsen. Sofern sich kahle Stellen gebildet haben, die in keinem Verhältnis zum Wachstum stehen, kann eine Eigenhaartransplantation die Lösung sein.