Haarausfall kann verschiedene Ursachen haben. Am häufigsten tritt der erblich bedingte Haarverlust auf, unter dem ungefähr 80 Prozent der Männer leiden. Allerdings kann ein Haarverlust auch die Folge eines Mangels an Vitaminen und Mineralstoffen sein. Möchten Sie einen solchen Haarausfall bekämpfen, reicht es mitunter aus, Ihre Ernährungsgewohnheiten zu überdenken und umzustellen.

Das ist auch bei einem Haarausfall durch Jodmangel der Fall. Jod wirkt sich auf die Hormonproduktion der Schilddrüse aus und ist an verschiedenen Prozessen im Körper beteiligt. Ist die Hormonproduktion der Schilddrüse gestört, kann das zu Haarverlust führen.

Jod ist ein Spurenelement, das in der Natur so gut wie nicht in reiner Form vorkommt, aber in verschiedenen Lebensmitteln enthalten ist. Der individuelle Tagesbedarf an Jod hängt von verschiedenen Faktoren ab. Auch wenn Sie sich gesund und ausgewogen ernähren, ist nicht immer eine ausreichende Versorgung mit Jod garantiert. Sie müssen aber in der Regel keine Nahrungsergänzungsmittel mit Jod einnehmen.

Wie entsteht ein Haarausfall durch Jodmangel?

Ein Jodmangel macht sich auf verschiedene Weise bemerkbar. Haarverlust ist nur eines der Symptome. Jod ist ein nicht metallisches Spurenelement, das zur Gruppe der Halogene gehört und in Reinform so gut wie nicht auftritt. Deutschland gilt, so wie das gesamte Mitteleuropa, als Jodmangelgebiet.

Die Böden sind vergleichsweise jodarm, sodass in Getreide, Gemüse und Obst kein Jod oder nur außerordentlich geringe Mengen enthalten sind. Um diesen Mangel auszugleichen, wird Speisesalz mit Jod angereichert. Auch wenn Sie sich gesund und ausgewogen ernähren, kann mitunter ein Jodmangel eintreten.

Wird der Tagesbedarf an Jod nicht durch die Ernährung gedeckt, kann es zu einem Jodmangel kommen. Ein Jodmangel kann jedoch auch noch andere Ursachen haben. Ein erhöhter Bedarf besteht in der Schwangerschaft, Stillzeit und bei Sportlern. Häufig tritt ein Jodmangel bei Menschen in meeresfernen Regionen auf. In Deutschland sind die Menschen in den Alpen am stärksten von einem Jodmangel betroffen.

Wie wird ein Jodmangel festgestellt?

Ein Haarausfall durch Jodmangel zeigt sich, wenn sich der Mangel bereits auf die Hormonproduktion der Schilddrüse auswirkt. Eine gesunde Schilddrüse ist wichtig für das gesunde Haarwachstum. Verschiedene Symptome lassen auf einen Jodmangel schließen:

  • Gewichtszunahme, wenn die Schilddrüse aufgrund des Jodmangels nicht genug Hormone bildet und es zu einer Unterfunktion kommt
  • Müdigkeit und Kraftlosigkeit, wenn die Schilddrüse zu wenige Hormone produziert
  • Schwellungen am Hals (Kropf) als eines der häufigsten Symptome, wenn sich die Schilddrüse vergrößert
  • schuppige und trockene Haut, da sich die Hautzellen nicht mehr in regelmäßigen Abständen regenerieren
  • Beeinträchtigung der Lern- und Erinnerungsfähigkeit aufgrund eines zu niedrigen Schilddrüsenhormonspiegels
  • bei Frauen Probleme während der Regelblutung und Schwangerschaft

Treten solche Symptome bei Ihnen auf, sollten Sie Ihren Hausarzt konsultieren. Er führt ein Anamnesegespräch und prüft anhand einer Blutuntersuchung den Jodspiegel. Darüber hinaus kann er anhand der Blutwerte den Hormonstatus der Schilddrüse kontrollieren. Über den Urin wird die Jodausscheidung durch die Nieren kontrolliert.

Kann durch Jodmangel ein Haarverlust entstehen?

