Haarausfall Hilfe

Wenn Menschen Haare lassen müssen: Haarausfall – Ursachen und Hilfe Es gibt viele Geschichten über Haare. Rapunzel lässt im Märchen ihr langes Haar wie ein Seil zu Boden fallen, damit ihr Traumprinz zu ihr hoch klettern kann.

HaarausfallDer starke Samson ist nicht mehr unbesiegbar, als Delilah ihm sein Haar abschneidet. Und noch mehr Redensarten gibt es: die Haarspalterei, das Haar in der Suppe – vor allem aber ist Haar schön. Weich wie Seide, schimmernd wie gesponnenes Gold, weizenblond, flammend rot oder schwarz wie Ebenholz.

Ganz nüchtern betrachtet besteht das menschliche Haar aus Horn, genau wie menschliche Fingernägel, die Stacheln der Igel, oder wie die Schuppen bei Reptilien. Bis auf ganz wenige Stellen ist der ganze Körper eines Menschen behaart. Am sichtbarsten ist das Haar auf dem Kopf.

Die Frisur ist Schmuck und Ausdruck der Persönlichkeit. Ob kurz oder lang getragen, glatt, lockig oder gefärbt – das kann ein politisches oder religiöses Bekenntnis sein, wie die Langhaarmode bei Männern in den Sechzigern oder die Tonsur bei den Mönchen.

Oder es ist einfach modisch und schick. Schönes Haar, das steht für Jugend und Gesundheit. Wenn es sich auf einmal zu lichten beginnt, dann kann das sehr beunruhigend sein. Viele Betroffene fragen sich besorgt, ob das eine vorübergehende Erscheinung ist – oder vielleicht der Beginn einer Glatze. Und ob es gegen Haarverlust ein Mittel gibt.

Haarausfall – Was Passiert

Jeder Mensch hat maximal 140.000 Haare auf dem Kopf. Jedes einzelne davon wächst im Monat ungefähr um einen Zentimeter. Wenn es nicht vorher ausgerissen wird, hat ein Haar eine Lebensdauer von etwa sieben Jahren. Dann fällt es ab, und aus der Haarwurzel wächst ein neues. Das kann pro Tag ungefähr hundert Haare betreffen. So viel Haarverlust ist also völlig normal.

Wenn es über längere Zeit deutlich mehr als diese täglichen einhundert Haare sind, dann macht sich das bemerkbar. Es finden sich vermehrt Haare auf dem Pullover, dem Sofakissen, in der Haarbürste und in der Waschmaschine. Vor allem aber wird das Haar auf dem Kopf dünner und fühlbar weniger.

Bei Männern beginnt sich das Haar oft zunächst vorn am Haaransatz zu lichten. Die so genannten Geheimratsecken zeigen sich rechts und links von der Stirn, und manchmal bleibt es dabei. Wenn nicht, dann kann der Haaransatz allmählich immer weiter zurückweichen, bis nur noch an den Schläfen und dem Hinterkopf ein Haarkranz stehen bleibt.

Bei Frauen zeigt sich dünner werdendes Haar etwas anders, gleichmäßiger. Wenn der Haarausfall bei einer Frau anhält, dann wird das vor allem am Scheitel sichtbar, später am Oberkopf. Dabei geht das Haar der Frau anders als das des Mannes in der Regel nicht vollständig aus, sondern es wird nur in unterschiedlichem Ausmaß dünner. Im schlimmsten Fall wird die Kopfhaut irgendwann nicht mehr völlig bedeckt, sondern schimmert deutlich unter den noch verbliebenen Haaren hervor.

Gründe für Haarausfall

Es gibt ganz viele verschiedene Gründe dafür, dass einem mit der Zeit die Haare ausgehen. Manche Ursachen kommen sehr häufig vor, manchmal treffen sogar verschiedene Dinge gleichzeitig zu. Besonders oft ist die Neigung zu allmählich lichter werdendem Haar dem Betroffenen sozusagen schon in die Wiege gelegt worden. Es liegt eine Veranlagung vor.

