Haarausfall infolge genetischer Veranlagung setzt viele Betroffene unter immensen Leidensdruck. Am Ende gelingt es nur mit einer Haartransplantation, die Folgen des Haarausfalls dauerhaft zu beseitigen. Um eine natürlich wirkende Haardichte zu erreichen, ist die Eigenhaartransplantation eine wirkungsvolle, weltweit etablierte Methode.

Bei entsprechender Indikation verspricht die Transplantationstechnik Crosspunch eindrucksvolle Resultate, da sie die durchscheinende Kopfhaut gut kaschiert und zwischen dem ehemals kahlen Hautarealen und dem vorhandenen Haarkranz einen weichen Übergang schafft.

Was genau ist Eigenhaartransplantation mittels Crosspunch-Methode?

Im Vergleich zur reinen Punch-Methode, die heute kaum noch Verwendung findet, spielt bei der Crosspunch-Technik der Winkel, in dem die Haare implantiert werden, eine entscheidende Rolle. Dies beruht auf der Tatsache, dass wellige bzw. lockige Haare die Kopfhaut besser kaschieren als glattes Haar.

Indem die Transplantate in gegeneinander angeordneten Winkeln (ca. 5 bis 10 Grad) eingesetzt werden, bewirken auch glatte Haare eine optisch einwandfreie Abdeckung der darunter liegenden Kopfhaut. Um ein natürlich wirkendes Ergebnis zu erzielen, muss der Chirurg während der Rekonstruktion der Haarlinie die ursprüngliche Wuchsrichtung der Haare beachten.

Welche Voraussetzungen müssen vorhanden sein, damit die Crosspunch-Methode zum Erfolg führt?

Die Haartransplantation mittels Crosspunch-Methode wurde speziell für glattes Haar entwickelt. Sie kann unabhängig von der Haardicke und der Farbe der Haare eingesetzt werden. Dies lässt sich realisieren, weil krause und lockige Haare natürlicherweise genau den Effekt erzielen, den Crosspunch für glattes Haar am Haaransatz möglich macht.

Dazu wird das Empfängergebiet auf dem Oberkopf in fein aufeinander abgestimmten Winkeln vorbereitet, wobei die Implantationsfläche und die Haarstruktur berücksichtigt werden müssen. Dies erfordert seitens des Operateurs viel Geschick und Erfahrung. Ein Vorteil der Methode ist, dass sie auch bei großen kahlen Stellen, die sich von der frontalen Haarlinie bis zum Mittelkopf hinziehen oder für den gesamten Oberkopf sehr gute, nachhaltige Ergebnisse verspricht.

Grundsätzlich ist Eigenhaartransplantation mittels Crosspunch unter folgenden Bedingungen möglich:

1. Der Haarausfall ist erblich bedingt

Wie bei anderen Transplantationsmethoden mit Eigenhaar müssen auch für Crosspunch andere Ursachen als erbliche Faktoren oder Narbenbildung nach Unfällen ausgeschlossen sein. Für immunologisch bedingten Haarausfall oder entzündliche Alopezie eignet sich diese Methode der Eigenhaarverpflanzung nicht. Das gilt sowohl für Männer als auch für Frauen.

2. Es ist noch nicht zu spät

Um die kahlen Stellen zufriedenstellend kaschieren zu können, müssen genügend Spenderhaare vorhanden sein. Weil die implantierten Spenderhaare nicht wieder ausfallen, der erblich bedingte Haarausfall jedoch fortschreitet, kann es in bestimmten Fällen für die Eigenhaartransplantation mittels Crosspunch-Methode zu spät sein.

Dies ist häufig ab Stadium 5 der Fall, in dem die Oberkopfglatze mit den Geheimratsecken bereits verschmilzt. Auch nach früher erfolgten Eingriffen, bei denen die Reserven des vorhandenen Haarkranzes aufgebraucht wurden, kann es zu wenig Spenderhaar geben.

3. Unbeschädigtes Spendergebiet

Für die Eigenhaartransplantation muss das Spendergebiet gut abgegrenzt und vollständig intakt sein. Um nicht Gefahr zu laufen, genetisch untaugliche Haarwurzeln zu verpflanzen, darf das Spenderareal nicht selbst von diffusem Haarausfall betroffen sein.

4. Der Haarausfall ist zum Stillstand gekommen

Für ein ästhetisch einwandfreies Ergebnis ist es wichtig, dass der Verlust des unbehandelten Haares nach der Transplantation nicht fortschreitet. Ganz gleich, ob auf natürliche Weise oder aufgrund der Einnahme von Wirkstoffen sollte sich der Haarausfall nachhaltig stabilisiert haben.

Wann ist die Crosspunch Methode nicht zu empfehlen?

Für die Korrektur von Geheimratsecken oder kleinen Transplantationsgebieten ist die Eigenhaartransplantation mittels Crosspunch-Methode nur eingeschränkt zu empfehlen. Der Grund besteht darin, dass bei der Rekonstruktion des Empfängerareals am Haaransatz, die Haarlinie zuerst in die natürliche Richtung transplantiert und erst dann Crosspunch angewendet wird. Anderenfalls würde ein unnatürlicher Eindruck entstehen. Auch Bärte und Augenbrauen lassen sich mit dieser Methode nicht korrigieren.

Wann ist das Ergebnis der Haarverpflanzung sichtbar?

Da die Haarfollikel von der Verpflanzung geschwächt sind, fallen die Spenderhaare nach der Transplantation zunächst wieder aus. Nach drei bis sechs Monaten beginnen die transplantierten Haare dauerhaft zu wachsen. Sobald das endgültige Resultat erreicht ist, können sie wie das übrige Haar geschnitten und frisiert werden.

In einem ausführlichen Beratungsgespräch erklärt Ihnen Ihr Arzt den gesamten Behandlungsverlauf detailliert. Mit Ihnen gemeinsam wird er auch diskutieren, ob sich die Crosspunch-Transplantation in einer Sitzung durchführen lässt. Erfahrungsgemäß sind mehrere Einzelsitzungen sinnvoll.

Fazit:

  • Durch den leichten Neigungswinkel der Transplantate zueinander, erfolgt eine optisch bessere Abdeckung der Kopfhaut, sodass auch bei glatten Haaren sehr gute ästhetische Ergebnisse erzielt werden.
  • Das gegeneinander winklig versetzte Einsetzen der Haartransplantate erzeugt den Eindruck eines größeren Haarvolumens bei gleichzeitig geringer Transplantatanzahl.
  • Crosspunch eignet sich für große Kopfhautgebiete.
  • Ein gelungener Eingriff ist auch für geschulte Augen nicht erkennbar.

Moderne Haarimplantationsmethoden haben sich im Vergleich zu den Punch-Verfahren der 80er Jahre enorm weiterentwickelt. Während Haarverpflanzungen früher ein eher unnatürliches Aussehen verursachten, ergibt die heutige Haartransplantation mittels Crosspunch-Methode bei Vorliegen der entsprechenden Voraussetzungen einen weichen Haaransatz sowie einen verblüffend natürlichen Look.