Autoimmunkrankheit Haarausfall Alopecia Areata oder Totalis

Was ist eine Autoimmunerkrankung? Kurz zusammengefasst ist eine Autoimmunerkrankung eine Krankheit, in der das Immunsystem gegen eigenes körperliches Gewebe reagiert. Denn das Immunsystem erkennt das Gewebe irrtümlich als zu bekämpfenden Fremdkörper.

Leider muss man gestehen, dass die Ursache einer Autoimmunerkrankung trotz weitreichender Forschungen bis zum heutigen Tager immer noch ungeklärt ist bzw. nicht in Gänze nachvollzogen werden kann. Es kommen laut führenden Forschern und aktuellen Veröffentlichungen aber mehrere Dinge in Betracht.

Wie entstehen solche Erkrankungen?

Zum einem können Infektionen eine Ursache sein. Denn es gibt Erreger, deren Strukturen dem eigenen Gewebe ähneln, und daher diese Verwechslung auftritt. Ein Beispiel hierfür ist das durch Streptokokken ausgelöste rheumatische Fieber. Die Antikörper die diesen Erreger belämpfen, können im schlimmsten Falle auch die Herzmuskeln angreifen.

die-autoimmunkrankheit-haarausfall-und-ihre-folgenEin weiterer möglicher Grund ist eine Schwangerschaft. Während einer Schwangerschaft werden Zellen zwischen Mutter und Embryo ausgetauscht. Sie überleben als fremde Zellen jeweils in einem fremden Körper. Auch das kann die Entwicklung einer Autoimmunerkrankung fördern.

Schlussendlich kommen Impfungen ins Spiel. Dieser Ansatz ist aber keineswegs geklärt. Schließlich ist der Stellenwert von Impfungen sehr hoch. Jedoch begünstigen Impfungen die Entwicklung einer Autoimmunerkrankung. Im Gegensatz gibt es Studien, die aussagen, dass diese Autoimmunreaktionen durch Impfungen eher vermindert und abgeschwächt werden, anstatt sie zu verursachen oder verstärken.

Im Grunde muss man aber sagen, dass diese Gründe nur in Betracht kommen, aber durch die Forschung noch nicht bestätigt wurden.

Die Autoimmunkrankheit Haarausfall

Bei Haarausfall ist dar sogenannte Alopecia areata verantwortlich. Ein Merkmal bei einer Autoimmunerkrankung ist Haaraufall. Dieser Haarausfall bildet sich kreisrund und wird deswegen auch als solcher bezeichnet. Der kreisrunde Haarausfall kann alle Regionen des Körpers betreffen. Von der Gesichtsbehaarung bis zu den Kopfhaaren ist im Prinzip alles möglich.

In dieser Form der Autoimmunerkrankung geht das Immunsystem davon aus, dass die Haare einen Fremdkörper darstellen, und stößt diese daraufhin ab. An diesen Stellen entwickelt sich eine Entzündung, die wiederum Wachstum neuer Haare stört.

Behandlung

Für gewöhnlich benötigen Patienten beim kreisrunden Haarausfall keine Therapie, wie es bei der Autoimmunerkrankung üblich ist. Bei der Autoimmunerkrankung wird normalerweise eine Chemikalie engesetzt, um eine Allergie auszulösen und das Immunsystem abzulenken, sodass sich andere Beschwerden vermindern. Bei der Hälfte aller Betroffenen mit dem kreisrunden Haarausfall geht dieses Symptom von alleine wieder zurück. Nur bei den wenigsten ist eine Therapie von böten.

Ist der kreisrunde Haarausfall etwas ausgeprägter, wird für den Heilungsprozess allenfalls die Einnahme von Zink oder kortisonhaltige Lösungen bzw. Salben empfohlen. Bei schwach ausgeprägten Haarausfall sollten sich die Beschwerden innerhalb weniger Wochen oder Monate wieder komplett bessern.

Nur in schweren Fällen wird, wie erwähnt, eine Immuntherapie eingesetzt. Während dieser Therapie wird Diphenylcyclopropenon als Chemikalie verwendet. Sehr oft hilft auch die sogenannte PUVA-Therapie. Dabei werden die Körperregionen mit UV-Strahlen bestrahlt, um den Haarausfall zu stoppen. Jedoch muss man sich eingestehen, dass man mit diesen Therapien nur die Symptome bekämpft, jedoch nicht die Ursache selbst.

Es gibt keine vorbeugende Maßnahmen gegen den kreisrunden Haarausfall, da dieser genetisch bedingt ist. Bei den ersten auftretenden Symptome kann man mit Zink-Präparaten gegen diese vorgehen, um das Fortschreiten des Haarausfalls zu verhindern. Jedoch scheiden sich hier ebenfalls auch die Geister, ob man die Symptome überhaupt behandeln sollte, da diese Therapien womöglich den Heilungsprozess verhindern könnten.

Neueste Entwicklungen gegen die Autoimmunerkrankung

Es wird derzeit an modernen Medikamenten gegen die Autoimmunerkrankung gearbeitet. Diese Medikation nennt sich Immunsuppressiva. Auch bestimmte Östrogenblocker spielen eine große Rolle. Die Wirkstoffe des Immunsupressivum sind größtenteils Glucocorticoide, Zytostatika und Antikörper. Diese sollen das Immunsystem dazu bringen, das eigene Gewebe zu erkennen und zu schützen, anstatt es anzugreifen. Jedoch gibt es dazu noch keine weitreichenden Studien, die die Wirkung solcher Medikamente aufzeigen würden.

Geht die Entwicklung dieser Medikation in die richtige Richtung, so ist es leicht möglich, dass die Welt für Autoimmunerkrankte bald anders aussehen kann, auch für Betroffene der Autoimmunerkrankung bei Haaraufall.