Haarausfall kann erblich sein

Vor allem Männer ahnen nach einem Blick auf ihrem Vater oder Großvater oft schon, ob und wie lange ihnen das Haupthaar erhalten bleiben wird. Denn die Neigung zu lichtem Haar wird innerhalb einer Familie vererbt.

was-hilft-bei-haarausfallWenn der Haaransatz an der Stirn schon frühzeitig immer weiter nach hinten zurückweicht, ist das oft ein Zeichen für die androgenetische Alopezie, den erblich bedingten Haarausfall. Der Grund dafür liegt im körpereigenen Hormonhaushalt, der von den Genen bestimmt wird und der sich im Laufe des Lebens verändert.

Die Wissenschaft geht davon aus, dass sich bei Männern mit fortschreitendem Lebensalter eine Überempfindlichkeit gegen einen Stoff entwickelt, der mit dem männlichen Hormon Testosteron zu tun hat. Dieser Stoff, ein Enzym, ist dafür verantwortlich, dass die Haarfollikel – das sind die Stellen in der Haut, aus der das Haar herauswächst – sich zunehmend verkleinern und das Haar an der betreffenden Stelle schneller ausfällt. Wie überall, wächst es auch hier wieder nach.

Doch hat es durch den verkleinerten Follikel weniger Raum zur Verfügung als sein Vorgänger und ist deswegen gezwungen, sich dünn zu machen. So fein, dass es seinen Platz nicht mehr richtig ausfüllen kann und kaum sichtbar ist. Diese Form des Verlust der Haare betrifft vor allem den Stirn- und Oberkopfbereich. Der Haarkranz am Hinterkopf und ein Stück über den Ohren scheint gegen die Auswirkungen des Testosterons immun zu sein und ist von dieser Veränderung so gut wie nie betroffen.

Wann der Zeitpunkt eintritt, an dem der Einfluss des Testosteron auf den Haarwuchs sich so entscheidend verändert, das ist wiederum sehr unterschiedlich. Manche Männer entdecken die ersten Geheimratsecken schon mit zwanzig, andere mit dreißig Jahren. Je früher das Ausfallen der Haare beginnt, desto mehr Zeit hat es voranzuschreiten. Wenn der Ansatz erst später zurückweicht, etwa ab dem 40. Lebensjahr, kommt es meistens nicht mehr zu einer Glatzenbildung, und der Kopf wird dann nicht mehr kahl.

Auch bei Frauen spielt die Vererbung eine Rolle. Hier gibt es einen Zusammenhang mit dem Haarverlust, der in den etwas späteren Lebensjahren einsetzt. Es geht um den Beginn der so genannten Wechseljahre, des Klimakteriums. Am deutlichsten erkennbar sind die Wechseljahre daran, dass die Monatsblutung unregelmäßig wird und schließlich ganz ausbleibt. Bei manchen Frauen setzt diese Phase schon mit etwa vierzig Jahren ein, bei anderen erst um das fünfzigste Lebensjahr. In dieser Zeit verändert sich der Hormonhaushalt der Frau entscheidend, und diese Hormone können auch Einfluss nehmen auf den Haarwuchs. Hauptsächlich betroffen ist das Östrogen, von dem immer weniger im Körper produziert wird.

Wann genau diese Wechseljahre beginnen, das kann zu einem gewissen Teil vererbt sein – ob eher früher oder eher später ist bei der Mutter oft so ähnlich wie bei der Tochter. Allen Frauen gemeinsam ist, dass nach den Wechseljahren die Monatsblutung ausbleibt und damit auch eine Schwangerschaft nicht mehr möglich ist. Welche körperlichen Veränderungen aber außerdem noch mit dem Klimakterium einher gehen, das ist bei jeder Frau etwas anders.

