Ihre Haare glänzen nicht und fühlen sich brüchig an? Trotz guter Pflege zeigen Ihre Haare Bruchstellen. Die Ursache dafür kann in einer falschen Pflege liegen, doch kommen auch andere Ursachen in Frage. Wahrscheinlich leiden Sie unter der Haarknötchenkrankheit Trichorrhexis nodosa. Kann diese Erkrankung zu Haarausfall führen und ist sie behandelbar?

Wie gefährlich ist Trichorrhexis nodosa?

Trichorrhexis nodosa ist eigentlich völlig ungefährlich. Es handelt sich lediglich um ein kosmetisches Problem, das zum Haarausfall führen kann, wenn die Erkrankung weiter fortschreitet. Die Haarerkrankung ist nicht mit körperlichen Beschwerden verbunden.

Nur dann, wenn sie mit dem Netherton-Syndrom oder der Stoffwechselerkrankung Argininbernsteinsäurekrankheit einhergeht, treten auch körperliche Beschwerden auf. Das Netherton-Syndrom ist eine äußerst seltene angeborene Hauterkrankung.

Die Haarknötchenkrankheit ist die häufigste Erkrankung des Haarschaftes und kann verschiedene Ursachen haben. Die Haarstruktur ist krankhaft verändert. Das Haar ist schlecht kämmbar. Aufgrund der geschädigten Haarstruktur können die Haare beim Kämmen ausgerissen werden oder abbrechen. Um das zu vermeiden, sollten Sie einen Dermatologen konsultieren. Er führt mit Ihnen ein Anamnesegespräch und fragt Sie über

  • bekannte Erkrankungen
  • Häufungen von Haarausfall und Haarstrukturschädigungen in der Familie
  • zuletzt erlittene Erkrankungen, bei denen das Immunsystem geschädigt wurde
  • Einnahme von Medikamenten
  • Lebensstil und Ernährungsgewohnheiten
  • Gewohnheiten bei der Haarpflege.

Nachdem er die Ursache für Ihr Haarproblem ermittelt hat, kann er mit der Behandlung beginnen.

Welche Symptome hat die Haarknötchenkrankheit?

Auch wenn sich die Erkrankung des Haarschaftes mit einer breiten Palette an Symptomen bemerkbar macht, ist sie leicht erkennbar. Der Dermatologe kann bei einem Blick auf Ihre Haare sofort erkennen, unter welcher Haarkrankheit Sie leiden. Bereits im Anfangsstadium spalten sich die Haarspitzen und sehen auf einer Länge von etwa einem Zentimeter wie ein Pinsel aus. Sie fühlen sich trocken an und sind farblos bis weiß.
Auf den einzelnen Haaren werden hellgraue oder weiße Knötchen sichtbar. Das ist bei Menschen mit dunklem Haar besonders auffällig. An den Knötchen sind die Haare brüchig. Die Knötchen können wie Schuppen, Schmutzpartikel oder Nissen wirken. Sie treten häufig nur in begrenzten Regionen der einzelnen Haare auf. Da die Knötchen oft in der Nähe der Haarwurzel erscheinen, können kahle Stellen auf dem Kopf entstehen, wenn die Haare abbrechen.

Fortschreiten der Haarerkrankung

Schreitet die Haarerkrankung weiter fort, werden die Haare schuppig und rau. Sie verlieren ihren Glanz und lassen sich nur schwer frisieren. Daher wirken sie ungepflegt, auch wenn Sie sich mit Styling und Pflege viel Mühe geben. Die Haare können auch stachelig wirken. Wird Trichorrhexis nodosa nicht behandelt, können die Haare ausfallen.

Die Haarfollikel können absterben, sodass dauerhaft kahle Stellen entstehen. Ein Totalverlust der Haare ist außerordentlich selten. Die Haarerkrankung kann sich auch auf Augenbrauen, Wimpern, Barthaare und in schweren Fällen auf die Körperbehaarung ausbreiten.

Unbehandelt kann die Erkrankung zu diffusem Haarausfall führen, der gleichmäßig auf dem gesamten Kopf auftritt. Auch ein kreisrunder Haarausfall mit kreisrunden kahlen Arealen kann auftreten. Im weiteren Verlauf können sich an den kahlen Stellen Narben bilden.

Welche Ursachen hat die Haarschafterkrankung?

