Reversibler Haarausfall kann viele verschiedene Ursache haben, die nicht immer sofort mit dem Ausfallen der Haare in Verbindung gebracht werden. Es handelt sich um einen vorübergehenden Verlust der Haare, die nach einiger Zeit wieder nachwachsen. Lesen Sie hier mehr darüber, welche Ursachen dieser Form des Haarschwunds zugrunde liegen und was Sie dagegen tun können.

Was ist reversibler Haarausfall?

Es handelt sich um Haarverlust, der lediglich vorübergehend besteht und somit rückgängig gemacht werden kann. Der Verlust der Haare hört nach einiger Zeit auf, woraufhin sich die Wurzeln der Haare regenerieren können. Dadurch ist es möglich, dass erneut ein gesundes Haarwachstum entstehen kann.

Von dieser Form des Haarschwunds wird gesprochen, wenn Sie über einen längeren Zeitraum täglich rund 150 Haare verlieren. Bei vorübergehendem Haarschwund fallen die Haare gleichermaßen am gesamten Kopf aus, sodass sich keine einzelnen kahlen Stellen bilden, sondern das Haar insgesamt lichter und dünner wirkt. Reversibler Haarausfall tritt demnach in diffuser Form auf.

Welche Ursachen können dem diffusen Haarverlust zugrunde liegen?

Die Ursachen für den vorübergehenden Haarverlust in diffuser Form können sehr unterschiedlich sein:

Hormonschwankungen: Nach der Geburt eines Kindes sinkt der Östrogenspiegel, der während der Schwangerschaft erhöht war, plötzlich rapide. Durch diese hormonelle Veränderung kann reversibler Haarverlust auftreten. Ebenso kann der diffuse Haarschwund nach dem Absetzen der Anti-Baby-Pille oder während der Wechseljahre auftreten, da hier ebenfalls eine Veränderung des Hormonhaushaltes stattfindet. Auch durch eine Funktionsstörung der Schilddrüse, die die wichtigste Hormondrüse des Körpers darstellt, kann das Haar geschädigt werden.

Medikamente: Durch die Einnahme verschiedener Medikamente kann diffuser Haarverlust verursacht werden. Hierzu zählen insbesondere Medikamente, die bei Krebserkrankungen zum Einsatz kommen. Die Präparate schränken die Vermehrung aller Körperzellen ein – wozu auch die haarbildenden Zellen gehören. Die haarbildenden Zellen gehören zu den Zellen, die die höchste Vermehrungsrate aufweisen.

Nährstoffmangel: Wenn über einen längeren Zeitraum ein Mangel an wichtigen Nährstoffen vorliegt, können die Haarwurzeln kein gesundes Haarwachstum mehr bilden, weshalb die Haare letztendlich ausfallen. Ein solcher Nährstoffmangel kann beispielsweise bei einer Unterernährung auftreten.

Aber auch zahlreiche Diäten sind verantwortlich dafür, dass nicht die ausreichende Menge an Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen aufgenommen wird. Für ein gesundes Wachstum der Haare ist eine ständige Zufuhr von Sauerstoff sowie Nährstoffen unerlässlich.

Stress und psychische Belastung: Wenn der Körper über eine längere Zeit massivem Stress ausgesetzt ist, kann dies ebenso zu diffusem Haarschwund führen. Auch Schockerlebnisse wie ein Verlust oder ein Unfall können eine so starke psychische Belastung darstellen, dass die Haargesundheit darunter leidet.

Chronische Erkrankungen: Chronische Erkrankungen wie beispielsweise eine Diabetes mellitus oder Leberfunktionsstörungen können die Haargesundheit schädigen, sodass reversibler Haarverlust entsteht.

Infekte: Durch einen schweren grippalen Infekt wird der gesamte Organismus des Körpers geschwächt. Da sich der Körper nun voll und ganz auf die Bekämpfung des Infekts konzentriert und hierfür alle Reserven mobilisiert, werden zum Beispiel die Haarwurzeln, die nicht lebensnotwendig sind, nicht mehr ausreichend mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt. Hierdurch kann reversibler Haarverlust ausgelöst werden. Auch Gürtelrose oder Wundrose können zum vorübergehenden Verlust der Haare führen.