Der Beginn der Wechseljahre bedeutet daher nicht zwangsläufig den Beginn eines deutlich sichtbaren Haarausfalls, auch wenn das Haar vielleicht dünner wird. In vielen Fällen bleibt diese Auswirkung des Hormonwandels unauffällig, und das Haar ist so schön wie eh und je.

Überhaupt sieht dies bei Frauen grundsätzlich anders aus als beim Mann. Während ein Mann, dem die Haare ausgehen, wie oben beschrieben oft einen Haarkranz am Hinterkopf behält, zeigt sich der der Haarausfall bei Frauen meistens gleichmäßiger. Die Bezeichnung dafür lautet

 

Diffuser Haarausfall

Dieser gleichmäßiger verteilte Haarausfall kommt zwar vor allem bei Frauen vor, allerdings nicht ausschließlich. Es gibt ihn auch bei Männern, hier aber viel seltener. Während Männer im Laufe ihres Lebens das Haar am Oberkopf bis zur vollkommenen Kahlheit verlieren können, wird bei Haarausfall Frauen das Haar auf dem gesamten Kopf dünner.

haarausfall-bei-der-frauWenn der Verlauf des Haarausfalls sehr heftig ist, wird das allerdings vor allem am Scheitel sichtbar. Der wird allmählich breiter, die Haare in diesem Teil werden weniger, das kann sich über den gesamten Bereich des Oberkopfs ausdehnen. In seltenen Fällen ist dann nur noch ein feines Netz von Haaren da, das die Kopfhaut nicht mehr vollständig bedeckt. Komplett kahl aber werden Frauen nur in extrem seltenen Fällen.

Der erblich bedingte Ausfall, wozu auch die diffuse Form gehört, ist sehr verbreitet. Zwar hilft in diesen Fällen bei Frauen und Männern ein Blick auf die eigenen Eltern oder Großeltern, um herauszufinden, ob das Haar bis ins hohe Alter erhalten bleibt – doch wessen Gene für diesen Bereich geerbt wurden, lässt sich nicht mit Sicherheit vorhersagen, so dass die Familiengeschichte keinen sicheren Aufschluss darüber gibt, wie voll das eigene Haar in einigen Jahren noch sein wird.

Bei dieser vererbbaren Tendenz zu Haarverlust haben die jeweiligen Hormone, Testosteron bei den Männern und Östrogene bei den Frauen, maßgeblich mit dem Ausfall zu tun, und diese Fälle treten bei Männern und Frauen unterschiedlich häufig auf. Außerdem sind die Auswirkungen in verschiedenen Lebensaltern und auch bei Mann und Frau sehr unterschiedlich. Im Gegensatz dazu finden sich auch Ursachen für Haarausfall, die bei Männern und Frauen gleich sind und auch gleiche Folgen haben. Ein Beispiel dafür ist der

Kreisrunder Haarausfall

Hier zeigt sich der Haarausfall, wie der Name schon sagt, an einer, manchmal auch an mehreren Stellen, und diese kahl werdenden Stellen sind immer rund. Es sind klar begrenzte Kreise, die Haut an diesen Flächen ist meist auffallend hell. Woher dieser auffallende Verlust kommt, ist nicht ganz geklärt.

Vermutet wird eine Schwäche des Immunsystems, die schuld daran ist, dass der Körper an diesen Stellen das eigene Haar als Fremdkörper sieht und abstoßen will. Meistens geht dieser kreisrunde Haarausfall von selbst zurück, und die Haare wachsen nach. Wenn nicht, gibt es auch gegen diese Form von Haarausfall Mittel. Hier kann ein Arzt die Ursache feststellen.

Haarausfall durch allgemeine Erkrankungen

Es gibt Krankheiten, die sich ebenfalls darauf auswirken können, wie viele Haare der Mensch verliert. Wieder sind hier jene Erkrankungen an erster Stelle zu nennen, die den Hormonhaushalt im Körper beeinflussen. Verlust der Haare kann zum Beispiel auch eine Begleiterscheinung von Diabetes sein.