Die Ursachen der Haarknötchenkrankheit können vielfältig sein. In seltenen Fällen ist das angeborene Netherton-Syndrom oder die Argininbernsteinsäurekrankheit die Ursache. Eine weitere mögliche angeborene Ursache ist ein Biotinidasemangel. Dabei ist der Biotinstoffwechsel gestört. Biotin, auch als Vitamin H bezeichnet, ist ein Schönheitsvitamin, das für die Gesundheit von Haut, Haaren und Nägeln wichtig ist. Bei einem Biotinidasemangel kann es neben Haarverlust auch zu Anomalien von Haut und Nägeln, Muskelkrämpfen, Atembeschwerden und Hörschädigungen kommen.
Als weitere Ursachen kommen

  • erbliche Faktoren, verbunden mit einem Gendefekt
  • falsche Pflege durch aggressive Pflegeprodukte
  • häufiges Styling wie Föhnen und Glätten mit starker Hitzeeinwirkung auf die Haare
  • häufiges Zusammenbinden der Haare mit Haargummis
  • fieberhafte Infektionskrankheiten
  • geschwächtes Immunsystem
  • einseitige und ungesunde Ernährung
    in Frage.

Ist die Trichorrhexis nodosa erblich bedingt, macht sich die Schädigung der Haare zumeist schon im Kleinkindalter bemerkbar.

Wie kann die Haarknötchenkrankheit behandelt werden?

Damit die geeignete Behandlung der Haarschafterkrankung erfolgen kann, muss der Arzt zuerst die Ursache ermitteln. Bei schwerwiegenden Grunderkrankungen wie dem Netherton-Syndrom, der Argininsäureerkrankung oder dem Biotinidasemangel erfolgt eine Behandlung der Grunderkrankung.

Eine Heilung ist in solchen Fällen nicht immer möglich, doch die Beschwerden können gelindert werden.
Ist Trichorrhexis nodosa als Folge einer Infektionskrankheit aufgetreten, können die Haare wieder gesund nachwachsen, nachdem Sie die Krankheit überstanden und sich erholt haben.

Da häufig ein Mangel an Vitaminen und Mineralstoffen die Ursache ist, empfiehlt der Arzt zumeist eine Umstellung der Ernährung. Sie sollten zu einer gesunden, ausgewogenen Ernährung übergehen, die reich an Vitaminen, Eiweiß und Mineralstoffen ist.

Können Sie mit der Ernährung nicht alle wichtigen Vitamine und Mineralstoffe aufnehmen, da Sie verschiedene Lebensmittel nicht mögen oder nicht vertragen, kann die Behandlung mit Nahrungsergänzungsmitteln erfolgen. Sie brauchen Biotin, Vitamin A, Vitamin C, Vitamin E, Vitamine des B-Komplexes, Eisen, Zink und Selen. Sie sollten viel Gemüse, Obst, Nüsse, Eier, Milchprodukte und Fisch essen.

Umstellung der Pflege

Auch wenn Trichorrhexis nodosa behandelt wird, verschwinden die vorhandenen Knötchen nicht aus den Haarschäften. Damit Ihr Haar wieder gesund und gepflegt wirkt, sollten Sie zum Friseur gehen und die Haare abschneiden lassen. Starke Hitzeeinwirkung auf die Haare durch Lockenstab, Glätteisen oder Föhn sollten Sie vermeiden.

Sie sollten Ihr Haar auch nicht färben. Mit hochwertigen Pflegeprodukten kann sich die Haarstruktur wieder erholen. Vitaminhaltige Pflegeprodukte und Haarkuren können die Haarstruktur verbessern. Als Haarkur eignen sich auch einfache Hausmittel wie Olivenöl oder eine Kur aus Heilerde, Eigelb, Thymian und Olivenöl.

Fazit: Haarknötchenkrankheit hat viele Ursachen

Trichorrhexis nodosa ist die häufigste Haarschafterkrankung und hat viele Ursachen. Sie kann die Begleiterscheinung einer angeborenen Erkrankung sein, aber auch durch eine fieberhafte Infektionskrankheit, falsche Ernährung oder falsche Pflege auftreten. Die Haarstruktur weist Knötchen auf. Die Haare sind glanzlos und brüchig.

Wird die Erkrankung nicht behandelt, können die Haare ausfallen. In der Folge können kahle Stellen auftreten. Die Behandlung erfolgt abhängig von der Ursache. Eine gesunde und ausgewogene Ernährung mit vielen Vitaminen und Mineralstoffen, der Verzicht auf hitzeintensives Styling sowie der Wechsel zu hochwertiger Pflege können das Problem beseitigen.