Schwermetallvergiftungen: Verschiedene Schwertmetalle wie zum Beispiel Cadmium, Blei, Quecksilber oder Aluminium können sich im Körper ablagern. Durch die Schwermetalle wird die Bildung von freien Radikalen gefördert. Diese können Zellschäden verursachen und verdrängen darüber hinaus wichtige Spurenelemente und Mineralstoffe. Hierdurch wird der Stoffwechsel erheblich gestört, wovon auch die Haarwurzeln betroffen sind, da es zu einer Mangelerscheinung kommt.

Wie kann dem Haarausfall entgegengewirkt werden?

Um den Haarverlust zu beenden, muss zunächst dessen genaue Ursache gefunden werden. Ein Bluttest, ein ausführliches Gespräch mit Ihrem Arzt sowie eine Anamnese des Haarverlusts kann Aufschluss darüber geben. Anschließend muss die Ursache entsprechend behandelt werden, sodass das Ausfallen der Haare wieder von selbst aufhört.

Liegt die Ursache beispielsweise in einer Mangelerscheinung, sollten Sie darauf achten, den Nährstoffbedarf zu decken. Ist dies durch die Ernährung nicht möglich, können Nährstoffpräparate und Nahrungsergänzungsmittel dabei helfen, die Haargesundheit wiederherzustellen.

Liegt eine psychische Belastung oder enormer Stress zugrunde, sollte dies behandelt und der Stress reduziert werden. Sind Medikamente ursächlich, können diese meist nicht einfach abgesetzt werden, damit die Haare wieder wachsen.

Die Einnahme der Medikamente, welche diffusen Haarschwund verursachen können, sind oft nicht nur wichtig, sondern sogar lebensnotwendig, weshalb sie nicht einfach abgesetzt werden können. Hier müssen Nutzen und Risiken abgewogen werden. Wenden Sie sich hierzu an Ihren Arzt und besprechen Sie mit Ihm das weitere Vorgehen. In einigen Fällen können eventuell ähnliche Medikamente eingenommen werden.

Zwei Arten von reversiblem Haarschwund

Bei diffusem Haarverlust ist zwischen zwei verschiedenen Arten zu unterscheiden. Bei der einen Form setzt der Verlust der Haare bereits eine oder zwei Wochen nach der auslösenden Ursache ein. Der Haarschwund beginnt demnach während der Wachstumsphase der Haare. Insbesondere bei einer Schwermetallvergiftung oder einer Chemo- oder Strahlentherapie ist diese Form häufig.

Die zweite Form macht sich der Verlust der Haare erst einige Wochen (rund zwei bis drei Monate) nach der auslösenden Ursache bemerkbar. Die Haare treten hierbei vermehrt in die Ruhephase und schließlich in die Ausfallphase über.

Bei der zweiten Form ist es oftmals schwierig, die Ursache für den Ausfall der Haare zu finden, da die Ursache schon einige Zeit zurückliegt und oftmals nicht mit dem Haarschwund in Verbindung gebracht wird.

Fazit: Reversibler Haarverlust hat verschiedene Ursachen

Reversibler Haarausfall zeichnet sich dadurch aus, dass er nicht dauerhaft ist. Die Haare fallen lediglich vorübergehend aus, wachsen jedoch zu einem späteren Zeitpunkt wieder nach. Dies ist möglich, da die Haarwurzeln nicht irreversibel beschädigt sind.

Der reversible Haarschwund äußert sich in diffuser Form, das bedeutet, dass die Haare gleichmäßig am gesamten Kopf lichter werden und keine einzelnen Kahlstellen entstehen. Die Ursachen hierfür können sehr unterschiedlich sein, weshalb meist nur ein Arztbesuch Aufschluss geben kann.

Ursächlich können beispielsweise Medikamente, chronische Erkrankungen, Hormonschwankungen, Schwermetallbelastungen, psychische Belastungen oder ein Nährstoffmangel sein. Wichtig ist, dass Sie der Ursache so schnell wie möglich auf den Grund gehen, um zu verhindern, dass die Wurzeln Ihrer Haare irreversibel beschädigt werden.