Auch bei Fehlfunktionen der Schilddrüse können die Haare sich verändern. Bei einer Unterfunktion wird das Haar oft brüchig und stumpf, bei einer Überfunktion wird es feiner und dünner und bleibt kurz.

Nicht immer aber ist eine chronische Krankheit Ursache für das Ausfallen. Auch häufiger vorkommende Infektionen wie zum Beispiel eine Grippe oder Scharlach können das Verlieren der Haare nach sich ziehen.

Das hat weniger mit der jeweiligen Krankheit an sich zu tun als mit ihren Auswirkungen: Der Körper ist erschöpft, ausgelaugt und hat dann vielleicht Mangelerscheinungen, die Ausfallen der Haare begünstigen.

Hauterkrankungen als Ursache für Haarausfall

Haare wachsen auf der Kopfhaut, und wie jeder andere Hautbereich auch kann dieser krank werden. Hautpilze können sich an unbehaarten und behaarten Stellen des Körpers entwickeln, auch auf der Kopfhaut. Schuppenflechte oder Neurodermitis können sich ebenfalls bis auf die Kopfhaut ausdehnen.

Relativ häufig kommt außerdem noch das seborrhoische Ekzem vor. Bei all diesen Erkrankungen sind die Veränderungen im Bereich des Haares gut erkennbar.

Die Haut ist dann gerötet, schuppig, wirkt entzündet. Und oft ist das mit Juckreiz verbunden. Wenn in diesem Zusammenhang Haare ausgehen, dann beschränkt sich das in der Regel auf die Bereiche, bei denen diese Veränderungen am deutlichsten zu sehen sind.

Nach Behandlung des Pilzes, der Neurodermitis oder des Ekzems wachsen die Haare im Allgemeinen problemlos wieder nach.

Haarausfall unter Einnahme von Medikamente

Ein großer Teil der Befindlichkeit des menschlichen Körpers hängt davon ab, ob mit dem Hormonhaushalt alles in Ordnung ist. Und insofern leuchtet es ein, dass alle Medikamente, die diese Hormone beeinflussen, auch Einfluss auf die Haare haben können.

gegen-haarausfall-medikamenteDas vermutlich bekannteste Hormonpräparat, das von vielen Frauen eingenommen wird, ist das Verhütungsmittel in Tablettenform – die Pille. Aber auch Medikamente zur Behandlung von Problemen mit der Schilddrüse greifen in den Hormonhaushalt ein und können dazu führen, dass vermehrt Haare ausfallen.

Ähnliche Auswirkungen gibt es bei den so genannten Beta-Blockern, den bekannten Mitteln zum Senken des Blutdrucks, die Einfluss auf das Adrenalin nehmen, ein weiteres körpereigenes Hormon. Und auch die Lipidsenker, die Medikamente gegen zu hohe Cholesterinwerte, können als Nebenwirkung zum Verlust führen.

Bei allen diesen Medikamenten wird das Haar in der Regel, wenn es denn überhaupt passiert, nur dünner. Anders ist das bei jenen Mitteln, die bei der Chemotherapie im Kampf gegen den Krebs eingesetzt werden. Das hat damit zu tun, dass Krebszellen schneller wachsen als die meisten gesunden Zellen, daher richten die Medikamente, die bei der Chemotherapie verwendet werden, sich gegen all jene Zellen, die schnell wachsen, um so die bösartigen Krebszellen zu zerstören.

Das Medikament kann dabei nicht unterscheiden zwischen Gut und Böse. So kommt es, dass die Chemotherapie auch den Zellen schadet, die für die Haare zuständig sind. Als Folge davon fallen Haare während der Chemotherapie aus. Allerdings wachsen sie nach Abschluss der Therapie ziemlich schnell wieder nach, meistens sogar besonders füllig.