Ein Haarausfall durch Jodmangel kann entstehen, da Jod ein wichtiges Spurenelement ist, das an verschiedenen Prozessen im Körper beteiligt ist. Jod ist wichtig für die Produktion von Schilddrüsenhormonen, die wiederum an Wachstumsprozessen im Körper beteiligt sind.

Sie fördern auch das Wachstum der Haare. Jod ist auch wichtig für die Gesundheit der Haut. Können sich die Hautzellen nicht mehr regelmäßig regenerieren, kann sich das auf die Kopfhaut auswirken und zu Haarausfall durch Jodmangel führen. Die Haare brauchen auch Jod, ähnlich wie Selen, direkt für das Wachstum. Fehlt Jod, kann das Haar brüchig und stumpf werden.

Ist eine auseichende Versogung des Körpers mit Jod nicht mehr gewährleistet, können sich die Haarfollikel nicht mehr regenerieren. In der Folge können sie absterben und keine Haare mehr hervorbringen. Schreitet der Haarausfall aufgrund eines Jodmangels und einer mangelnden Hormonproduktion der Schilddrüse weiter fort, können auch Augenbrauen und Körperhaare ausfallen.

Wie kann einem Jodmangel vorgebeugt werden?

Möchten Sie einem Jodmangel vorbeugen und einen Haarverlust vermeiden, sollten Sie keine Nahrungsergänzungsmittel mit Jod einnehmen. Nur dann, wenn bereits ein starker Jodmangel und damit verbunden eine Schilddrüsenunterfunktion vorliegt, wird Ihnen der Arzt Jodtabletten verordnen. Bevor Sie Jodtabletten einnehmen, muss der Jodstatus erst festgestellt werden. Würde bei Ihnen eine Hashimoto-Thyreoiditis vorliegen, könnte Jod als Nahrungsergänzungsmittel das Problem noch verschlimmern. Durch einen Jodüberschuss kann die Schilddrüse blockiert werden, was ebenfalls zu einer Schilddrüsenunterfunktion führt.

Um einem Haarausfall durch Jodmangel vorzubeugen, sollten Sie tierische Lebensmittel wie Seefisch und Meeresfrüchte, aber auch Eier und Milchprodukte zu sich nehmen. Zum Würzen verwenden Sie immer jodiertes Speisesalz. Ernähren Sie sich vegan oder vegetaisch, können Sie einen Jodmangel vermeiden, indem Sie Meeresalgen, aber auch Feldsalat, Champignons, Spinat oder Brokkoli essen. Gute pflanzliche Jodlieferanten sind auch Radieschen, Endiviensalat, Nüsse oder Hülsenfrüchte. Bevor Sie viele jodhaltige Lebensmittel essen, sollte der Arzt Ihren Jodstatus kontrollieren.

Fazit: Jodmangel kann zu Haarverlust führen

Jod ist ein Spurenelement, das an verschiedenen Prozessen im menschlichen Körper beteiligt ist. Es ist wichtig für die Produktion von Schilddrüsenhormonen. Kommt es zu einem Jodmangel, kann eine Schilddrüsenunterfunktion die Folge sein. Sie macht sich mit verschiedenen Symptomen bemerkbar, zu denen auch ein Haarausfall durch Jodmangel gehören kann. Die Haare werden stumpf und brüchig, da die Haarfollikel immer schwächer werden.

Irgendwann sterben die Haarfollikel ab und bringen keine Haare mehr hervor. Jod ist wichtig für eine gesunde Haut. Können sich die Hautzellen nicht mehr regelmäßig regenerieren, wirkt sich das auch auf die Kopfhaut aus und kann zur Schuppenbildung führen.

Möchten Sie einem Haarausfall durch Jodmangel vorbeugen, sollte der Arzt Ihren Jodstatus durch eine Blutuntersuchung feststellen. Gute Jodlieferanten sind Seefische, Meeresfrüchte, Eier, Milchprodukte, aber auch pflanzliche Lebensmittel wie Algen, Spinat, Champignons oder Feldsalat. Sie sollten keine Jodtabletten als Nahrungsergänzungsmittel einnehmen.