Mangelernährung begünstigt Haarausfall

Mangelernährung – das klingt zunächst seltsam in einer Kultur, in der es so vieles zu kaufen gibt. Gemeint sind hier auch nicht Hungersnöte, wie sie etwa in Krisenregionen vorkommen. Mangelernährung bezeichnet in diesem Zusammenhang eine einseitige Ernährung. Das kommt am häufigsten bei einer Diät vor – vor allem dann, wenn oft und immer wieder eine Diät gehalten wird oder wenn das über einen sehr langen Zeitraum hinweg geschieht.

Auch vegane Ernährung kann zu Problemen in der Versorgung des Körpers mit allen lebenswichtigen Stoffen führen. Wer viele Nahrungsmittelunverträglichkeiten hat oder, das ist oft damit verbunden, häufig unter Durchfall leidet, bei dem kann es ebenfalls passieren, dass der Körper nicht ausreichend versorgt ist.

Sportler sind vor Mangelernährung ebensowenig gefeit wie Schwangere oder Mütter in der Stillzeit. Sie brauchen eine besondere Ernährung und sollten auf eine ausreichende Zufuhr bestimmter Stoffe achten.

Andernfalls kann es neben verschiedenen anderen Störungen im Haushalt des Körpers auch zu Haarausfall kommen. Hier ist besonders hervorzuheben die Versorgung mit Eisen, mit den wichtigsten Vitaminen, je nachdem auch mit Eiweiß, Kalium und Zink.

Stressbedingter Haarausfall

Inwieweit Stressfaktoren, also ob psychische Belastungen und seelischer Schmerz tatsächlich Auswirkungen auf den Haarverlust haben können, ist durch medizinische Studien nicht ausreichend geklärt. Tatsache ist aber, dass erhöhter oder dauerhafter Stress durch länger anhaltende seelische Belastungen auch den Körper in Mitleidenschaft ziehen kann. Veränderungen im Blutdruck oder Kopfschmerzen, auch Beschwerden im Verdauungstrakt können die Folge sein.

Vor allem aber macht sich schnell ein erhöhter Energiebedarf bemerkbar, das heißt, der Körper verlangt nach Nährstoffen, die er möglicherweise nicht in ausreichendem Maße bekommt. Das hat zur Folge, dass der gestresste Mensch anfälliger ist für Krankheiten und nicht alle Teile des Körpers optimal versorgt werden können, auch das Haar nicht. So kommt es dazu, dass Stress vorübergehend eine verstärkte Glatzenbildung verursachen kann.

Was hilft gegen Haarausfall

Alopezie kann jeden Menschen treffen, ob Mann oder Frau, jung oder alt. Das Haar ist ein Teil des menschlichen Erscheinungsbildes, die Pflege nimmt jeden Tag Zeit in Anspruch. Entsprechend besorgt wird der Ausfall von Haaren zur Kenntnis genommen, und auch wenn der Verlust oft nur vorübergehend ist, ist er wichtig genug, um zahlreiche Mittel auf dem Markt verfügbar zu machen.

Besonders beliebt und seit Generationen überliefert sind zahlreiche

Haarausfall Hausmittel

Die Hausmittel können – das sagt schon der Name – meistens zu Hause hergestellt werden, die Zutaten sind in der Regel leicht zu beschaffen. Ihre Wirkung ist oft nicht medizinisch belegt, was aber nicht zwangsläufig bedeutet, das sie nichts nützen. Eine gute Voraussetzung, um mit einem Hausmittel tatsächlich eine Besserung bei Alopezie zu bewirken, ist zu wissen, was die Ursache für das dünner werdende Haar sein könnte.

Bei stressbedingtem Haarausfall zum Beispiel kann eine Aromatherapie hilfreich sein. Bei gereizter oder entzündeter Kopfhaut gibt es zahlreiche Rezepte für pflegende und beruhigende Spülungen oder Packungen. Gern benutzt wird etwa ein Brennnesselsud zum Spülen, Mischungen aus Zitronen und Zwiebeln oder Ei mit etwas Öl als Kurpackungen für Haar und Kopfhaut. Beliebte Zutaten für Hausmittel sind ansonsten Apfelessig, Bockshornklee, Heilerde oder Aloe Vera.

Shampoos oder Waschlotionen als Mittel gegen Haarausfall

Abgesehen von den Hausmitteln gibt es in der Drogerie oder der Apotheke auch zahlreiche Mittel, die helfen können, wenn das Haar dünner wird. Shampoos, die mit Koffein oder Rosmarin als Zusatzstoff angereichert sind, regen die Durchblutung der Kopfhaut an und können damit eine positive Auswirkung auf den Haarwuchs haben.

haarausfall-produkteWaschlösungen mit Selensulfid helfen bei Problemen mit der Kopfhaut, wie Pilzerkrankungen oder Ekzemen, die sich oft durch eine starke Schuppenbildung oder gerötete Hautpartien bemerkbar machen.

Auch Shampoos mit dem Wirkstoff 17-alpha-estradiol sind im Handel erhältlich. Dabei handelt es sich um einen Östrogenersatz in geringer Dosierung, der bei einem hormonbedingten Haarverlust helfen kann.

Nützlich sind in vielen Fällen auch basische Haarwaschmittel – das sind Lösungen mit einem höheren PH-Wert als gewöhnliche Shampoos. Dieser Wert sollte mindestens 7,2 betragen, um den Säure-Basen-Haushalt wiederherzustellen.

Gute Erfolge wurden mit Mitteln erzielt, die den Wirkstoff Minoxidil enthalten. Dieser Wirkstoff hilft vor allem bei erblich bedingter Alopezie. Verwendbar ist er als Schaum oder Tinktur. Beide werden auf die Kopfhaut aufgetragen und eingerieben. Beliebte, wissenschaftlich geprüfte und zuverlässige Mittel sind hier Produkte von Regaine.

Minodixil erweitert die Blutgefäße, dadurch wird die Haarwurzel besser mit Nährstoffen versorgt. Das Mittel ist rezeptfrei erhältlich. Als Mittel gegen Haarausfall gelten auch Präparate mit Vitamin A oder Cystin, einer Aminosäure.

Behandlungsmethoden beim Dermatologen oder Hautarzt

Wenn der Haarverlust zu großer Verunsicherung beiträgt, es kein geeignetes Mittel im Handel zu geben scheint oder der Verdacht nahe liegt, dass eine ernsthafte Erkrankung für den Verlust des Haupthaares verantwortlich ist, kann die Beratung durch den Arzt helfen. Mittel gegen Alopezie, die nicht frei erhältlich sind, muss in jedem Fall der Arzt verordnen.

Hormonpräparate

Hormonpräparate sind generell verschreibungspflichtig. Auf hormonbedingten Haarverlust bei Männern können Tabletten mit dem Wirkstoff Finasterid erfolgreich angewendet werden. Weiter oben wurde beschrieben, wie das Testosteron mehr oder weniger indirekt auf das Haar einwirkt.

haarausfall-therapieFinasterid kann Einfluss auf das Enzym nehmen, dass diese Veränderung verursacht, so dass das Haar in gewohnter Weise weiterwachsen kann. Verschreiben kann dieses Mittel nur der Arzt.

Für Frauen kommen Hormonpräparate in Kombination in Frage – so genannte Antiandrogene und Östrogene. Sie wirken ebenfalls dem hormonell bedingter Glatzenbildung entgegen – und sind verschreibungspflichtig. Für den vor allem bei Frauen verbreiteten diffusen Haarausfall werden außerdem häufig Kortisonpräparate verordnet.

Für die meisten Medikamente, die als Mittel bei Alopezie eingesetzt werden, gilt, dass sie dauerhaft eingenommen werden müssen. Wenn diese Mittel abgesetzt werden, endet auch ihre Wirksamkeit. Der Haarausfall kann zurückkehren.

Daneben gibt es noch eine ganze Reihe von ärztlichen Leistungen, deren Kosten in den meisten Fällen nicht von den Krankenkassen übernommen werden, sondern von dem Patienten aus eigener Tasche gezahlt werden müssen. Dazu gehören die Eigenblutbehandlung und die Akupunktur. Weniger bekannt ist immer noch die Mesotherapie, die mit Elementen aus der Akupunktur und der Neuraltherapie arbeitet. Empfohlen wird als Mittel gegen Haarausfall aber auch die Reflexzonentherapie, eine Druckpunktmassage an Händen oder – häufiger – Füßen. Selbst Botox wird inzwischen zur Bekämpfung von Haarausfall eingesetzt. Die Idee ist hier, die Durchblutung der Kopfhaut durch Muskelentspannung zu fördern.

Transplantation von Haaren

Der Haaransatz über der Stirn ist die Stelle, die am meisten ins Auge fällt, wenn man einen Menschen ansieht. Wird hier das Haar dünner oder sind Geheimratsecken entstanden, kann eine Haartransplantation helfen.

Dabei wird Haar am Hinterkopf entfernt, von der Stelle, die von Haarausfall gewöhnlich am wenigsten betroffen ist, und vorn eingesetzt. Der Eingriff erfolgt bei örtlicher Betäubung, der Patient bleibt danach 24 Stunden unter Beobachtung und darf dann nach Hause.

Eine Woche dauert es ungefähr, bis alles verheilt ist. Das Haar am besten vor dem Eingriff etwas wachsen lassen, damit die betreffenden Stellen anfangs gut verdeckt werden können.

Perücke oder Haarverlängerung

Haarverlängerungen sind nicht nur etwas für Menschen, die von einer langen, wallenden Mähne träumen. Sie können auch helfen, den Verlust an Haaren zu kaschieren. Dabei gibt es inzwischen zahlreiche Methoden, die angewendet werden können, so dass vermutlich für jeden etwas dabei ist.

Die „neuen“ Haare können mit Clips befestigt oder eingeflochten werden. Möglich sind aber auch Methoden der Fixierung mit Ultraschall, Laser oder einer Art Klebung. Selbst Perücken oder Haarteile können eine gute Lösung bei deutlichem Haarausfall sein, vor allem, wenn die Haare für einen bestimmten Zeitraum komplett ausgehen, wie nach einer Chemotherapie. Hier übernimmt in der Regel sogar die Krankenkasse einen Teil der Kosten.

Alles das sind Möglichkeiten, etwas gegen Glatzenbildung zu unternehmen. Aber bitte nicht vergessen: Auch ein kahler Kopf kann als attraktiv gelten. Sportler entfernen oft ihre Körperbehaarung, dazu zählt auch immer häufiger das Haar auf dem Kopf. Das kann nicht nur entscheidenden Vorteil in der Geschwindigkeit bringen, sondern lässt sich auch besser pflegen. Und so wird ein nackter Kopf in der heutigen Zeit immer häufiger auch mit Sportlichkeit und Fitness verbunden.

Studien zufolge gelten Männer mit Glatze als intelligenter, erfahrener – und sie wirken sogar größer. Und auch für Frauen ist es kein Grund zu verzweifeln, wenn sie keine üppige lange Haarpracht tragen können. Ein kurzer Haarschnitt bei einer Frau wirkt oft modischer, lebendiger und gepflegter als langes Haar oder eine Hochsteckfrisur.

Kürzere Haare beim weiblichen Geschlecht gelten als fortschrittlich und jugendlich und sind überdies pflegeleicht und praktisch. Ob langes oder kurzes Haar oder gar ein kahl rasierter Kopf – das ist nicht zuletzt Geschmacksache. Und über Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten.